Trumps „Board of Peace“ startet offiziell neue internationale Struktur soll Gaza begleitenTrumps „Board of Peace“ startet offiziell neue internationale Struktur soll Gaza begleiten
Eine Woche nach der Vorstellung in Davos nimmt das neue Gremium seine öffentliche Arbeit auf. Das Board soll den Waffenstillstand stützen und internationale Verantwortung bündeln.
Eine Woche nach seiner offiziellen Gründung beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat das von US-Präsident Donald Trump initiierte „Board of Peace“ seine öffentliche Tätigkeit aufgenommen. Das neue internationale Gremium ist nun mit einem eigenen Auftritt auf der Plattform X präsent und beginnt, Mitgliedsstaaten offiziell willkommen zu heißen.
Das Board of Peace wurde als internationale Struktur geschaffen, um die nächste Phase des Waffenstillstands im Gazastreifen zu begleiten und internationale Verantwortung für politische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Prozesse zu bündeln. Dabei ist vorgesehen, dass das Gremium nicht als Konfliktpartei agiert, sondern als übergeordneter Rahmen, der Umsetzung, Kontrolle und internationale Koordination ermöglichen soll.
Nach Angaben des Weißen Hauses wurde das Board am 22. Januar in Davos offiziell ratifiziert. Präsident Donald Trump unterzeichnete dort die Gründungscharta und übernahm den Vorsitz des Gremiums. Begleitet wurde er von Vertretern mehrerer Staaten, die sich an der internationalen Initiative beteiligen wollen.
In der Erklärung des Weißen Hauses heißt es, das Board of Peace solle dazu beitragen, Gaza von einer Region dauerhafter Instabilität in einen Raum mit langfristiger Perspektive zu überführen. Dazu zählen insbesondere die Koordinierung internationaler Mittel, die Begleitung administrativer Reformen sowie die Unterstützung weiterer Phasen der Entmilitarisierung und des Wiederaufbaus.
Inzwischen zählt das Board 26 Mitgliedsstaaten. Über seinen offiziellen X-Account begrüßte das Gremium unter anderem Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Albanien, Bahrain, Belarus, Bulgarien, Kambodscha, El Salvador, Ägypten, Ungarn, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Kuwait, Mongolei, Marokko, Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan und Vietnam.
Bereits bei der Unterzeichnung in Davos war deutlich geworden, dass das Board bewusst als internationales Begleitgremium konzipiert ist und nicht als Zusammenschluss der direkten Konfliktparteien. Israel war daher nicht Teil der formellen Zeremonie, da das Gremium ausdrücklich nicht als bilaterales oder trilaterales Verhandlungsformat angelegt ist, sondern als übergeordnete Struktur mit koordinierender Funktion.
Diese Konstruktion soll ermöglichen, dass politische, humanitäre und wirtschaftliche Prozesse begleitet werden, ohne dass eine Konfliktpartei zugleich über sich selbst wacht. Die Rolle Israels ist daher nicht die eines Mitglieds, sondern die eines sicherheitspolitischen Bezugspunkts, dessen Interessen und Anforderungen in den Gesprächen berücksichtigt werden müssen.
Parallel zur Gründung des Boards wurde zudem ein untergeordnetes Exekutivgremium angekündigt, das sich operativ mit der Verwaltung Gazas befassen soll. Dieses sogenannte Executive Board soll Vertreter regionaler Akteure umfassen und unter der Aufsicht des Board of Peace arbeiten. Genau diese Ebene gilt in Jerusalem als besonders sensibel.
Das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu hatte bereits im Januar klargestellt, dass Ankündigungen zur Zusammensetzung eines solchen Exekutivgremiums nicht mit Israel abgestimmt gewesen seien. Gleichzeitig betonte Jerusalem jedoch, dass es im Austausch mit zentralen internationalen Akteuren bleibe.
Am 8. Januar traf Netanjahu mit Nickolay Mladenov zusammen, der als High Representative des Board of Peace für Gaza vorgesehen ist. Das Treffen machte deutlich, dass Israel die internationale Initiative aufmerksam begleitet, ohne formell Teil ihrer Struktur zu sein.
Für Israel ist dabei entscheidend, dass jede internationale Konstruktion konkrete sicherheitspolitische Bedingungen erfüllt. Dazu zählen insbesondere die nachhaltige Entmilitarisierung des Gazastreifens, die Verhinderung eines Wiederaufbaus terroristischer Strukturen und klare Kontrollmechanismen.
Das Board of Peace steht damit am Anfang seiner Arbeit. Während Washington das Projekt als historischen Schritt darstellt, wird sich seine tatsächliche Relevanz daran messen lassen müssen, ob es nicht nur politische Koordination schafft, sondern reale Stabilität ermöglicht.
Ob das neue Gremium diesen Anspruch erfüllen kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn die nächste Phase des Waffenstillstands umgesetzt werden soll.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/55057181840/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182291635
Mittwoch, 28 Januar 2026