Israel verlangt sofortige Rückgabe der sterblichen Überreste von Hadar Goldin

Israel verlangt sofortige Rückgabe der sterblichen Überreste von Hadar Goldin


Jerusalem reagiert mit großer Ernsthaftigkeit auf Verzögerung durch Hamas – Familie appelliert an Ruhe und Hoffnung

Israel verlangt sofortige Rückgabe der sterblichen Überreste von Hadar Goldin
Symbolbild

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen reagiert mit wachsender Anspannung auf die Nachricht, dass sich die Rückführung der sterblichen Überreste des gefallenen Soldaten Hadar Goldin erneut verzögert. Nach Angaben einer politischen Quelle in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen betrachtet die Regierung die Verzögerung als „sehr ernst“ und fordert die „unverzügliche und bedingungslose Rückgabe“ der Überreste. Goldin, Leutnant der israelischen Armee, wurde am 1. August 2014 während der Operation „Protective Edge“ in Rafah getötet, als er einen Angriffstrupp der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen abwehrte und dabei in einen Hinterhalt geriet. Seitdem hält die Terrororganisation seinen Leichnam in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zurück – als makabres Faustpfand gegen Israel.

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) hatten sich in den vergangenen Tagen auf die mögliche Übergabe vorbereitet. Nach Berichten, die am Samstagabend von Al Jazeera verbreitet wurden, behauptete die Hamas, Goldins Überreste seien bei Ausgrabungen in Rafah gefunden worden. Kurz darauf reiste der IDF-Generalstabschef, Generalleutnant Eyal Zamir, zum Haus der Familie Goldin in Kfar Saba, um sie über den Stand der Lage zu informieren. Das Militär erklärte, Zamir habe die „persönliche und institutionelle Verpflichtung der Armee“ bekräftigt, alle gefallenen Soldaten und Geiseln zurückzubringen, und zugleich „Zurückhaltung in diesen sensiblen Stunden“ angemahnt, bis die Identifizierung abgeschlossen sei.

Die IDF bereitete sich auf eine mögliche Überführung der sterblichen Überreste in das Nationale Zentrum für Rechtsmedizin in Abu Kabir vor. Dort sollte eine forensische Identifizierung erfolgen. Nach Informationen aus der Südkommandoebene der Armee wurden bei Grabungen der Hamas in Rafah sieben Leichen geborgen. Ob Goldin darunter ist, konnte bislang nicht bestätigt werden. „Alle bisherigen Meldungen stammen ausschließlich von der Hamas“, erklärte ein Sprecher. „Wir prüfen jede Möglichkeit und jedes Detail sorgfältig.“

Die Familie Goldin, die seit über einem Jahrzehnt unermüdlich für die Rückführung ihres Sohnes kämpft, reagierte mit verhaltenem Optimismus. In einer kurzen Erklärung hieß es: „Ein ganzes Land wartet auf Hadar. Der Generalstabschef kam nach Schabbat zu uns, um uns über die großen Anstrengungen zu informieren, die alle Beteiligten unternehmen, um unsere Gefallenen heimzuholen. Wir bitten alle, ruhig zu bleiben – solange es keine offizielle Bestätigung gibt, ist es noch nicht vorbei.“

Bereits Ende Oktober hatte ein Regierungsvertreter bestätigt, dass die Hamas genau wisse, wo Goldin begraben liege, seine Rückgabe jedoch bewusst hinauszögere. Dieses Zögern reiht sich in eine lange Tradition zynischer Taktiken ein, mit denen die Terrororganisation die Gefühle der israelischen Öffentlichkeit und der Angehörigen missbraucht, um politischen Druck aufzubauen.

Hadar Goldin war 23 Jahre alt, als er während eines Einsatzes zur Zerstörung eines Tunnelsystems in Rafah von Hamas-Kämpfern in einen Hinterhalt gelockt wurde. Zunächst galt er als entführt, doch wenige Tage später stellte die Armee nach forensischen Auswertungen fest, dass er im Gefecht gefallen war. Die Militärseelsorge entschied damals, dass die Beweislage eindeutig genug sei, um eine Beerdigung durchzuführen. Teile seiner sterblichen Überreste wurden in einer bewegenden Zeremonie beigesetzt, an der Tausende Israelis teilnahmen.

Der Fall Goldin hat in Israel eine tiefe symbolische Bedeutung erlangt. Er steht für das nationale Versprechen, dass kein Soldat im Stich gelassen wird – weder lebend noch tot. Für viele Familien gefallener Soldaten ist er ein schmerzhaftes Beispiel dafür, wie humanitäre Prinzipien von Terrorgruppen gezielt missachtet werden. Die Forderung nach einer Rückgabe seiner Überreste ist daher nicht nur eine Frage des Mitgefühls, sondern auch eine Frage der Würde und des staatlichen Selbstverständnisses Israels.

Mit jedem Tag der Verzögerung wächst der Druck auf die politischen und militärischen Entscheidungsträger, gegenüber der Hamas klare Konsequenzen zu ziehen. Während die israelische Öffentlichkeit in gespannter Erwartung auf offizielle Bestätigung wartet, bleibt eines gewiss: Die Rückkehr von Hadar Goldin – selbst posthum – ist für Israel nicht verhandelbar.




Autor: Redaktion
Sonntag, 09 November 2025

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