Netanyahu trifft Trump am Montag – US-Zölle, Iran und Gaza im FokusNetanyahu trifft Trump am Montag – US-Zölle, Iran und Gaza im Fokus
Israels Premier reist kurzfristig nach Washington, um mit Präsident Trump über die US-Zölle, das iranische Atomprogramm und den Krieg gegen die Hamas zu sprechen.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu wird am Montag in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Das kurzfristig angesetzte Treffen markiert Netanyahus erste USA-Reise seit Beginn des Gaza-Krieges und ist gleichzeitig das erste persönliche Treffen eines ausländischen Staatschefs mit Trump, seit dieser seine umstrittenen neuen Strafzölle verkündete.
Nach Informationen des israelischen Nachrichtenportals Walla, die später auch aus dem Weißen Haus bestätigt wurden, geht es bei dem Gespräch neben den neuen US-Zöllen gegen Israel auch um den wachsenden Konflikt mit dem Iran und den Krieg gegen die Hamas.
Israel war eines der 60 Länder, gegen die Trump am vergangenen Mittwoch neue Importzölle verhängt hatte – trotz eines israelischen Angebots, im Gegenzug alle Zölle auf US-Waren auf null zu setzen. Grund für Trumps Entscheidung soll das massive Handelsdefizit der USA mit Israel sein.
Das Treffen wurde kurzfristig organisiert, nachdem Netanyahu und der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán am Donnerstag in Budapest ein gemeinsames Telefonat mit Trump führten. Anlass war Ungarns Rückzug vom Internationalen Strafgerichtshof. Netanyahu nutzte das Gespräch, um das Zollthema zur Sprache zu bringen. Trump schlug daraufhin ein Treffen im Weißen Haus vor – noch ohne konkreten Termin. Nur wenige Stunden später erklärte Trump überraschend gegenüber Reportern, Netanyahu werde „vielleicht schon nächste Woche“ nach Washington kommen.
Am Freitag begannen Mitarbeiter des Weißen Hauses und des israelischen Premierministerbüros mit der konkreten Planung für ein Treffen am Montag. Sollte der Besuch wie geplant stattfinden, müsste Netanyahu seine Aussagen vor Gericht in seinem laufenden Korruptionsprozess verschieben lassen – mehrere Anhörungen mit seiner Aussage waren für die kommende Woche angesetzt.
Drei Konfliktthemen – ein Ziel: strategische Einigkeit
Im Zentrum der Gespräche stehen nicht nur die Zölle. Netanyahu will mit Trump auch über das iranische Atomprogramm sprechen. Aus israelischer Sicht ist eine diplomatische Einigung mit Teheran nahezu ausgeschlossen. Stattdessen will Netanyahu eine klare Übereinkunft mit den USA für den Fall treffen, dass militärisches Handeln notwendig wird, so ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter gegenüber Walla.
Auch der Krieg in Gaza wird Thema sein: Die USA und Israel arbeiten weiter an einer möglichen neuen Feuerpause und der Freilassung der Geiseln. Derzeit bestehen jedoch noch erhebliche Differenzen zwischen Israel und der Hamas. Israel hofft, dass die zunehmenden Proteste in Gaza gegen die Hamas und der anhaltende militärische Druck die Terrororganisation dazu bringen könnten, in den Verhandlungen nachzugeben.
Verteidigungsminister Israel Katz sagte unterdessen seinen geplanten Besuch in Washington ab, weil laut Protokoll nicht beide sicherheitsrelevanten Minister zur gleichen Zeit das Land verlassen dürfen. Katz will die USA nach dem Pessach-Fest besuchen.
Das Treffen zwischen Netanyahu und Trump ist mehr als symbolisch: Es signalisiert, dass die enge strategische Allianz zwischen den beiden Ländern auch unter wachsendem internationalen Druck und trotz innerer Herausforderungen Bestand hat.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By U.S. Embassy Tel Aviv - President Trump at the Israel Museum. Jerusalem May 23, 2017 President Trump at the Israel Museum. Jerusalem May 23, 2017, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59276644
Samstag, 05 April 2025