Kushner stellt Gaza-Zukunftsplan vor: Wirtschaft statt Terror bis 2035Kushner stellt Gaza-Zukunftsplan vor: Wirtschaft statt Terror bis 2035
In Davos präsentierte Jared Kushner einen umfassenden Wiederaufbauplan für den Gazastreifen. Ziel ist ein wirtschaftlicher Neuanfang mit Infrastruktur, Arbeitsplätzen und internationaler Kontrolle. Der Entwurf setzt bewusst auf Entwicklung statt Ideologie.
Während der Gazastreifen seit Jahren vor allem als Symbol für Gewalt, Zerstörung und politische Sackgassen wahrgenommen wird, wurde nun erstmals ein langfristiger wirtschaftlicher Zukunftsplan vorgestellt, der über bloße Nothilfe hinausgeht. In Davos legte Jared Kushner, Sondergesandter der US-Regierung und enger Vertrauter von Präsident Donald Trump, einen detaillierten Masterplan vor, der Gaza bis zum Jahr 2035 in ein regionales Wirtschaftszentrum verwandeln soll.
Der Ansatz markiert einen grundlegenden Kurswechsel. Nicht kurzfristige Hilfspakete, nicht politische Schlagworte, sondern wirtschaftliche Stabilität, funktionierende Infrastruktur und Beschäftigung sollen künftig im Mittelpunkt stehen. Der Plan geht davon aus, dass dauerhafte Ruhe nur dann entstehen kann, wenn Menschen reale Perspektiven erhalten.
Kern des Programms ist ein mehrstufiges Entwicklungsmodell, das sich geografisch von Süden nach Norden erstreckt. Der Wiederaufbau soll schrittweise erfolgen, beginnend in den südlichen Regionen rund um Rafah und Chan Junis. Erst danach sind die zentralen Gebiete und schließlich Gaza-Stadt vorgesehen. Damit soll verhindert werden, dass Ressourcen unkoordiniert verteilt werden oder erneut in instabile Machtstrukturen geraten.
Im Zentrum steht der Aufbau einer vollständig neuen Infrastruktur. Geplant sind moderne Verkehrsachsen, ein neuer Hafen, ein international kontrollierter Flughafen sowie ein erweitertes Grenzsystem, das legale Warenströme ermöglicht und gleichzeitig Sicherheitsinteressen berücksichtigt. Ergänzt wird dies durch ein Schienensystem für Güterverkehr und ein logistisches Hinterland, das Gaza erstmals an regionale Handelsketten anbinden soll.
Besonderes Gewicht legt der Plan auf wirtschaftliche Diversifizierung. Entlang der Mittelmeerküste sind touristische Zonen vorgesehen, darunter 180 gemischt genutzte Hochbauten für Wohnen, Handel und Dienstleistungen. Im Landesinneren sollen Industrieflächen entstehen, darunter Zonen für moderne Fertigung, Landwirtschaft, digitale Dienstleistungen und Rechenzentren mit einer Fläche von mehr als 25 Quadratkilometern.
Das wirtschaftliche Ziel ist ambitioniert. Das Bruttoinlandsprodukt Gazas soll innerhalb eines Jahrzehnts auf über 10 Milliarden Dollar steigen. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen soll auf über 13.000 Dollar pro Jahr anwachsen und erstmals ein stabiles Mittelschichtsniveau erreichen. Damit verbunden ist die Schaffung von mehr als 500.000 Arbeitsplätzen in Bauwesen, Industrie, Landwirtschaft, Technologie und Dienstleistungssektor.
Ein zentrales Element des Plans ist Ausbildung. Rund 1,5 Milliarden Dollar sind für berufliche Qualifizierungsprogramme vorgesehen. Junge Menschen sollen Fähigkeiten erwerben, die auf dem regionalen Arbeitsmarkt gefragt sind. Der Fokus liegt auf Technik, Handwerk, Logistik und digitaler Wirtschaft.
Zusätzlich ist ein Investitionsfonds in Höhe von 3 Milliarden Dollar geplant, der lokale Unternehmen fördern soll. Kleinbetriebe, Start-ups und Familienunternehmen sollen Zugang zu Mikrokrediten und Kapital erhalten. Damit soll verhindert werden, dass wirtschaftliche Macht erneut in den Händen weniger Akteure konzentriert wird.
Insgesamt veranschlagt der Plan Investitionen von mehr als 25 Milliarden Dollar. Die Finanzierung soll international erfolgen, unter klarer Aufsicht und mit strikten Kontrollmechanismen. Die Initiatoren betonen, dass Mittel nicht ohne Transparenz fließen sollen. Korruption, Machtmissbrauch und Zweckentfremdung gelten als zentrale Risiken, die von Beginn an ausgeschlossen werden müssen.
Der politische Hintergrund ist eindeutig. Der Plan geht davon aus, dass Gaza langfristig nicht von Terrororganisationen regiert werden darf. Wirtschaftliche Entwicklung sei nur möglich, wenn bewaffnete Strukturen entmachtet werden und zivile Verwaltung unter internationaler Kontrolle steht.
Für Israel ist dieser Ansatz von besonderer Bedeutung. Ein wirtschaftlich stabiler Gazastreifen würde nicht nur humanitäre Entlastung bedeuten, sondern auch sicherheitspolitische Perspektiven eröffnen. Armut, Perspektivlosigkeit und Abhängigkeit gelten seit Jahren als Nährboden für Radikalisierung.
Ob das Projekt Realität wird, hängt von vielen Faktoren ab. Politische Stabilität, internationale Kooperation und die Bereitschaft regionaler Akteure sind entscheidend. Doch erstmals liegt ein strukturiertes Konzept vor, das Gaza nicht als ewiges Krisengebiet behandelt, sondern als Raum mit wirtschaftlichem Potenzial.
Der Entwurf aus Davos ist kein Friedensabkommen. Er ist auch kein politischer Statusplan. Er ist ein Versuch, Realität zu schaffen, bevor Ideologie erneut alles zerstört.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild Pixabay
Donnerstag, 22 Januar 2026