Fatah-Sprecher offenbart Haltung zu 7. Oktober: Nicht das Massaker war das Problem, sondern sein AusmaßFatah-Sprecher offenbart Haltung zu 7. Oktober: Nicht das Massaker war das Problem, sondern sein Ausmaß
Ein führender Vertreter der Fatah erklärt öffentlich, Gaza sei vor dem 7. Oktober ein „Paradies“ gewesen. Das Massaker an Israelis lehnt er nicht ab. Kritisiert wird lediglich, dass zu viel Terror eingesetzt worden sei.
Was palästinensische Funktionäre meist vermeiden offen auszusprechen, wurde nun unverblümt formuliert. In einem öffentlichen Interview erklärte ein Sprecher der Fatah im Gazastreifen, dass nicht das Massaker vom 7. Oktober das eigentliche Problem gewesen sei, sondern dessen Umfang und die politischen Folgen danach. Seine Aussagen entlarven eine Denkweise, die seit Jahren unter der Oberfläche existiert und nun offen sichtbar wird.
Der Vertreter der Fatah, jener Partei, die die Palästinensische Autonomiebehörde führt und sich international als gemäßigte Alternative zur Hamas präsentiert, stellte klar: Gaza sei vor dem 7. Oktober kein Ort der Verzweiflung gewesen. Im Gegenteil. Die Lage sei gut gewesen, sogar sehr gut. Das Gebiet, das international regelmäßig als humanitäres Katastrophengebiet beschrieben wird, bezeichnete er rückblickend als funktionierend, stabil und lebenswert.
Diese Aussage widerspricht frontal dem Narrativ, mit dem der Terrorangriff bis heute gerechtfertigt wird. Seit Monaten wird behauptet, das Massaker sei eine Reaktion auf angebliche Hoffnungslosigkeit, auf unerträgliche Lebensbedingungen, auf eine Situation ohne Perspektive. Doch nun erklärt ein hochrangiger palästinensischer Funktionär aus Gaza selbst, dass genau das nicht zutrifft.
Noch schwerer wiegt jedoch, was er ausdrücklich nicht verurteilt.
Der Sprecher betonte mehrfach, dass er nicht über die Tat selbst sprechen wolle. Nicht über das Eindringen in israelische Gemeinden. Nicht über die Ermordung ganzer Familien. Nicht über die gezielte Tötung von Kindern. Nicht über Vergewaltigungen. Nicht über Entführungen. Das alles wurde nicht als moralischer Bruch bezeichnet, sondern als gegeben vorausgesetzt.
Seine Kritik richtete sich ausschließlich auf das Danach.
Nicht das Töten war falsch, sondern die fehlende Vorbereitung auf die Konsequenzen. Nicht der Terror war das Problem, sondern dessen politische Umsetzung. Nicht das Massaker, sondern die mangelnde Kontrolle über das Ergebnis.
Besonders entlarvend war eine Aussage, die kaum Raum für Interpretationen lässt. Man habe, so der Sprecher, nur einen Teil dessen gebraucht, was am 7. Oktober geschehen sei. Etwa zehn Prozent. Das hätte gereicht, um eine Botschaft an die Welt zu senden.
Diese Worte markieren einen Abgrund.
Denn sie offenbaren, dass es nicht um die Frage geht, ob Terror legitim ist, sondern nur darum, wie viel davon politisch nützlich erscheint. Der Mord an Zivilisten wird nicht grundsätzlich infrage gestellt. Er wird lediglich skaliert. Berechnet. Abgewogen.
Zehn Prozent wovon.
Zehn Prozent der Toten. Zehn Prozent der Entführten. Zehn Prozent der zerstörten Familien. Zehn Prozent der verbrannten Häuser.
Diese Logik kennt keine Moral. Sie kennt nur Nutzen.
Damit fällt die zentrale Maske der Palästinensischen Autonomiebehörde. Während sie international als möglicher zukünftiger Partner für eine Verwaltung Gazas gehandelt wird, zeigt sich in den eigenen Reihen ein Weltbild, das sich in der Grundfrage nicht von der Hamas unterscheidet.
Der Unterschied liegt nicht im Ziel, sondern im Stil.
Hamas handelt brutal und offen. Fatah argumentiert taktisch und politisch.
Doch beide akzeptieren Gewalt als legitimes Mittel.
Der Sprecher sprach offen darüber, dass das Ziel gewesen sei, der Welt zu zeigen, dass die Palästinenser unterdrückt seien. Der Weg dorthin sei falsch gewählt worden, nicht das Prinzip. Die Tötung israelischer Zivilisten erscheint in dieser Logik nicht als Verbrechen, sondern als Kommunikationsmittel.
Diese Denkweise ist gefährlich, weil sie rational wirkt. Sie spricht nicht in religiösen Parolen, sondern in politischen Kategorien. Sie klingt nicht fanatisch, sondern strategisch. Gerade deshalb ist sie so wirksam.
Denn sie erlaubt es, Terror zu relativieren, ohne ihn offen zu feiern.
Genau darin liegt das strukturelle Problem der palästinensischen Führung. Seit Jahren wird Gewalt nicht verurteilt, sondern umgedeutet. Wenn sie kritisiert wird, dann wegen ihrer Folgen, nicht wegen ihres Wesens.
Der 7. Oktober wird in diesem Denken nicht als moralischer Abgrund betrachtet, sondern als schlecht kalkulierte Aktion. Die Opfer tauchen in dieser Analyse nicht auf. Sie spielen keine Rolle. Sie sind Teil einer Rechnung, nicht Teil einer Tragödie.
Dass solche Aussagen ausgerechnet von einem Vertreter jener politischen Kraft kommen, die von Teilen der internationalen Gemeinschaft als mögliche Regierungsalternative in Gaza betrachtet wird, ist mehr als alarmierend.
Denn wer heute sagt, man hätte nur zehn Prozent dieses Massakers gebraucht, sagt indirekt auch, dass neunzig Prozent zu viel waren, nicht falsch.
Solange diese Haltung existiert, bleibt jede politische Lösung hohl.
Frieden setzt voraus, dass Gewalt gegen Zivilisten moralisch ausgeschlossen wird. Nicht taktisch reduziert, nicht politisch eingeordnet, sondern klar verworfen.
Wer dazu nicht bereit ist, will keinen Frieden. Er will bessere Bedingungen für den nächsten Angriff.
Diese Aussagen sind kein Ausrutscher. Sie sind ein Blick in das Denken hinter der Fassade. Und sie erklären, warum sich der Konflikt immer wieder erneuert.
Nicht weil es keine Lösungen gäbe. Sondern weil es auf der anderen Seite keine klare Absage an den Terror gibt.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot Youtube
Donnerstag, 22 Januar 2026