Regierung billigt Trump-Plan: Geiselabkommen mit Hamas tritt in KraftRegierung billigt Trump-Plan: Geiselabkommen mit Hamas tritt in Kraft
Das israelische Kabinett hat dem Abkommen mit der Hamas zugestimmt. Premier Netanjahu spricht von einem entscheidenden Schritt zur Rückführung der Geiseln. Die USA begleiteten die Verhandlungen eng, Minister der religiösen Rechten lehnten das Abkommen ab.

GPO
In JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen hat die Regierung in einer nächtlichen Sitzung dem von den USA vermittelten Abkommen mit der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zugestimmt. Die Mehrheit der Minister votierte dafür, nur Vertreter der Parteien Religiöser ZionismusZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen und Jüdische Stärke stimmten dagegen. Lediglich Minister Ofir Sofer sprach sich aus dieser Gruppe für das Abkommen aus.
Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte zu Beginn der Sitzung: „Wir stehen mitten in einer entscheidenden Entwicklung. Eines der Hauptziele des Krieges war die Rückkehr unserer Geiseln – und wir stehen kurz davor, dieses Ziel zu erreichen.“
Ablauf und Bedingungen des Abkommens
Das Abkommen sieht vor, dass Hamas innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Feuerpause 20 lebende Geiseln freilässt. Anschließend sollen die Leichname weiterer Geiseln in mehreren Etappen übergeben werden.
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen wird im Gegenzug etwa 2.000 palästinensische Gefangene freilassen. Dabei gilt eine klare Einschränkung: Mitglieder der Nukhba-Einheiten, die am Angriff vom 7. Oktober beteiligt waren, sowie Marwan Barghouti und weitere vier von Hamas geforderte Gefangene werden nicht entlassen.
Mit Inkrafttreten des Abkommens beginnt eine 24-stündige Frist, in der sich die israelische Armee auf die sogenannte „gelbe Linie“ zurückzieht. Danach läuft die 72-Stunden-Periode, innerhalb der Hamas alle lebenden Geiseln freigeben muss. Öffentliche Zeremonien oder symbolische Übergaben sind nicht vorgesehen.
US-Beteiligung und Reaktionen
An der Kabinettssitzung nahmen auch Jared Kushner und Steve Witkoff teil, enge Berater von US-Präsident Donald Trump. Beide begleiteten die Vermittlung des Abkommens. Trump bezeichnete das Ergebnis als „guten Schritt für Israel“ und lobte die Zusammenarbeit mit Netanjahu.
Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, Hamas habe in den vergangenen Wochen begonnen, die Geiseln „nicht mehr als strategischen Vorteil, sondern als Belastung“ zu betrachten. Diese Einschätzung habe den Durchbruch ermöglicht.
Kushner betonte in der Sitzung die Bedeutung des militärischen Drucks: „Ohne den Einsatz der israelischen Streitkräfte wäre kein Abkommen zustande gekommen.“ Witkoff ergänzte, Netanjahu habe „unter großem Druck schwierige Entscheidungen getroffen, die notwendig waren, um das Land zu schützen.“
Kontroverse Stimmen im Kabinett
Gegen das Abkommen sprachen sich Minister Itamar Ben-Gvir und Vertreter der Partei Religiöser Zionismus aus. Ben-Gvir kritisierte die Freilassung von Schwerverbrechern und stellte die Frage, ob ein solcher Kompromiss mit einem Feind wie der Hamas überhaupt vertretbar sei.
Netanjahu verwies dagegen auf die moralische Verpflichtung gegenüber den Familien der Geiseln. Israel, so betonte er, handle aus Verantwortung gegenüber seinen Bürgern und unter internationaler Beobachtung.
Weitere Schritte
Mit der Zustimmung des Kabinetts tritt die Feuerpause im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen in Kraft. Ein gemeinsames internationales Beobachtungsteam mit Vertretern aus den USA, Ägypten, Katar, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten soll den Ablauf überwachen.
Laut amerikanischen Angaben wird kein US-Militär in den Gazastreifen entsandt. Berlin erwägt, nach Inkrafttreten des Abkommens das seit Beginn des Krieges bestehende Waffenembargo gegen Israel aufzuheben.
Das Abkommen markiert damit den Beginn einer neuen, vorsichtigen Phase – mit begrenzter Hoffnung auf Ruhe, aber ohne Illusionen über die Natur des Gegners.
Autor: Redaktion
Freitag, 10 Oktober 2025