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4000 Jahre auf Knopfdruck: Wie die palästinensische Führung Geschichte erfindet

4000 Jahre auf Knopfdruck: Wie die palästinensische Führung Geschichte erfindet


Was heute als Identität verkauft wird, ist kein kulturelles Erbe, sondern politische Konstruktion. Die palästinensische Führung schreibt ihre eigene Vergangenheit immer weiter zurück, nicht aus Stolz, sondern aus Angst vor der Wahrheit.

4000 Jahre auf Knopfdruck: Wie die palästinensische Führung Geschichte erfindet

Es ist eine bemerkenswerte Zahlenspielerei. Innerhalb weniger Monate ist das angeblich uralte palästinensische Volk um weitere 4000 Jahre gealtert. Waren es bislang 6000 Jahre Geschichte, so spricht man nun von 10.000 Jahren. Verkündet wird das nicht von Randfiguren, sondern von offiziellen Repräsentanten der Palästinensischen Autonomiebehörde. Der Bürgermeister von Jericho erklärt archäologische Funde kurzerhand zum ausschließlich palästinensisch kanaanitischen Erbe, seit Zehntausenden von Jahren. Beweise werden nicht geliefert. Widersprüche werden ignoriert. Die Botschaft zählt, nicht die Fakten.

Diese ständige Ausdehnung der eigenen Vergangenheit ist kein harmloser Nationalmythos. Sie ist Teil einer gezielten politischen Strategie. Je älter die behauptete Geschichte, desto leichter lässt sich die reale jüdische Geschichte delegitimieren. Wenn Palästinenser angeblich schon vor 10.000 Jahren hier lebten, dann werden Juden automatisch zu späten Eindringlingen. Genau darauf zielt diese Erzählung ab.

Noch im vergangenen Jahr erklärte ein enger Berater von Mahmoud Abbas, das palästinensische Volk habe diese Region vor über 6000 Jahren zivilisiert, Städte gebaut und Jerusalem gegründet. Heute sind es plötzlich 10.000 Jahre. Diese Diskrepanz ist kein Zufall. Sie zeigt, dass Geschichte hier nicht als Wissenschaft verstanden wird, sondern als formbare Waffe.

Was dabei systematisch unterschlagen wird, ist die reale historische Abfolge dieser Region. Die frühesten sesshaften Kulturen im Gebiet des heutigen Israel lassen sich archäologisch zwar bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen, doch von einem palästinensischen Volk kann dabei keine Rede sein. Ethnische Identitäten im modernen Sinne existierten damals nicht. Die Kanaanitischen Stadtstaaten waren keine Vorläufer eines palästinensischen Nationalvolkes, sondern lose organisierte Kulturen, die später von Ägyptern, Assyrern, Babyloniern, Persern und Griechen beherrscht wurden. Keine Quelle spricht von Palästinensern.

Der Begriff Palästina selbst stammt aus römischer Zeit. Nach der Niederschlagung des jüdischen Bar-Kochba-Aufstands im Jahr 135 benannten die Römer die Provinz Judäa bewusst in Syria Palaestina um. Ziel war es, die jüdische Verbindung zum Land auszulöschen. Palästina war kein ethnischer, sondern ein kolonialer Verwaltungsbegriff. Er bezeichnete Juden, Christen, Samariter und später Araber gleichermaßen. Erst im 20. Jahrhundert wurde daraus ein nationales Etikett.

Im Gegensatz dazu ist die jüdische Geschichte in diesem Land lückenlos dokumentiert. Bereits die ägyptische Merenptah-Stele aus dem 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erwähnt Israel als existierendes Volk in Kanaan. Archäologische Funde wie die Tel-Dan-Stele belegen das Haus David als reale Dynastie. In Jerusalem wurden unzählige Spuren jüdischer Herrschaft freigelegt, von der Stadt Davids über königliche Siegel bis hin zu Ritualbädern und Inschriften aus der Zeit des Ersten und Zweiten Tempels.

Diese Kontinuität endet nicht mit der römischen Zerstörung Jerusalems. Trotz Vertreibung, Diaspora und Verfolgung blieb stets eine jüdische Präsenz im Land bestehen. In Jerusalem, Tiberias, Safed und Hebron lebten Juden durch alle Jahrhunderte. Hebräisch blieb Sprache, Liturgie blieb auf das Land ausgerichtet, Gebete endeten stets mit dem Wunsch nach Rückkehr nach Jerusalem. Kein anderes Volk hat seine nationale Identität über Jahrtausende so eng mit einem konkreten Ort verknüpft.

Genau diese historische Tiefe ist es, die die palästinensische Führung bekämpft. Nicht mit Argumenten, sondern mit Leugnung. Jüdische Geschichte wird als Fabel bezeichnet, als Erfindung, als politischer Trick. Der ehemalige palästinensische Premier Mohammed Shtayyeh sprach offen von einer angeblich künstlichen israelischen Vergangenheit. Damit wird nicht nur Geschichte verfälscht, sondern Wissenschaft verachtet.

Besonders entlarvend ist die ideologische Zuspitzung dieser Narrative. Ein weiterer Abbas-Berater erklärte öffentlich, Juden seien Fremde im Land, und das Land selbst werde sie eines Tages ausspucken. Diese Sprache ist nicht metaphorisch. Sie ist eliminatorisch. Sie spricht Juden das Existenzrecht ab und verlagert die Verantwortung auf eine mystische Naturgewalt. Wer so denkt, bereitet den Boden für Gewalt.

Diese Botschaften werden nicht beiläufig verbreitet. Sie erscheinen in Schulbüchern, in staatlichen Fernsehsendungen, in offiziellen Reden. Kinder lernen, dass Israel ein Unfall der Geschichte sei. Jugendliche lernen, dass Zeit ihr Verbündeter ist. Geduld ersetzt Kompromiss, Mythos ersetzt Realität.

Für Israel ist das keine akademische Debatte. Es ist eine sicherheitspolitische und gesellschaftliche Herausforderung. Ein Frieden kann nur auf gegenseitiger Anerkennung basieren. Wer jedoch die Geschichte des anderen ausradiert, bereitet keinen Ausgleich vor, sondern einen endlosen Konflikt.

Ironischerweise schadet diese Geschichtsfälschung auch den Palästinensern selbst. Eine Identität, die auf erfundenen Jahrtausenden ruht, ist fragil. Sie hält keiner kritischen Prüfung stand. Sie erzeugt Frustration, weil sie Erwartungen schafft, die politisch nicht eingelöst werden können. Statt eine moderne nationale Erzählung zu entwickeln, die auf realen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts basiert, flüchtet man sich in eine mythische Vorzeit.

Geschichte ist kein Wunschkonzert. Sie lässt sich nicht beliebig dehnen, verkürzen oder austauschen. Archäologie, Epigraphik und Textquellen sprechen eine klare Sprache. Die jüdische Verbindung zu diesem Land ist alt, belegt und ungebrochen. Sie verschwindet nicht, egal wie oft sie bestritten wird.

Die palästinensische Führung steht vor einer Wahl. Sie kann weiter versuchen, Geschichte umzuschreiben und damit ihre eigene Gesellschaft in einer Sackgasse halten. Oder sie kann anerkennen, dass zwei Völker eine reale, wenn auch konfliktreiche Geschichte in diesem Land haben. Solange sie sich für die Lüge entscheidet, bleibt nicht nur der Konflikt bestehen, sondern auch die innere Unfreiheit ihrer eigenen Narrative.


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Dienstag, 13 Januar 2026

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