Netanjahu soll Iran-Angriff erwogen haben – Trump warnt vor Eskalation

Netanjahu soll Iran-Angriff erwogen haben – Trump warnt vor Eskalation


Israels Premier streitet einen Angriffsdrohung ab – doch ein US-Bericht zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen Washington und Jerusalem ist.

Netanjahu soll Iran-Angriff erwogen haben – Trump warnt vor Eskalation
By U.S. Embassy Tel Aviv - President Trump at the Israel Museum. Jerusalem May 23, 2017 President Trump at the Israel Museum. Jerusalem May 23, 2017, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59276644

Ein Bericht der New York Times sorgt für diplomatische Verwerfungen zwischen Washington und JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Demnach soll Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gegenüber US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit einem Angriff auf iranische Nuklearanlagen gedroht haben. Das Büro des Premierministers reagierte prompt und wies den Bericht am Mittwoch als „Fake NewsDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen“ zurück. Doch das Dementi allein reicht nicht, um die wachsende Anspannung zwischen den Verbündeten zu zerstreuen.

Auslöser des Gesprächs war ein tödlicher Angriff in Washington, bei dem zwei israelische Botschaftsmitarbeiter ermordet wurden. Kurz nach dem Attentat telefonierten Trump und Netanjahu. Laut einem hochrangigen Mitarbeiter des Weißen Hauses forderte Trump den israelischen Premier auf, Zurückhaltung zu üben. Der US-Präsident wolle den Konflikt mit dem iranischen Regime auf diplomatischem Weg lösen und sei besorgt, dass ein israelischer Angriff auf iranische Atomanlagen die laufenden Gespräche torpedieren könnte.

„Dies ist nicht der Zeitpunkt für eine Eskalation“, soll Trump betont haben. Dennoch ließ er Netanjahu wissen, dass „die zweite Option“ – ein militärisches Vorgehen – weiterhin auf dem Tisch liege. Damit bleibt offen, wie groß der Druck auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen tatsächlich war, sich in Geduld zu üben – und wie ernsthaft Netanjahu mit militärischen Optionen spielt.

Die Reaktion aus Jerusalem folgte umgehend. Das Büro des Premierministers bezeichnete den Bericht als falsch, die Darstellung sei „frei erfunden“. Man dementiere sowohl die angebliche Drohung als auch die Details des Gesprächsverlaufs. Doch wer Israels sicherheitspolitische Linie kennt, weiß: Angesichts der wachsenden nuklearen Bedrohung aus Teheran ist ein israelischer Präventivschlag kein bloßes rhetorisches Mittel – sondern reale Option.

Netanjahu hat in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass Israel notfalls allein handeln werde, um zu verhindern, dass das Unrechtsregime in Teheran zur Atommacht wird. Seit Jahren gilt das Atomprogramm der Islamischen Republik als existenzielle Bedrohung für Israel. Und nach der Ermordung israelischer Diplomaten auf US-Boden, mutmaßlich durch proiranische Kräfte, ist die Empörung in Jerusalem groß – ebenso wie die Entschlossenheit.

Dass Präsident Trump dennoch auf Deeskalation drängt, überrascht nicht. Seine Regierung verfolgt eine Linie, die mit einer Mischung aus Diplomatie und militärischer Abschreckung auf Stabilität im Nahen Osten abzielt. Doch auch Trump hat immer betont, dass alle Optionen offenbleiben. Eine völlige Absage an israelische Militärpläne war das Gespräch also keineswegs.

Die Frage, ob Netanjahu tatsächlich eine Drohung ausgesprochen hat, wird wohl unbeantwortet bleiben. Klar ist aber: Zwischen den Zeilen deutet sich ein wachsendes Misstrauen an – zwischen einem amerikanischen Präsidenten, der auf Verhandlungslösungen hofft, und einem israelischen Premier, der sich mit halbherzigen Zusagen nicht zufriedengibt.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 28 Mai 2025

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