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Israels Sicherheitschefs in Washington: Der Moment der Entscheidung rückt näher

Israels Sicherheitschefs in Washington: Der Moment der Entscheidung rückt näher


Während Iran offen droht und Europa erst spät reagiert, suchen Israels Geheimdienstchefs in Washington das direkte Gespräch. Die Botschaft ist eindeutig: Die Zeit der Illusionen ist vorbei, jetzt geht es um konkrete Vorbereitung.

Israels Sicherheitschefs in Washington: Der Moment der Entscheidung rückt näher

Israel bereitet sich auf eine Phase vor, in der Entscheidungen nicht mehr vertagt werden können. Der Besuch der beiden wichtigsten Sicherheitsköpfe des Landes in den Vereinigten Staaten ist kein Routineaustausch, sondern ein politisches Signal.

Der Chef des militärischen Nachrichtendienstes der israelischen Armee, Generalmajor Schlomi Binder, sowie Mossad Direktor David Barnea reisten in kurzem zeitlichen Abstand nach Washington. Zwei Besuche, ein Ziel. Die strategische Abstimmung mit den Vereinigten Staaten im Umgang mit dem iranischen Regime.

Barnea traf bereits am 16. Januar in den USA ein. Dort führte er Gespräche mit dem amerikanischen Nahostgesandten Steve Witkoff sowie mit weiteren hochrangigen Vertretern der nationalen Sicherheitsarchitektur. Der Zeitpunkt war kein Zufall. Nur zwei Tage zuvor hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit US Präsident Donald Trump telefoniert. Nach Angaben aus ausländischen Sicherheitskreisen drängte Netanjahu darauf, mögliche militärische Schritte gegen Iran erst dann zu erwägen, wenn ausreichend amerikanische Kräfte in der Region stationiert seien, sowohl zur Abschreckung als auch zum Schutz Israels.

Kurz darauf folgte der zweite Teil dieser israelischen Sicherheitsoffensive. Generalmajor Binder traf in dieser Woche mit führenden Vertretern des amerikanischen Militärs zusammen. Parallel lief die letzte Phase der amerikanischen Truppenverlegung in den Nahen Osten. Mit dem Eintreffen des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln wurde die militärische Präsenz der USA deutlich verstärkt.

Das zeitliche Zusammenspiel ist eindeutig. Israel sucht nicht abstrakte Rückendeckung, sondern konkrete Koordination.

Nach Informationen aus internationalen Sicherheitskreisen ging es in den Gesprächen vor allem um die Weitergabe israelischer Erkenntnisse zu möglichen Zielen innerhalb Irans. Dabei stehen nicht nur militärische Einrichtungen im Fokus, sondern auch jene Strukturen, die das Machtgefüge des Regimes tragen.

Hier zeigt sich die bewusste Arbeitsteilung zwischen den beiden israelischen Sicherheitsdienste. Der militärische Nachrichtendienst betrachtet Iran aus operativer Perspektive. Welche Wirkung können amerikanische Luftstreitkräfte entfalten. Welche militärischen Kapazitäten sind realistisch ausschaltbar. Welche Folgen hätte ein gezielter Schlag für die regionale Stabilität.

Der Mossad wiederum bringt jene Expertise ein, die weit über Karten und Koordinaten hinausgeht. Der Fokus liegt auf dem iranischen Atomprogramm, auf inneren Machtverschiebungen, auf der Stimmung in der Bevölkerung und auf der Frage, wie stabil das Regime tatsächlich noch ist. Barnea gilt seit Jahren als einer der profundesten Kenner der iranischen Sicherheitsarchitektur.

Bereits nach dem Krieg im Juni 2025 hatte er in einer ungewöhnlich offenen Stellungnahme erklärt, Israel werde auch künftig präsent bleiben. Eine klare Warnung an Teheran, dass israelische Fähigkeiten nicht an Grenzen enden.

Der Hintergrund dieser Gespräche ist bekannt. Im vergangenen Jahr eliminierte Israel zahlreiche hochrangige iranische Militärs und Geheimdienstoffiziere sowie mehrere führende Atomwissenschaftler. Diese Schläge trafen das Regime empfindlich, haben es jedoch nicht handlungsunfähig gemacht. Im Gegenteil. Teheran reagierte mit offenen Drohungen, auch gegen Tel Aviv.

Für Israel ist damit eine rote Linie erreicht. Das iranische Regime führt keinen verdeckten Konflikt mehr. Es spricht offen über Angriffe, über Vergeltung, über Eskalation. Gleichzeitig setzt es weiterhin auf Stellvertreterorganisationen, die den jüdischen Staat an mehreren Fronten bedrohen.

In dieser Lage kann sich Jerusalem keine strategische Unklarheit leisten. Die Besuche in Washington zeigen, dass Israel auf zweierlei setzt. Auf militärische Abschreckung und auf enge Abstimmung mit dem einzigen Verbündeten, der über die nötige globale Durchsetzungskraft verfügt.

Die Vereinigten Staaten wiederum stehen vor einer heiklen Abwägung. Einerseits ist das iranische Regime so geschwächt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andererseits birgt jeder militärische Schritt das Risiko einer regionalen Kettenreaktion. Genau deshalb sind diese Gespräche von solcher Bedeutung.

Es geht nicht mehr um die Frage, ob Iran eine Bedrohung darstellt. Diese Debatte ist entschieden. Es geht um das Wie und das Wann.

Israels Führung sendet dabei eine klare Botschaft. Man wird nicht warten, bis Bedrohungen Realität werden. Man wird handeln, wenn es notwendig ist. Aber nicht unkoordiniert, nicht unvorbereitet und nicht ohne strategische Absicherung.

Dass sowohl der Mossad Chef als auch der Leiter des militärischen Nachrichtendienstes persönlich in Washington vorstellig werden, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage. Solche Reisen finden nicht statt, um Lageberichte vorzulesen. Sie finden statt, wenn Entscheidungen näher rücken.

Während Europa langsam beginnt, das iranische Regime beim Namen zu nennen, ist Israel längst in der Phase der konkreten Sicherheitsplanung angekommen. Für Jerusalem ist Iran kein theoretisches Problem, sondern eine existenzielle Bedrohung.


Autor: Redaktion
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Donnerstag, 29 Januar 2026

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