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Israel und die USA zementieren Tech-Allianz gegen China Abhängigkeit

Israel und die USA zementieren Tech-Allianz gegen China Abhängigkeit


Ein Monat nach Israels Beitritt zur Initiative Pax Silica unterzeichnen Jerusalem und Washington ein strategisches Abkommen zu Künstlicher Intelligenz und Schlüsseltechnologien. Der Schulterschluss ist mehr als Technologiepolitik. Er ist ein geopolitisches Signal.

Israel und die USA zementieren Tech-Allianz gegen China Abhängigkeit

Israel und die Vereinigten Staaten haben am Freitag eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die eine neue strategische Kooperationsarchitektur im Bereich kritischer Technologien festschreibt. Im Zentrum stehen Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Energie und Hochtechnologie. Das Abkommen ist Teil der US geführten Initiative Pax Silica und markiert eine weitere Vertiefung der sicherheits und wirtschaftspolitischen Achse zwischen Jerusalem und Washington.

Unterzeichnet wurde die Erklärung vor den Mauern der Altstadt von Jerusalem durch Erez Eskel, Leiter der israelischen Nationalen KI Direktion, und Jacob Helberg, Unterstaatssekretär im US Außenministerium. Anwesend waren zudem Außenminister Gideon Sa’ar und der amerikanische Botschafter in Israel Mike Huckabee, ebenso wie Vertreter globaler Technologiekonzerne und Investoren.

Pax Silica als Antwort auf strategische Verwundbarkeit

Israel war der Initiative Pax Silica im Dezember beigetreten. Das Bündnis vereint inzwischen neun führende Technologiestaaten unter amerikanischer Führung. Neben den USA gehören unter anderem Japan, Südkorea, Großbritannien, die Niederlande, Australien, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar dazu. Weitere Akteure wie die Europäische Union, Kanada, Taiwan und die OECD sind als assoziierte Partner eingebunden.

Das erklärte Ziel ist klar und ausgesprochen politisch. Die Abhängigkeit westlicher Volkswirtschaften von chinesischen Lieferketten soll systematisch reduziert werden. Es geht um seltene Rohstoffe, Halbleiterknoten, industrielle Kapazitäten und strategische Vorprodukte. Helberg formulierte es offen. Es sei wirtschaftlich und sicherheitspolitisch unverantwortlich, sich auf einen einzigen geopolitischen Akteur als Lieferant kritischer Technologien zu verlassen.

Pax Silica soll genau diese Schwachstellen adressieren. Nicht durch Symbolpolitik, sondern durch industrielle Skalierung, Investitionen und operative Umsetzung. Die Initiative setzt bewusst auf Leistungsfähigkeit statt Ideologie. Wer liefern kann, ist Partner.

Israel als Schlüsselpartner

Für die USA spielt Israel in dieser Strategie eine zentrale Rolle. Das Land verfügt über eine der dichtesten Konzentrationen an Hochtechnologie Talenten weltweit, insbesondere in den Bereichen KI, Halbleiterdesign, Cyber und Verteidigungstechnologie. Amerikanische Unternehmen wie Nvidia, Google und andere bauen seit Jahren auf israelische Entwicklungszentren.

Helberg betonte, dass technologische Überlegenheit ohne menschliches Kapital nicht existiere. Wer im Technologiewettbewerb bestehen wolle, müsse die besten Ingenieure und Entwickler einbinden. Israel sei in dieser Hinsicht ein unverzichtbarer Faktor.

Das US Außenministerium erklärte, die neue strategische Rahmenvereinbarung werde Wachstum fördern, Arbeitsplätze schaffen und die Sicherheit beider Länder stärken. Der Fokus liege auf gemeinsamer Forschung, Entwicklung, Investitionen und dem Schutz sensibler Technologien. Ziel sei ein vertrauenswürdiges Innovationsumfeld, das wirtschaftliche Dynamik mit nationaler Sicherheit verbindet.

Mehr als Wirtschaftspolitik

Außenminister Sa’ar ordnete das Abkommen klar sicherheitspolitisch ein. Israel sei nicht nur Empfänger amerikanischer Unterstützung, sondern ein strategischer Aktivposten für die nationale Sicherheit der USA. Die Zusammenarbeit im KI Bereich stärke Amerikas Führungsrolle in Zukunftstechnologien und damit die Stabilität der internationalen Ordnung.

Auch Botschafter Huckabee betonte den besonderen Charakter der bilateralen Beziehungen. Die USA hätten viele Verbündete, aber nur einen echten Partner, sagte er. Die technologische Kooperation sei Ausdruck dieser Tiefe und Dauerhaftigkeit.

Normalisierung durch Lieferketten

Bemerkenswert ist die Beteiligung von Staaten wie Katar an Pax Silica. Helberg sprach offen aus, dass die Initiative nicht auf gemeinsamer Ideologie beruhe, sondern auf pragmatischer Interessenlage. Gemeinsame Lieferketten könnten langfristig auch politische Annäherung fördern. Für die Region sei dies ein potenzieller Nebeneffekt mit strategischer Bedeutung.

Für Israel bedeutet das Abkommen vor allem eines. Die Einbindung in einen westlich geführten Technologieblock, der nicht nur Innovation, sondern auch geopolitische Resilienz organisiert. Pax Silica ist kein Zukunftsversprechen, sondern der Versuch, die industrielle Basis westlicher Macht neu zu ordnen.

In einer Welt zunehmender Blockbildung positionieren sich Israel und die USA damit klar. Technologisch, wirtschaftlich und strategisch.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO


Sonntag, 18 Januar 2026

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