Ehemalige Hamas-Geisel Emily Damari macht ihrer Partnerin öffentlich Heiratsantrag

Ehemalige Hamas-Geisel Emily Damari macht ihrer Partnerin öffentlich Heiratsantrag


Ein Moment der Liebe nach unvorstellbarem Terror. In Israel sorgt der Antrag von Emily Damari für tiefe Emotionen und große Aufmerksamkeit.

Ehemalige Hamas-Geisel Emily Damari macht ihrer Partnerin öffentlich Heiratsantrag

Israel erlebt dieser Tage einen Augenblick, der weit über eine persönliche Liebesgeschichte hinausgeht. Emily Damari, die im Januar 2025 nach rund 500 Tagen aus der Geiselhaft der Hamas freikam, hat ihrer Partnerin Danielle Amit einen Heiratsantrag gemacht. Der Antrag fand im Rahmen einer Gedenkveranstaltung statt, die an ihre Freilassung aus Gaza erinnerte.

In einem Video, das sich rasch in sozialen Netzwerken verbreitete, ist zu sehen, wie Damari in weißer Kleidung vor Amit niederkniet und um ihre Hand anhält. Der Moment ist ruhig, emotional und voller Symbolkraft. Für viele Israelis steht er für etwas, das nach dem 7. Oktober lange unmöglich schien. Hoffnung.

Damari war erst 23 Jahre alt, als sie aus ihrem Zuhause im Kibbuz Kfar Aza verschleppt wurde. Gemeinsam mit den Zwillingen Gali und Ziv Berman geriet sie in die Gewalt der Hamas. Monate voller Angst, Isolation und völliger Abhängigkeit folgten. Erst im Januar 2025 kehrte sie nach Israel zurück, gemeinsam mit Romi Gonen und Doron Steinbrecher.

Seit ihrer Rückkehr tritt Damari immer wieder öffentlich auf. Nicht als Symbolfigur, sondern als junge Frau, die überlebt hat und spricht, weil Schweigen keine Option mehr ist.

Verborgene Identität in Gefangenschaft

Besonders erschütternd sind ihre Berichte über das Leben in der Geiselhaft. Damari erzählte in einem Interview mit dem israelischen Sender N12, dass sie während der gesamten Zeit gezwungen war, ihre sexuelle Orientierung zu verbergen. Sie wusste, dass Offenheit lebensgefährlich gewesen wäre.

Sie erklärte, dass Homosexualität aus Sicht ihrer Entführer als Krankheit gelte. In einem Gespräch mit einem Bewacher fragte sie, was dieser tun würde, wenn sein Bruder homosexuell wäre. Die Antwort, so Damari, habe sie bis heute nicht losgelassen. Er würde ihn töten.

Aus Angst sprach sie weder über ihre Gefühle noch über ihr Privatleben. Immer wieder sei sie nach ihrem Familienstand gefragt worden. Sie habe stets knapp geantwortet, nicht verheiratet zu sein, und versucht, keine weiteren Informationen preiszugeben. Jede falsche Bemerkung hätte fatale Folgen haben können.

Diese Aussagen verdeutlichen, wie existenziell bedroht sie nicht nur als Israelin, sondern auch als junge Frau mit eigener Identität war. Die Geiselhaft bedeutete nicht nur körperliche Gefangenschaft, sondern die vollständige Verleugnung der eigenen Person.

Liebe als Antwort auf Terror

Im Juni 2025 machten Emily Damari und Danielle Amit ihre Beziehung öffentlich. Amit ist als Social-Media-Influencerin bekannt, Damari wurde zunehmend zu einer Stimme für ehemalige Geiseln und Betroffene. Ihre Verbindung stand von Beginn an unter öffentlicher Aufmerksamkeit, doch sie begegneten ihr mit Offenheit und Ruhe.

Der Heiratsantrag nun ist mehr als ein romantischer Moment. Für viele Menschen in Israel symbolisiert er eine stille, aber kraftvolle Antwort auf den Terror der Hamas. Dort, wo versucht wurde, Menschen zu brechen, entsteht neues Leben. Dort, wo Identität ausgelöscht werden sollte, wird sie nun öffentlich bejaht.

Der Antrag während einer Gedenkveranstaltung war bewusst gewählt. Nicht als Provokation, sondern als Aussage. Erinnerung und Zukunft gehören zusammen. Schmerz und Hoffnung schließen einander nicht aus.

Viele Israelis reagierten bewegt. Politiker, ehemalige Geiseln, Angehörige von Entführten und einfache Bürger teilten das Video. Nicht aus Sensationslust, sondern weil es einen seltenen Moment zeigte. Einen Augenblick, in dem Überleben nicht nur bedeutet, zurückzukehren, sondern weiterzuleben.

Ein persönlicher Schritt mit gesellschaftlicher Bedeutung

Emily Damari steht stellvertretend für viele junge Menschen, deren Leben am 7. Oktober gewaltsam zerrissen wurde. Ihre Geschichte ist eine von vielen, doch sie spricht etwas aus, das oft unausgesprochen bleibt. Dass Terror nicht nur Körper verletzt, sondern Identität bedroht.

Ihr öffentlicher Antrag ist kein politisches Statement im klassischen Sinn. Und doch trägt er eine klare Botschaft. Die Hamas wollte Angst, Unterwerfung und Schweigen. Was geblieben ist, ist das Gegenteil. Sichtbarkeit. Würde. Liebe.

Emily Damari hat überlebt. Und sie hat sich entschieden, nicht im Schatten der Gewalt zu bleiben.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot Instagram


Samstag, 24 Januar 2026

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