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Israel widerspricht Washington offen: Gaza Gremium ohne Abstimmung eingesetzt

Israel widerspricht Washington offen: Gaza Gremium ohne Abstimmung eingesetzt


Die israelische Regierung geht auf Distanz zur neuen amerikanischen Gaza Initiative. Die Zusammensetzung des internationalen Leitungsgremiums widerspricht Jerusalems Sicherheitsinteressen und wurde ohne vorherige Abstimmung verkündet.

Israel widerspricht Washington offen: Gaza Gremium ohne Abstimmung eingesetzt

Die Regierung in Jerusalem hat ungewöhnlich scharf auf die nächtliche Ankündigung des Weißen Hauses reagiert, den künftigen Verwaltungsrat für den Gazastreifen festzulegen. Nach Angaben des Büros von Benjamin Netanyahu widerspricht die Zusammensetzung des Gremiums ausdrücklich der israelischen Politik und wurde ohne Koordination mit Israel beschlossen. Der Premierminister wies Außenminister Gideon Sa’ar an, das Thema unmittelbar gegenüber dem amerikanischen Außenminister zur Sprache zu bringen.

Die Reaktion ist ein klares politisches Signal. Israel akzeptiert nicht, dass über die Zukunft des Gazastreifens entschieden wird, während Akteure eingebunden werden, die aus israelischer Sicht Teil des Problems sind und nicht Teil der Lösung.

Türkische und katarische Beteiligung als rotes Tuch

Konkret stößt sich Jerusalem an der vorgesehenen Rolle der Türkei und Katars im sogenannten Exekutivrat, der unterhalb einer von Donald Trump geführten Friedenskonferenz angesiedelt sein soll. Nach der amerikanischen Darstellung sollen unter anderem der türkische Außenminister Hakan Fidan sowie ein hochrangiger Vertreter Katars dem Gremium angehören, ebenso der ägyptische Geheimdienstchef.

Aus israelischer Perspektive ist das hochproblematisch. Ankara tritt seit Jahren offen konfrontativ gegenüber Israel auf und positioniert sich politisch wie rhetorisch an der Seite der Hamas. Katar wiederum gilt als zentraler politischer und finanzieller Rückhalt der Terrororganisation und beherbergt deren Führung. Dass genau diese Staaten nun eine Schlüsselrolle bei Aufsicht, Wiederaufbau und Entmilitarisierung des Gazastreifens erhalten sollen, wird in Jerusalem als sicherheitspolitischer Widerspruch wahrgenommen.

Struktur der neuen Gaza Verwaltung

Nach den Plänen aus Washington soll eine übergeordnete Friedenskonferenz unter Führung Trumps die strategischen Entscheidungen treffen, internationale Gelder mobilisieren und die politische Linie vorgeben. Darunter ist ein internationales Exekutivgremium vorgesehen, das die Umsetzung steuert. Auf der untersten Ebene soll eine palästinensische Technokratenverwaltung im Gazastreifen selbst agieren, deren Mitglieder teilweise der Fatah und der Palästinensischen Autonomiebehörde nahestehen.

Israel macht jedoch deutlich, dass es keine Konstruktion akzeptiert, die Hamas indirekt Zeit verschafft, Einfluss sichert oder deren Unterstützerstaaten in eine Schlüsselposition bringt. Gerade in der Übergangsphase sieht Jerusalem die Gefahr, dass sich die Terrororganisation militärisch neu aufstellt und die entstandene Unsicherheit ausnutzt.

Ultimatum an die Hamas bleibt bestehen

Unabhängig von der diplomatischen Irritation betont Israel, dass es an der zentralen Sicherheitslinie festhält. Hamas soll innerhalb von zwei Monaten entwaffnet werden. Geschieht dies nicht freiwillig, werde die israelische Armee handeln. Dieses Ultimatum gilt als mit dem amerikanischen Präsidenten abgestimmt. Trump selbst formulierte es zuletzt unmissverständlich. Hamas habe die Wahl zwischen dem leichten und dem schweren Weg.

In den israelischen Sicherheitsbehörden besteht Einigkeit darüber, dass Hamas trotz erheblicher Verluste weiterhin über operative Strukturen, Waffen und territoriale Kontrolle in Teilen des Gazastreifens verfügt. Eine verlängerte Übergangsphase ohne klare Durchsetzung wird daher als Risiko bewertet, nicht als Lösung.

Offene Differenzen mit strategischem Partner

Die öffentliche Kritik an Washington ist bemerkenswert, weil sie die Tiefe der Meinungsverschiedenheit offenlegt. Israel stellt nicht die Allianz mit den USA infrage, wohl aber den aktuellen Kurs in der Gaza Frage. Aus Jerusalemer Sicht endet Partnerschaft dort, wo zentrale Sicherheitsinteressen ignoriert werden.

Die Botschaft ist klar. Israel wird keinem internationalen Arrangement zustimmen, das den Einfluss von Hamas Unterstützern normalisiert oder die Entwaffnung der Terrororganisation relativiert. Der Gazastreifen soll stabilisiert werden, aber nicht um den Preis strategischer Blindheit.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Dan Scavino - https://x.com/Scavino47/status/1886965911921332650, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=159434212


Samstag, 17 Januar 2026

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