Israel kämpft an allen Fronten um sein Überleben – und die Türkei hat nichts Besseres zu tun, als diesen Kampf zu kritisieren. Am Freitag erklärte der türkische Außenminister Hakan Fidan gegenüber Reuters, dass Israels wiederholte Luftschläge auf militärische Ziele in Syrien die Stabilität der Region gefährden. Die Aussage, gemacht am Rande eines NATO-Treffens in Brüssel, ist ein Schlag ins Gesicht für ein Land, das seit Jahren gegen Terrororganisationen wie die Hamas und ihre Verbündeten kämpft. Für Israel sind diese Angriffe kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – und die Türkei, die selbst in Syrien ihre Interessen mit militärischer Macht durchsetzt, sollte das besser wissen.
Fidan behauptet, die israelischen Einsätze würden die neue Regierung in Damaskus unter Präsident Ahmed al-Sharaa schwächen, einen engen Verbündeten Ankaras. Er spricht von „regionaler Instabilität“, die Israel heraufbeschwöre. Doch was er verschweigt: Syrien ist ein Nährboden für Terrorgruppen, die Israel bedrohen – vom Iran unterstützte Milizen bis hin zu Resten des Islamischen Staates. Israel hat wiederholt klargemacht, dass es keine feindlichen Kräfte an seiner Nordgrenze dulden wird. Die Luftschläge, die seit der Machtübernahme der neuen syrischen Regierung im Dezember 2024 verstärkt wurden, zielen genau darauf ab: Gefahren eliminieren, bevor sie zur tödlichen Bedrohung werden. Aus israelischer Sicht ist das nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht – schließlich liegt die Grenze zu Syrien nur wenige Kilometer von israelischen Städten entfernt.
Die Türkei hingegen zeigt einmal mehr ihre Doppelmoral. Seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023, bei dem über 1.200 Israelis ermordet und mehr als 250 als Geiseln genommen wurden, hat Ankara Israel als Aggressor dargestellt. Die türkische Regierung nennt die israelische Offensive in Gaza einen „Völkermord“, hat den Handel mit Israel eingestellt und sich einem Fall gegen den jüdischen Staat vor dem Weltgerichtshof angeschlossen. Doch während die Türkei Israel verurteilt, unterstützt sie selbst Gruppen in Syrien, die kaum weniger radikal sind. Die neue Regierung in Damaskus, die Ankara so vehement verteidigt, kam mit Hilfe von Rebellen an die Macht, die von der Türkei jahrelang finanziert und bewaffnet wurden. Wer also destabilisiert hier die Region?
Israels Sicherheit hat Vorrang
Fidan sagt, er wolle keine Konfrontation mit Israel in Syrien. „Wenn Damaskus mit Israel zu gewissen Verständigungen kommen will, ist that ihre Sache“, meinte er lapidar. Doch diese Zurückhaltung klingt hohl, wenn man bedenkt, wie scharf die Türkei Israel für seine Verteidigungspolitik angreift. Aus israelischer Perspektive ist die Lage klar: Nach dem Fall von Bashar al-Assad hat sich in Syrien ein Machtvakuum gebildet, das von feindlichen Akteuren genutzt werden könnte. Iran, ein Erzfeind Israels, hat bereits versucht, seine Stellungen in Syrien auszubauen. Die israelischen Luftschläge sind präventiv – sie zerstören Waffenlager und militärische Infrastruktur, bevor sie gegen Israel eingesetzt werden können. Das ist kein Angriff auf die syrische Souveränität, sondern ein Akt der Selbstverteidigung.
Die Türkei dagegen scheint blind für diese Realität. Fidan beklagt, dass Israel die Fähigkeit der neuen syrischen Regierung untergräbt, Bedrohungen abzuwehren. Doch welche Bedrohungen meint er? Für Israel ist die größte Gefahr nicht die schwache Regierung in Damaskus, sondern die Möglichkeit, dass Syrien erneut zum Sprungbrett für Terror wird. Die Türkei, die selbst Truppen in Syrien stationiert hat und ihre Interessen mit militärischer Härte durchsetzt, sollte diese Logik verstehen. Stattdessen wählt Ankara den Weg der Heuchelei – und riskiert damit, die Spannungen in der Region unnötig anzuheizen.
Diplomatie oder Doppelmoral?
Interessant wird es, wenn man Fidans Haltung zu den USA betrachtet. Auf die Drohungen von Präsident Donald Trump, den Iran militärisch anzugreifen, reagierte er mit einem Appell an die Diplomatie. „Wir wollen keinen Angriff auf unseren Nachbarn Iran“, sagte er. Das klingt edel – doch warum gilt diese Zurückhaltung nicht auch für Israel? Die Türkei als NATO-Mitglied sitzt zwischen den Stühlen: Sie will ihre Bündnispartner nicht verärgern, aber gleichzeitig ihre Rolle als regionale Macht ausbauen. Indem sie Israel für seine Syrien-Politik angreift, spielt sie ein gefährliches Spiel – eines, das die Sicherheit aller Beteiligten gefährden könnte.
Israel steht allein – und doch entschlossen
Für Israel ist die Lage eindeutig: Die Sicherheit der eigenen Bürger hat Vorrang. Die Türkei mag lamentieren, doch sie bietet keine Lösung an, wie Israel sich gegen die Bedrohungen aus Syrien schützen soll. Die Luftschläge sind kein Zeichen von Aggression, sondern von Entschlossenheit – ein Land, das seit seiner Gründung umzingelt ist von Feinden, kann es sich nicht leisten, untätig zu bleiben. Die Türkei sollte das respektieren, anstatt mit scheinheiliger Kritik Öl ins Feuer zu gießen. Wenn Ankara wirklich Stabilität will, dann muss es aufhören, Israel als Sündenbock zu benutzen – und stattdessen mithelfen, den Terror in der Region zu bekämpfen. Alles andere ist pure Heuchelei.