Immer mehr Palästinenser verlassen den Gazastreifen – Freiwillige Ausreise nimmt zuImmer mehr Palästinenser verlassen den Gazastreifen – Freiwillige Ausreise nimmt zu
Seit Anfang März haben etwa 1.000 Zivilisten den Gazastreifen verlassen, berichtete der israelische Sender N12 am Sonntag. In der kommenden Woche sollen voraussichtlich weitere 600 Menschen ausreisen.
Die steigende Zahl von Ausreisen erfolgt in einem sich wandelnden Umfeld, in dem immer mehr Palästinenser versuchen, dem Kriegsgebiet zu entkommen.
Israel erleichtert Ausreise für bestimmte Gruppen
Laut N12 dürfen derzeit vor allem folgende Personengruppen den Gazastreifen verlassen:
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Schwerkranke Patienten und ein oder mehrere Familienmitglieder
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Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft
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Palästinenser mit gültigen Ziel-Visa
Während ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas ursprünglich vorsah, dass kranke Patienten nur mit einer Begleitperson ausreisen dürfen, hat Israel nun entschieden, dass auch größere Familienverbände mitreisen können. Dies hat die Zahl der Ausreisenden deutlich erhöht.
Wie läuft der Ausreiseprozess ab?
Die israelische Armee begleitet jene, die freiwillig ausreisen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Am Tag vor der geplanten Abreise werden die Betroffenen aus ihren Wohnorten zu einem Sammelpunkt gebracht, wo sie sich einer Sicherheitsüberprüfung am Kerem-Schalom-Grenzübergang unterziehen müssen. Von dort aus geht die Reise entweder über den Rafah-Grenzübergang nach Ägypten oder über den Ramon-Flughafen zu anderen Zielen.
Freiwillige Migration als langfristige Lösung?
Verteidigungsminister Israel Katz hatte vor einigen Wochen angekündigt, eine Verwaltung für freiwillige Migration einzurichten. Diese Institution ist zwar noch nicht aktiv, doch bereits jetzt beobachten die israelischen Behörden einen stetigen Anstieg von Palästinensern, die den Gazastreifen verlassen möchten.
Seit Kriegsbeginn haben mehr als 35.000 Palästinenser ihre Ausreise beantragt – im Schnitt sind es derzeit 200 bis 300 pro Woche. Viele von ihnen hoffen, dem zerstörten Gazastreifen dauerhaft den Rücken zu kehren und anderswo eine neue Zukunft aufzubauen.
Israel hat den Ausreisenden klargemacht, dass eine Rückkehr in den Gazastreifen auf absehbare Zeit unwahrscheinlich ist. Dennoch zeigen sich viele erleichtert und optimistisch: Sie betrachten die Ausreise als Chance auf ein neues Leben – vor allem für ihre Kinder.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild Pixabay
Montag, 24 März 2025