Hamas jubelt, Ramallah zittert: Warum die internationale Anerkennung Palästinas ein Pyrrhussieg ist

Hamas jubelt, Ramallah zittert: Warum die internationale Anerkennung Palästinas ein Pyrrhussieg ist


Großbritannien, Kanada und Australien feiern ihre „historische Entscheidung“ – Hamas triumphiert, Abbas klammert sich an Phrasen, während in Ramallah die Angst vor israelischen Sanktionen wächst. Die Anerkennung ist Symbolpolitik, die Frieden nicht näher-, sondern weiter wegbringt.

Hamas jubelt, Ramallah zittert: Warum die internationale Anerkennung Palästinas ein Pyrrhussieg ist

Die Welle der Jubelmeldungen ließ nicht lange auf sich warten. Kaum hatten Großbritannien, Kanada und Australien ihre Anerkennung eines palästinensischen Staates erklärt, überschlug sich die arabische Welt mit Gratulationen. Mahmoud Abbas sprach von einem „wichtigen und notwendigen Schritt“, HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen von einer „historischen Wegmarke“. Doch während in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen und Beirut gefeiert wird, herrscht in Ramallah hinter verschlossenen Türen Nervosität. Denn die Palästinensische Autonomiebehörde weiß, dass auf jedes diplomatische Feuerwerk auch eine politische Rechnung folgt – diesmal aus JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen.

Hamas wittert Triumph

Für Hamas ist die Anerkennung ein Propagandasieg. Ihre Erklärung sprach von einem „Meilenstein im jahrzehntelangen Kampf unseres Volkes“. Wer zwischen den Zeilen liest, erkennt: Gemeint ist nicht der Aufbau friedlicher Staatlichkeit, sondern die internationale Legitimation ihres „Widerstands“. Dass eine Terrororganisation, die den 7. Oktober als „großen Sieg“ feiert, in denselben Atemzügen die westliche Anerkennung vereinnahmt, zeigt, wie gefährlich diese Symbolpolitik ist.

Abbas im Schatten seiner eigenen Charta

Mahmoud Abbas wiederum bemühte sich, den Schritt als Fortschritt zur Zwei-Staaten-Lösung zu verkaufen. Doch die Realität bleibt: Seine FatahFatah: Von Arafats Kampfbewegung zur erstarrten Machtpartei der PalästinenserFatah ist eine säkular-nationalistische palästinensische Bewegung, die Ende der 1950er Jahre um Jassir Arafat entstand. Sie wurde zur dominierenden Kraft in der PLO und prägt bis heute die Palästinensische Autonomiebehörde.Mehr lesen-Partei hat die berüchtigte PLOPLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen-Charta, die Israels Existenz leugnet, nie widerrufen. Alle Versprechen von „Frieden und Nachbarschaft“ wirken deshalb wie hohle Phrasen. Abbas weiß, dass IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen die Anerkennung nicht als Friedenssignal, sondern als Belohnung für Terror und Unnachgiebigkeit versteht. Umso größer die Angst in Ramallah vor neuen Strafmaßnahmen: eingefrorene Steuergelder, Einreisesperren für Funktionäre, erweiterte Bauprojekte Israels in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen.

Arabische Staaten: laute Worte, leise Verantwortung

In Amman, Beirut und Riad überschlagen sich Politiker mit Lob. Jordanien nennt die Entscheidung „im Einklang mit dem internationalen Willen“, der libanesische Premier erklärt, es gebe „keine Stabilität ohne palästinensischen Staat“. Selbst Saudi-Arabien präsentiert sich als künftige Schutzmacht einer Palästina-Lösung. Doch bemerkenswert ist, was alle gemeinsam meiden: die Frage nach den realen Strukturen. Wer soll diesen Staat tragen? Mit welchem Sicherheitsapparat? Mit welchen Gesetzen? Dass niemand im arabischen Raum darauf eine Antwort hat, verrät die Schwäche hinter der Rhetorik.

Ein Pyrrhussieg für Ramallah

Für die Autonomiebehörde ist die Anerkennung doppelgesichtig. Öffentlich feiert man, intern fürchtet man den Preis. Denn Israel hat mehrfach klargemacht: Jede internationale Vorwegnahme einer Lösung ohne Verhandlungen wird als feindlicher Akt verstanden. Schon heute ächzt die PA unter Finanzkürzungen und Legitimationskrisen. Neue Sanktionen könnten ihr das Rückgrat brechen – und den einzigen realen Verlierer dieser Anerkennungswelle benennen: nicht Israel, sondern Ramallah selbst.

Ein Schritt weiter weg vom Frieden

Die Entscheidung Londons, Ottawas und Canberras mag als moralische Geste verkauft werden. Doch sie stärkt in Wahrheit jene Kräfte, die keinen Frieden wollen: Hamas, die in der Anerkennung Bestätigung für ihren Terror sieht, und Abbas, der den Westen seit Jahren mit falschen Versprechen über Reformen hinhält. Der „Staat Palästina“ existiert auf dem Papier, doch seine politischen Führer bleiben dieselben, deren Programme Israels Vernichtung propagieren.

Die Folgen sind absehbar: Mehr Illusionen im Westen, mehr Härte aus Jerusalem, mehr Radikalisierung in Gaza. Wer heute jubelt, feiert einen Pyrrhussieg. Denn Frieden wächst nicht auf Anerkennungspapieren, sondern auf Ehrlichkeit – und die fehlt in Ramallah wie in Gaza bis heute.




Autor: Redaktion
Sonntag, 21 September 2025

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