Israels neue Geheimwaffe: Laser soll Eilat vor Huthi-Drohnen rettenIsraels neue Geheimwaffe: Laser soll Eilat vor Huthi-Drohnen retten
Nach den jüngsten Drohnenangriffen der Huthis wird das neue Laserabwehrsystem in Israels südlichster Stadt stationiert. Es könnte das Kräfteverhältnis im Luftkrieg grundlegend verändern – technisch, militärisch und ökonomisch.

Eilat ist längst kein sicherer Urlaubsort mehr, sondern Zielscheibe. Drei Drohnenangriffe binnen zwei Wochen, Dutzende Verletzte, zerstörte Häuser: Die südlichste Stadt Israels erlebt, was lange Zeit nur Gemeinden im Norden kannten. Doch diesmal reagiert das Verteidigungsestablishment anders. Zum ersten Mal soll die Laserabwehr Magen Or – international bekannt als Iron Beam – fest in Eilat stationiert werden.
Ein Wendepunkt im Abwehrsystem
Magen Or ist kein weiteres „Eisenkuppel“-System, sondern eine technische Revolution. Statt teurer Abfangraketen setzt IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen auf konzentrierte Laserstrahlen. Was in der Theorie nach Science-Fiction klingt, hat sich in den letzten Monaten im Norden gegen HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Drohnen bereits bewährt: Ein gezielter Lichtstrahl erhitzt den Flugkörper so lange, bis er auseinanderbricht oder explodiert. Kostenpunkt: wenige Dollar. Zum Vergleich: Ein einziger Iron-Dome-Abfangkörper verschlingt rund 50.000 US-Dollar.

Für Israel bedeutet das einen ökonomischen Befreiungsschlag. Denn die Gegner – ob HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Hisbollah oder HuthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen – setzen bewusst auf billige, massenhafte Angriffe mit Raketen und Drohnen, um Israels Abwehr finanziell zu überlasten. Magen Or dreht das Kalkül um: Jeder Angriff wird zum Verlustgeschäft für die Terroristen.
Schutzschild für die Südfront
Dass ausgerechnet Eilat nun als Standort ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Die Stadt am Roten Meer hat strategische Bedeutung: Tourismus, Handel, Marinehafen – und zugleich eine geographische Lage, die sie verwundbar macht. Aus dem Jemen feuern die Huthis ihre Drohnen und Raketen über hunderte Kilometer hinweg, oft knapp über dem Meeresspiegel, schwer zu orten und abzufangen.
Zwei Einschläge in den vergangenen Tagen – einmal neben einem Hotel, einmal in einem Wohngebiet – haben gezeigt, dass die bisherigen Systeme nicht ausreichen. Iron Dome ist auf Raketen optimiert, David’s Sling auf Mittelstreckenbedrohungen, Arrow auf ballistische Raketen. Gegen die langsam fliegenden, aber schwer erkennbaren Drohnen sind sie nur bedingt geeignet. Genau hier soll Magen Or greifen: schnell, präzise, billig.
Israel zeigt damit: Wir passen unsere Verteidigung laufend an und lassen uns nicht in die Zange nehmen – weder von der Hamas im Süden noch von den Huthis aus dem Jemen.
Gleichzeitig demonstriert die Entscheidung Entschlossenheit nach innen. Die Kritik in Eilat war zuletzt laut: Bürgermeister Eli Lankari sprach offen von einem „Versagen“, weil Drohnen mehrfach die Stadt erreichten. Die Armee reagiert nun sichtbar – ein Signal an die Bevölkerung, dass man die Sorgen ernst nimmt.
Die Einführung von Magen Or markiert eine neue Ära der Kriegsführung. Weltweit verfolgen Militärs das Projekt mit großem Interesse, weil es zum ersten Mal beweist, dass Laserwaffen im Dauereinsatz funktionieren können. Dass Israel diese Technologie unter Kriegsbedingungen einsetzt, macht es zum Vorreiter.
Noch sind die Einsatzmöglichkeiten begrenzt: Reichweite zehn Kilometer, Wetterabhängigkeit bei Staub oder Wolken. Aber schon jetzt zeigt sich: In Kombination mit den bestehenden Systemen entsteht ein mehrschichtiger Schutzschirm, der Israels Gegner vor ein unlösbares Problem stellt.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 25 September 2025