USA bombardieren erneut Houthi-Stellungen – Washington erhöht Druck auf Teherans Verbündete

USA bombardieren erneut Houthi-Stellungen – Washington erhöht Druck auf Teherans Verbündete


Die USA setzen ihre Luftangriffe in Jemen fort – diesmal trifft es die Hauptstadt Sanaa. Während Washington über getötete Raketenspezialisten spricht, schweigen die Houthi über ihre wahren Verluste.

USA bombardieren erneut Houthi-Stellungen – Washington erhöht Druck auf Teherans Verbündete

Die Vereinigten Staaten haben ihre Luftschläge gegen die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen fortgesetzt. In der Nacht zu Montag wurden nach Angaben Houthi-naher Medien Ziele in Hodeidah, Marib sowie in der von den Houthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa bombardiert. Es ist die bislang intensivste Angriffswelle seit dem Beginn der US-Offensive gegen die jemenitische Miliz im März.

Dabei soll unter anderem ein hochrangiger Geheimdienstführer der Houthi, Abdul Nasser Al-Kamali, getötet worden sein – zumindest berichten das arabische Medien wie „Al Hadath“, unter Berufung auf Houthi-Quellen. Eine offizielle Bestätigung aus Washington steht bislang aus. In den Reihen der Houthi herrscht Funkstille, was ein klares Indiz für die Brisanz der getroffenen Ziele ist. Dass die Miliz ihre tatsächlichen Verluste gezielt verschweigt, ist Teil ihrer Propagandastrategie.

Schläge gegen Raketenprogramm

Das Weiße Haus hatte vergangene Woche erklärt, dass bei früheren US-Angriffen ein führender Raketenexperte der Houthi eliminiert worden sei. Doch auch hier fehlt bislang jede militärische Bestätigung. Zwar sprach der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz am Wochenende öffentlich von einem „head missileer“, also einem leitenden Raketenkommandeur, der bei den Luftschlägen vom 15. März getötet worden sei. Doch der Name dieser Person ist bislang nicht publik gemacht worden.

Auch innerhalb der US-Regierung herrscht laut Reuters Uneinigkeit: Anonyme Beamte gaben an, es gebe bisher keine unabhängige Bestätigung durch das US-Militär, dass ein hochrangiger Raketenexperte tatsächlich ausgeschaltet wurde.

Das Washingtoner Institut „Foundation for Defense of Democracies“ identifiziert Abdul Khaliq Badruddin Al-Houthi als de-facto-Kommandeur der strategischen Raketeneinheiten der Miliz. Sollte er getroffen worden sein, wäre dies ein herber Rückschlag für das Arsenal der Houthi – allerdings bleibt sein Name bislang ebenfalls unbestätigt.

Über 40 Kämpfer im März getötet – aber kein Spitzenmann

Der jemenitische Sicherheitsexperte Mohammed Albasha, Gründer der Risikoberatungsfirma Basha Report, dokumentierte im März über 40 getötete Houthi-Kämpfer infolge der US-Angriffe. Ein ranghoher Kommandeur wie Abdul Khaliq Al-Houthi sei aber nicht darunter gewesen. Auch im Houthi-eigenen Fernsehen sei bislang keine Todesmeldung mit einem passenden Profil veröffentlicht worden, so Albasha.

Warnung an den Irak – keine Vergeltung im Namen Teherans

Derweil wird klar: Die Luftangriffe sind nicht nur militärisch, sondern auch politisch zu verstehen. Laut Regierungs- und Sicherheitskreisen sprach US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 16. März mit dem irakischen Premierminister Mohammed Shia al-Sudani. In dem Telefonat habe Hegseth deutlich gemacht, dass Bagdad die im Irak aktiven pro-iranischen Milizen davon abhalten müsse, sich mit Vergeltungsangriffen auf Israel oder US-Stützpunkte in der Region an der Seite der Houthi zu beteiligen.

Diese Warnung zeigt, wie sensibel das strategische Gleichgewicht derzeit ist – insbesondere vor dem Hintergrund des Gazakriegs, der Lage im Libanon, dem Umbruch in Syrien und der angespannten Situation an der iranisch-israelischen Frontlinie. Washington will einen regionalen Flächenbrand verhindern – und ist bereit, mit Härte auf jede Bedrohung zu reagieren.

Ein Präventivkrieg gegen die Raketenarsenale

Die Angriffe auf Sanaa und andere Houthi-Gebiete sind Teil einer klaren Doktrin: Die USA führen – unterstützt von Israel – einen Präventivkrieg gegen die iranischen Stellvertreterarmeen, bevor diese ihre Raketen auf israelische Städte oder US-Basen abfeuern können. Dass dabei auch hochrangige Kommandeure der Houthi getroffen werden, ist kein Zufall – sondern strategisch gewollt.

Fazit: Die USA machen im Jemen ernst. Auch wenn Details über die getöteten Houthi-Führer noch unklar bleiben, ist die Botschaft deutlich: Wer Israels Sicherheit gefährdet oder auf Seiten Teherans agiert, steht künftig ganz oben auf der Liste Washingtons. Die Houthi wissen das – und schweigen. Ein Zeichen, dass die Schläge ins Schwarze getroffen haben.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Von U.S. Navy photo by Photographer"s Mate 2nd Class H. Dwain Willis. (RELEASED) - Source, specifically, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1179936


Dienstag, 08 April 2025

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