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Propaganda aus dem Wohnzimmer: Wie Hamas mitten in Israel Helfer fand

Propaganda aus dem Wohnzimmer: Wie Hamas mitten in Israel Helfer fand


Eine 51-jährige Israelin soll gezielt Angst verbreitet, Lügen gestreut und einer Terrororganisation geholfen haben. Der Fall erschüttert nicht nur die Sicherheitsbehörden, sondern wirft eine unbequeme Frage auf: Wie tief reicht der digitale Krieg der Hamas inzwischen in die israelische Gesellschaft hinein.

Propaganda aus dem Wohnzimmer: Wie Hamas mitten in Israel Helfer fand

Es ist ein Fall, der verstört, gerade weil er nicht an den Grenzen Israels beginnt, sondern im Inneren des Landes. Die Staatsanwaltschaft in Haifa hat Anklage gegen eine israelische Staatsbürgerin erhoben, die über Monate hinweg mit der Terrororganisation Hamas zusammengearbeitet haben soll. Nicht mit Waffen, nicht mit Sprengstoff, sondern mit Tastatur, Smartphone und gezielter Desinformation.

Die Beschuldigte, eine 51-jährige Frau aus Kiryat Motzkin, steht im Verdacht, freiwillig Kontakt zur Hamas aufgenommen zu haben, um deren Ziele gegen den Staat Israel zu unterstützen. Nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet half sie dabei, weltweit gefälschte Hamas-Profile zu betreiben und gezielt falsche Terrorinformationen zu verbreiten. Ziel war es, Angst zu säen, Unsicherheit zu verstärken und das Vertrauen der israelischen Gesellschaft in ihre eigene Sicherheit zu untergraben.

Der digitale Arm des Terrors

Der Fall zeigt exemplarisch, wie sich der Terrorismus verändert hat. Die Hamas braucht längst nicht mehr nur Raketen aus Gaza oder bewaffnete Zellen. Sie operiert zunehmend im digitalen Raum. Dort, wo Informationen in Sekunden viral gehen, wo Emotionen schneller wirken als Fakten, wo Angst sich leichter verbreitet als Wahrheit.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden ist die globale Aktivität der Hamas seit Beginn des Krieges massiv angestiegen, insbesondere im Bereich psychologischer Kriegsführung. Soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und anonyme Plattformen werden gezielt genutzt, um Gerüchte über angebliche Anschläge, Entführungen oder militärische Niederlagen zu streuen. Wer solche Inhalte teilt, verstärkt sie. Wer sie bewusst produziert, wird Teil der Infrastruktur des Terrors.

Die mutmaßliche Tat der Angeklagten ist deshalb kein Randphänomen. Sie steht für eine neue Front, an der Israel täglich angegriffen wird. Nicht mit Explosionen, sondern mit Lügen.

Freiwillige Kollaboration, kein Missverständnis

Besonders schwer wiegt, dass die Zusammenarbeit nach Einschätzung der Ermittler freiwillig erfolgte. Es geht nicht um Erpressung, nicht um Zwang, nicht um Manipulation. Die Frau soll sich bewusst entschieden haben, Hamas zu unterstützen. Damit überschreitet der Fall eine rote Linie.

Israelische Sicherheitskreise betonen seit Jahren, dass Unterstützung von Terrororganisationen nicht nur eine äußere Bedrohung darstellt, sondern auch von innen kommen kann. Dieser Fall bestätigt diese Warnung auf drastische Weise. Eine israelische Staatsbürgerin soll aktiv daran mitgewirkt haben, ihre eigene Gesellschaft zu verängstigen.

Die Anklage wurde beim Bezirksgericht in Haifa eingereicht. Über das Strafmaß wird das Gericht entscheiden. Politisch jedoch ist der Schaden bereits da.

Hamas geschwächt, aber nicht verschwunden

Der Zeitpunkt der Anklage ist kein Zufall. In Gaza gerät die Herrschaft der Hamas zunehmend unter Druck. Die Einsetzung eines von den USA unterstützten technokratischen Komitees wird von Teilen der palästinensischen Führung als möglicher Anfang vom Ende der Hamas-Herrschaft gesehen. Selbst innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde heißt es, Hamas habe ihre Legitimität verloren.

Doch genau in solchen Momenten wird die Organisation gefährlich. Wenn militärische Macht schwindet, greift sie umso stärker zu Propaganda, Einschüchterung und psychologischer Kriegsführung. Die Ermittler gehen davon aus, dass Hamas alles daransetzen wird, ihre Präsenz aufrechtzuerhalten, auch ohne formelle Kontrolle über Gaza.

Wachsamkeit als gesellschaftliche Pflicht

Der Fall aus Kiryat Motzkin ist eine Warnung. Er zeigt, dass der Krieg nicht nur an den Grenzen geführt wird, sondern in Feeds, Chats und Kommentarspalten. Sicherheit ist längst nicht mehr nur eine Frage von Armee und Geheimdiensten, sondern auch von Medienkompetenz, Verantwortungsbewusstsein und klarer rechtlicher Durchsetzung.

Israel reagiert in diesem Fall entschlossen. Doch die eigentliche Herausforderung bleibt: Eine offene Gesellschaft gegen jene zu schützen, die ihre Offenheit missbrauchen. Wer für Hamas arbeitet, egal ob mit Waffen oder Worten, stellt sich außerhalb des demokratischen Konsenses.

Diese Erkenntnis ist unbequem. Aber sie ist notwendig.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Israel Police, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=145861696


Samstag, 17 Januar 2026

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