Israelische Armee sucht in Gaza nach Leichnam der getöteten Geisel Ran Gvili

Israelische Armee sucht in Gaza nach Leichnam der getöteten Geisel Ran Gvili


Die israelische Armee hat im Norden des Gazastreifens eine gezielte Operation zur Auffindung der sterblichen Überreste der Geisel Ran Gvili begonnen. Neue Geheimdienstinformationen deuten auf ein mögliches Grab in einem muslimischen Friedhof hin.

Israelische Armee sucht in Gaza nach Leichnam der getöteten Geisel Ran Gvili

Die israelischen Streitkräfte haben am Sonntagabend bestätigt, dass sie derzeit eine laufende Operation im Norden des Gazastreifens durchführen, um den Leichnam der getöteten israelischen Geisel Ran Gvili zu lokalisieren. Nach Angaben des Militärs basiert der Einsatz auf neuen geheimdienstlichen Erkenntnissen, die in den vergangenen Tagen zusammengetragen wurden.

Demnach begannen bereits am Wochenende verdeckte Aktivitäten, um mögliche Hinweise auf den Aufenthaltsort von Gvilis sterblichen Überresten zu überprüfen. Die Armee erklärte, der Einsatz könne mehrere Stunden, möglicherweise aber auch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Nach Einschätzung militärischer Stellen besteht die Vermutung, dass Gvili in den ersten Wochen des Krieges getötet und anschließend im Gebiet Schejaiya Daraj Tuffah im Norden Gazas begraben wurde. Konkret geht es um einen muslimischen Friedhof nahe der israelisch kontrollierten Grenzlinie.

Nach Informationen des Armeesenders soll es zwei bis drei mögliche Orte gegeben haben, an denen der Leichnam vermutet wurde. Die jüngsten Erkenntnisse hätten jedoch dazu geführt, dass sich der Fokus nun auf den genannten Friedhof richte.

Die israelische Armee teilte mit, dass die entscheidenden Hinweise nicht direkt von der Hamas stammen. Vielmehr seien während der Vernehmung kürzlich festgenommener Terroristen neue Informationen gewonnen worden. Parallel dazu seien auch die Vermittlerstaaten informiert worden, die die Einschätzungen inzwischen als plausibel bewerten.

Derzeit durchsuchen israelische Einheiten rund 170 Gräber in dem betroffenen Areal. Sollte dort kein Hinweis gefunden werden, könnte eine Ausweitung der Suchmaßnahmen auf weitere Teile des Friedhofs notwendig werden.

Militärische Quellen wiesen zugleich darauf hin, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass bewusst falsche Informationen weitergegeben wurden. Auch wird geprüft, ob Angehörige des Palästinensischen Islamischen Dschihad an der Bestattung beteiligt gewesen sein könnten. Nach dieser Einschätzung sei es möglich, dass die Täter nicht wussten, dass es sich bei dem Getöteten um einen israelischen Soldaten handelte.

Nach Angaben des Militärs wird die Operation von regulären und reservistischen Einheiten durchgeführt. Zusätzlich sind Spezialkräfte, Ingenieurtruppen sowie forensische Experten vor Ort. Auch Militärgeistliche begleiten den Einsatz, um im Fall eines Fundes eine schnelle Identifizierung zu ermöglichen.

Die erste Identifizierung soll über Fingerabdrücke erfolgen. Falls dies nicht möglich ist, würden anschließend zahnmedizinische oder genetische Untersuchungen durchgeführt.

Die Entscheidung zur Durchführung der Operation fiel nach zusätzlichen geheimdienstlichen Erkenntnissen, die erst in den vergangenen Tagen eine ausreichende Grundlage für einen gezielten Einsatz geschaffen hätten. Zuvor habe es zwar Hinweise gegeben, diese seien jedoch nicht belastbar genug gewesen.

Die verstärkten Suchmaßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund politischer Spannungen rund um den Grenzübergang Rafah. In Israel wird befürchtet, dass eine Öffnung des Übergangs erfolgen könnte, bevor die sterblichen Überreste der letzten noch nicht zurückgeführten Geisel geborgen werden.

Ran Gvili gilt als die letzte israelische Geisel, deren Verbleib bislang nicht abschließend geklärt ist. Die Armee betonte, man setze alles daran, Gewissheit zu schaffen und den Angehörigen Klarheit zu ermöglichen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Hostages and Missing Families Forum


Montag, 26 Januar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage