Gesundheitsministerium legt Klinik Ranking offen: Wo Patienten schnell Hilfe bekommen und wo das System versagtGesundheitsministerium legt Klinik Ranking offen: Wo Patienten schnell Hilfe bekommen und wo das System versagt
Zum ersten Mal schafft das Gesundheitsministerium vollständige Transparenz über die Leistungsfähigkeit israelischer Krankenhäuser. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede. Während einige Kliniken effizient arbeiten, fallen andere bei zentralen Kriterien dramatisch zurück.
Das israelische Gesundheitsministerium Israels hat erstmals ein umfassendes, öffentlich zugängliches Bewertungssystem für alle Krankenhäuser des Landes veröffentlicht. Der neue Bericht misst die Qualität der medizinischen Versorgung anhand dutzender Kriterien und ordnet jede Klinik mit einer klaren Punktzahl ein. Ziel ist es, Versorgungsunterschiede sichtbar zu machen, Vergleichbarkeit zu schaffen und gezielt Verbesserungen anzustoßen.
Die Bewertung unterscheidet zwischen kleinen Krankenhäusern mit bis zu 50.000 Notaufnahmen pro Jahr, mittleren Häusern mit bis zu 90.000 sowie den großen medizinischen Zentren mit darüber hinausgehenden Fallzahlen. Im Fokus standen unter anderem Wartezeiten in der Notaufnahme, Effizienz der Ersteinschätzung, Zugang zu Fachärzten sowie die Qualität spezieller Behandlungsangebote wie der künstlichen Befruchtung.
Besonders positiv schnitt das Ichilov Medical Center in Tel Aviv ab. In der Notaufnahme wurden dort 80 Prozent der Patienten innerhalb einer Stunde von einem Arzt gesehen. Neun von zehn Patienten durchliefen die Ersteinschätzung innerhalb von 15 Minuten. Damit setzt Ichilov landesweit den Maßstab bei der Notfallversorgung großer Kliniken.
Deutlich schlechter fällt das Bild bei anderen renommierten Häusern aus. Sowohl das Sheba Medical Center als auch das Meir Medical Center erreichten in diesem Bereich lediglich rund 40 Prozent. Mehr als die Hälfte der Patienten wartete dort länger als eine Stunde auf ärztlichen Kontakt.
Bei den kleineren Krankenhäusern stach besonders das Laniado Hospital hervor. Dort sahen 99 Prozent der Notaufnahme Patienten innerhalb einer Stunde einen Arzt. Am unteren Ende der Skala landete dagegen das Hadassah Ein Kerem. Nur etwa ein Viertel der Patienten wurde dort innerhalb von 60 Minuten behandelt. Ein Wert, der laut Experten bereits medizinisch problematisch ist.
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts betrifft die Leistungen in den IVF Abteilungen. Hintergrund ist ein staatliches Förderprogramm in Höhe von rund 75 Millionen Schekel, das nach dem schweren Embryonen Vertauschungsskandal eingeführt wurde. Ziel war es, mehr Frauen in den öffentlichen Sektor zurückzuholen und private Behandlungen zu entlasten.
Auch hier führt Ichilov das Feld an. Mit rund 2.900 Behandlungszyklen verzeichnete das Krankenhaus den stärksten Zuwachs im gesamten Land. Ebenfalls hohe Zahlen erreichten das Shamir Medical Center sowie Shaare Zedek Medical Center mit jeweils über 2.400 Zyklen.
Deutlich unter den Erwartungen blieben hingegen das Rambam Health Care Campus mit lediglich 391 IVF Zyklen sowie das Galilee Medical Center mit 383. Beide Häuser verzeichneten sogar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr und verfehlten damit die Zielvorgaben des Ministeriums klar.
Das Gesundheitsministerium betont, dass der Bericht nicht der Bloßstellung einzelner Kliniken dient. Vielmehr solle Transparenz gezielt Verbesserungen ermöglichen. Öffentliche Vergleichbarkeit fördere den internen Lernprozess, erhöhe den Leistungsdruck und komme am Ende den Patienten zugute.
Aus dem Ichilov Krankenhaus hieß es, die guten Ergebnisse seien das Resultat langfristiger struktureller Arbeit. Dazu zählen Personalaufstockung, Prozessoptimierung und ein konsequenter Fokus auf Patientenorientierung. Andere Kliniken kündigten an, die Daten auszuwerten und eigene Reformmaßnahmen zu prüfen.
Der Bericht macht jedoch auch deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb des israelischen Gesundheitssystems sind. Für Patienten entscheidet der Ort der Behandlung nicht selten über Wartezeit, Versorgungsqualität und Behandlungserfolg. Mit der Veröffentlichung der Zahlen ist dieser Unterschied nun erstmals schwarz auf weiß dokumentiert.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By AlexJilitsky - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15270887
Freitag, 02 Januar 2026