Israel bangt um Geiseln: Verzögert Hamas nach Trumps Aussagen die Freilassung?Israel bangt um Geiseln: Verzögert Hamas nach Trumps Aussagen die Freilassung?
Die geplante Freilassung von drei israelischen männlichen Geiseln am Samstag könnte ins Stocken geraten.
Hamas, die sich bisher an das Geiselabkommen gehalten hat, könnte die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump als Vorwand nutzen, um den Austausch zu verzögern oder gar zu blockieren.
Die Liste der freizulassenden Geiseln soll am Freitag an den katarischen Premierminister Sheikh Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al Thani übergeben werden, bevor sie Mossad-Direktor David Barnea erreicht. In den vorherigen Runden erfolgte die Freilassung jeweils am Samstagmorgen, doch nun wächst die Sorge, dass Trumps Ankündigung, Hamas „zu zerstören“ und die Umsiedlung von Gazanern in andere Länder zu erwägen, die Terrororganisation zu Verzögerungen veranlasst.
Ein israelischer Beamter sagte gegenüber der Jerusalem Post: „Trumps Äußerungen haben Einfluss auf die derzeitige Waffenruhe und den Geisel-Deal, aber ich denke, Phase eins wird die aktuelle Unruhe noch absorbieren.“
Am Wochenende soll eine Delegation nach Katar reisen, um die laufenden Verhandlungen weiterzuführen. Diese erste Phase des Abkommens erreicht am Samstag den 21. Tag und damit die Hälfte der geplanten Laufzeit. Trump betonte währenddessen erneut: „Ich werde nicht ruhen, bis die letzte Geisel befreit ist.“
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu drängt darauf, Phase eins zu verlängern, um weitere Geiselfreilassungen im Austausch für palästinensische Sicherheitsgefangene zu ermöglichen – darunter auch Schwerverbrecher. Allerdings steht Israel unter internationalem Druck, bis spätestens zum 50. Tag aus dem Philadelphi-Korridor an der Grenze zu Ägypten abzuziehen – ein Punkt, den Netanyahu bislang vehement ablehnt.
Dennoch gibt es eine Möglichkeit, die Verhandlungen in eine neue Richtung zu lenken: Sollte die Hamas-Führung einem Exil außerhalb des Gazastreifens zustimmen, „dann ändert sich die Lage“, so israelische Regierungsvertreter.
Die Trump-Administration drängt indes auf Phase zwei des Abkommens, die eine vollständige Geiselbefreiung zum Ziel hat. Trump warnte: „Wenn sie nicht freigelassen werden, werden wir noch gewalttätiger.“
Ob die zweite Phase jedoch tatsächlich zustande kommt, hängt davon ab, ob Israel Hamas’ Forderungen akzeptieren kann – und was Israel im Gegenzug verlangen wird. Ein israelischer Regierungsbeamter kommentierte skeptisch: „Beide Seiten haben schwierige Bedingungen, die kaum miteinander vereinbar sind.“
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot
Freitag, 07 Februar 2025