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Sicherheitskabinett berät über zweite Gaza-Phase – Irans Unruhe verstärkt Israels Sicherheitsdruck

Sicherheitskabinett berät über zweite Gaza-Phase – Irans Unruhe verstärkt Israels Sicherheitsdruck


Während Israel über den nächsten Schritt im Gaza-Plan entscheidet, gerät die Region weiter in Bewegung. Die Proteste im Iran wirken bis nach Jerusalem – und verändern den strategischen Rahmen der Beratungen.

Sicherheitskabinett berät über zweite Gaza-Phase – Irans Unruhe verstärkt Israels Sicherheitsdruck

Das israelische Sicherheitskabinett tritt am Dienstagabend zusammen, um über Phase II des Gaza-Plans zu beraten. Die Entscheidung fällt in einer Phase erhöhter regionaler Unsicherheit. Die anhaltenden Proteste im Iran, das wachsende innenpolitische Chaos in Teheran und die aggressive Rhetorik der dortigen Führung beeinflussen zunehmend die sicherheitspolitischen Kalkulationen Israels.

Nach israelischer Position ist der Übergang in die zweite Phase des Plans an klare Bedingungen geknüpft. Zentral bleibt die vollständige Entwaffnung der Hamas sowie die Rückführung der sterblichen Überreste des letzten in Gaza verbliebenen israelischen Gefallenen, Stabsfeldwebel Ran Gvili. Ohne diese Voraussetzungen, so die wiederholte Linie Jerusalems, wird es keine weitergehenden Zugeständnisse geben.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuletzt ausdrücklich betont, dass der Grenzübergang Rafah geschlossen bleibt, solange Gvilis Überreste nicht an Israel übergeben werden. Diese Haltung ist nicht nur symbolisch. Sie unterstreicht den Grundsatz, dass humanitäre oder politische Schritte nicht losgelöst von zentralen Sicherheits- und Moralfragen erfolgen.

Aus Kreisen der Hamas hieß es unterdessen, man habe die Suche nach den sterblichen Überresten Gvilis wieder aufgenommen. Nach Angaben informierter Quellen geschehe dies in indirekter Abstimmung mit Israel. Ob diese Erklärung Substanz hat oder Teil taktischer Verzögerung ist, bleibt offen. Erfahrungen der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht.

Parallel dazu bereitet sich Israel militärisch auf alle Szenarien vor. Verteidigungsminister Israel Katz wies die Streitkräfte an, sich auf eine mögliche Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im Gazastreifen einzustellen. Diese Anweisung ist kein Automatismus, sondern Ausdruck strategischer Klarheit. Israel will nicht überrascht werden, sollte die Hamas versuchen, Zeit zu gewinnen oder Absprachen zu unterlaufen.

Die Proteste im Iran verleihen den Beratungen zusätzliche Brisanz. Ein geschwächtes, unter Druck stehendes Regime in Teheran könnte versuchen, über seine Stellvertreter Unruhe zu exportieren. Hamas, als Teil der iranischen Einflussarchitektur, spielt dabei eine zentrale Rolle. Genau deshalb betrachten israelische Entscheidungsträger die Entwicklungen in Iran nicht als entferntes Ereignis, sondern als unmittelbaren Sicherheitsfaktor.

Phase II des Gaza-Plans ist damit keine rein lokale Frage. Sie ist eingebettet in ein regionales Machtgefüge, das sich derzeit sichtbar verschiebt. Israel steht vor der Herausforderung, humanitäre, politische und militärische Aspekte in Einklang zu bringen, ohne seine Sicherheitsinteressen zu gefährden.

Die Beratungen des Sicherheitskabinetts dürften daher weniger von Optimismus als von Vorsicht geprägt sein. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Stabilität nur dort entsteht, wo rote Linien klar gezogen und durchgesetzt werden.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO


Dienstag, 13 Januar 2026

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