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Israel beginnt mit der Räumung des ehemaligen UNRWA Hauptquartiers in Jerusalem

Israel beginnt mit der Räumung des ehemaligen UNRWA Hauptquartiers in Jerusalem


Kräfte der israelischen Behörden haben mit der Demontage und Räumung des früheren UNRWA Standorts nahe Ammunition Hill begonnen. Der Komplex war seit mindestens einem Jahr ungenutzt.

Israel beginnt mit der Räumung des ehemaligen UNRWA Hauptquartiers in Jerusalem

Israelische Behörden haben am Dienstagmorgen mit dem Abbau des ehemaligen Hauptquartiers der UNRWA in Jerusalem begonnen. Das Gelände befindet sich in der Nähe von Ammunition Hill im Norden der Stadt und diente über Jahre hinweg als zentrales Verwaltungszentrum der Organisation für Jerusalem sowie Judäa und Samaria.

Nach Angaben der Polizei war das Gebäude bereits seit mindestens einem Jahr ungenutzt. Sicherheitskräfte begleiteten die Arbeiten, um den reibungslosen Ablauf und die Sicherheit der eingesetzten Arbeiter zu gewährleisten. Zuständig für die Maßnahme ist die israelische Bodenbehörde, die das Gelände verwaltet.

Das Gelände gilt aus israelischer Sicht als staatliches Eigentum. Das Außenministerium erklärte, es handele sich nicht um eine neue politische Entscheidung, sondern um die Umsetzung bestehender Gesetze und Verwaltungsakte. Bereits vor der Verabschiedung entsprechender Gesetze im Januar 2025 habe UNRWA den Standort geräumt und dort keine Aktivitäten mehr durchgeführt. Nach israelischer Darstellung genießt das Areal keine diplomatische oder internationale Immunität.

Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit Israels Entscheidung, sämtliche Aktivitäten von UNRWA innerhalb des Landes zu untersagen. Dieser Schritt wurde Ende 2024 beschlossen und in den folgenden Monaten gesetzlich konkretisiert. Im Dezember 2025 votierte die Knesset dafür, verbliebene UNRWA Einrichtungen von der Versorgung mit Wasser und Strom zu trennen. Anfang Januar 2026 wurden zudem weitere UNRWA Räumlichkeiten im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt geräumt.

Israels Vorgehen folgt auf schwerwiegende Vorwürfe gegen die Organisation. Seit Beginn des Krieges wurden nach Angaben israelischer Stellen personelle und infrastrukturelle Verbindungen zwischen UNRWA und der Hamas offengelegt. Israel verweist unter anderem auf die Beteiligung einzelner UNRWA Mitarbeiter am Massaker vom 7. Oktober sowie auf den Fund von Tunneln und militärischer Infrastruktur unter Einrichtungen der Organisation im Gazastreifen.

Innenpolitisch wird der Schritt von Teilen der Regierung ausdrücklich begrüßt. Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sprach von einem bedeutenden Tag für die staatliche Souveränität Jerusalems. Auch Abgeordnete der Knesset, die an der Gesetzgebung zur Beendigung der Zusammenarbeit mit UNRWA beteiligt waren, sehen in dem Abbau des Standorts die konsequente Umsetzung parlamentarischer Beschlüsse.

Das Außenministerium betont, dass das Vorgehen sowohl mit israelischem als auch mit internationalem Recht vereinbar sei. Die Maßnahme richte sich nicht gegen humanitäre Hilfe an sich, sondern gegen eine Organisation, deren Strukturen aus israelischer Sicht nicht mehr tragbar seien.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Israel Land Authority


Dienstag, 20 Januar 2026

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