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Bewaffneter Widerstand gegen Hamas: Miliz meldet Tötung eines ranghohen Hamas-Polizeichefs im Süden Gazas

Bewaffneter Widerstand gegen Hamas: Miliz meldet Tötung eines ranghohen Hamas-Polizeichefs im Süden Gazas


Im Süden des Gazastreifens ist ein hochrangiger Funktionär der Hamas getötet worden. Eine anti-Hamas-Miliz reklamiert die Tat für sich und richtet offene Todesdrohungen an alle, die weiter für die Terrororganisation arbeiten.

Bewaffneter Widerstand gegen Hamas: Miliz meldet Tötung eines ranghohen Hamas-Polizeichefs im Süden Gazas

Am Montag wurde im Raum al-Mawasi bei Khan Yunis ein hochrangiger Hamas-Polizeifunktionär erschossen. Die Verantwortung beansprucht eine bewaffnete Gruppe, die sich selbst als „Counterterrorism Service“ bezeichnet und explizit gegen die Herrschaft der Hamas auftritt. Der Anführer der Miliz, Housam al-Astal, erklärte öffentlich, sein Verband habe den Hamas-Polizeichef Mahmoud al-Astal gezielt getötet.

Die Bestätigung kam ausgerechnet aus dem Umfeld der Hamas selbst. Die offizielle Hamas-Nachrichtenagentur SAFA räumte den Tod des Funktionärs ein und identifizierte ihn als Polizeichef von Khan Yunis. Zugleich versuchte die Terrororganisation, die Tat propagandistisch umzudeuten: In ersten Verlautbarungen wurde behauptet, der Angriff stehe im Zusammenhang mit einem Fahrzeug, das angeblich „Agenten der israelischen Besatzung“ transportiert habe. Dieses Narrativ folgt einem bekannten Muster. Seit Jahren diffamiert die Hamas jede interne Opposition pauschal als fremdgesteuert und versucht so, legitime innerpalästinensische Kritik zu delegitimieren.

Tatsächlich deutet vieles auf eine interne Abrechnung hin. Die „Counterterrorism Service“-Miliz gilt als bewaffneter Arm der sogenannten Popular Forces, einer lokalen Gruppierung, die sich in Teilen von Khan Yunis festgesetzt hat und offen gegen die Gewalt- und Unterdrückungspolitik der Hamas auftritt. Nach dem Tod ihres früheren Anführers Yasser Abu Shabab soll die Gruppe unter Führung von Ghassan Duhine neu organisiert worden sein. Housam al-Astal tritt nun als ihr öffentliches Gesicht auf.

In einem Video, das über soziale Netzwerke verbreitet wurde, inszenierte sich al-Astal in militärischer Kleidung mit Gewehr und Munition. Die Botschaft war unmissverständlich. Wer mit der Hamas zusammenarbeite, habe mit dem Tod zu rechnen. Wörtlich sagte er, das getötete Hamas-Mitglied sei verantwortlich für Morde an „unserem eigenen Volk“ und für Gewalt auf den Straßen. Die Miliz erklärte zudem, man habe weitere Hamas-Kämpfer getötet und einen dritten festgenommen, nachdem dieser unter Vernehmung Aussagen gemacht habe.

Unabhängig von der tatsächlichen Schlagkraft dieser Gruppe zeigt der Vorfall vor allem eines: Die Kontrolle der Hamas über den Gazastreifen ist nicht mehr unangefochten. Nach Jahren der Terrorherrschaft, innerer Repression und wirtschaftlicher Zerstörung wächst selbst im eigenen Machtbereich der bewaffnete Widerstand gegen die Organisation. Dass sich dieser Widerstand nun ebenfalls militärisch äußert, ist Ausdruck eines brutalen Machtkampfes, den die Zivilbevölkerung erneut mit Angst und Instabilität bezahlt.

Für Israel ist diese Entwicklung ambivalent. Einerseits unterstreicht sie, dass die Hamas keineswegs als legitime Vertretung der palästinensischen Bevölkerung wahrgenommen wird, sondern auch intern als gewalttätige Unterdrückungsmacht gilt. Andererseits birgt jeder weitere Zerfall staatlicher Strukturen in Gaza das Risiko neuer bewaffneter Gruppierungen, unkontrollierter Gewalt und weiterer Radikalisierung.

Fest steht: Die Hamas verliert nicht nur international an Rückhalt, sondern zunehmend auch im Inneren ihres eigenen Machtgebiets. Dass nun palästinensische Milizen offen Jagd auf Hamas-Funktionäre machen, ist ein Menetekel für die Zukunft Gazas und ein weiteres Zeichen dafür, dass Terrorherrschaft langfristig immer auch Selbstzerstörung bedeutet.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild


Montag, 12 Januar 2026

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