Wut und Frustration: Familien der Nova-Opfer fordern umfassende Untersuchung des MassakersWut und Frustration: Familien der Nova-Opfer fordern umfassende Untersuchung des Massakers
Hinterbliebene der Nova-Festival-Opfer kritisieren die IDF-Untersuchung als oberflächlich und verlangen eine unabhängige Untersuchungskommission.
Die Angehörigen der beim Nova-Musikfestival ermordeten Israelis haben am Mittwoch wütend eine Präsentation der IDF zu ihrer Untersuchung des Massakers verlassen. Einer nach dem anderen verließen sie den Raum, frustriert über die ihrer Meinung nach unzureichenden Antworten.
„Wir werden keine Antworten erhalten, bis eine echte Untersuchungskommission mit echter Autorität eingerichtet wird“, sagten einige Familienmitglieder gegenüber Maariv. Mehrere Anwesende mussten aufgrund von Unwohlsein evakuiert werden.
Auch das Hostage Families Forum verurteilte die Untersuchung scharf. Sie sei „oberflächlich“ und enthalte „im besten Fall Ungenauigkeiten, im schlimmsten Fall Lügen“. Wichtige Fragen blieben unbeantwortet, darunter: Warum deckt die Untersuchung nicht die Massaker in den Schutzräumen und auf den Zufahrtsstraßen ab? Wann wussten die verschiedenen Befehlsebenen vom Festival? Warum gibt es keine abgestimmte Untersuchung zwischen IDF, Polizei und Shin Bet?
Viele Hinterbliebene und Überlebende haben sich in Eigeninitiative selbst auf die Suche nach Antworten gemacht, da sie es für „inakzeptabel“ halten, dass fast zwei Jahre nach dem Massaker vom 7. Oktober noch immer keine staatliche Untersuchungskommission eingerichtet wurde.
„Diese Untersuchung ersetzt keine staatliche Untersuchungskommission, die alle Verantwortlichen – aus Politik, Sicherheitsapparat, Militär und Geheimdiensten – untersuchen muss“, forderte das Forum.
Hinterbliebene fordern Gerechtigkeit und Konsequenzen
Der Vater von Shani Louk, Nissim, schilderte in einem Interview mit 103FM, wie schmerzhaft die Enthüllungen für ihn waren: „Ich habe kaum Antworten bekommen. Das Einzige, was ich nicht wusste und was mich sehr getroffen hat: Sie haben Shanis Auto als Entführungsfahrzeug benutzt. Als sie sie verschleppten, nahmen sie ihr Auto, um weitere Israelis zu entführen.“
Zwar habe sich das Militär bemüht, die Ereignisse zu erklären und sich für Fehler entschuldigt, doch die Grundannahme, dass die Hamas abgeschreckt sei, habe sich als tödliche Fehleinschätzung erwiesen.
Er betonte, dass die Party zwei Wochen vorher genehmigt wurde und dass die israelische Polizei „exzellent und heldenhaft“ gehandelt habe. Dennoch müsse man aus der Vergangenheit lernen: „Es ist schmerzhaft, darüber zu sprechen, aber wir müssen verstehen, dass sich jetzt starke Kräfte formieren, um die Situation zu verbessern. Ich glaube, wir sind mitten in einem Kampf – aber am Ende werden wir gestärkt daraus hervorgehen.“
Die Forderung der Hinterbliebenen bleibt klar: Ohne eine gründliche Untersuchung werde sich eine Katastrophe wie am 7. Oktober wiederholen. Nur eine umfassende Aufarbeitung könne Frieden für die Seelen der Opfer und ihrer Familien bringen – und eine Wiederholung dieser Tragödie verhindern.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: KKL-JNF Photo Archive
Mittwoch, 02 April 2025