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Israel will Hilfslieferungen nach Gaza begrenzen um Hamas die Kontrolle zu entziehen

Israel will Hilfslieferungen nach Gaza begrenzen um Hamas die Kontrolle zu entziehen


Die israelische Armee empfiehlt eine deutliche Reduzierung der täglichen Hilfslieferungen nach Gaza. Nach internen Bewertungen dienen große Teile der bisherigen Lieferungen nicht der Bevölkerung, sondern stabilisieren gezielt die Macht der Hamas.

Israel will Hilfslieferungen nach Gaza begrenzen um Hamas die Kontrolle zu entziehen

Mit Beginn der zweiten Phase des von den Vereinigten Staaten vermittelten Waffenruheabkommens plant Israel eine grundlegende Kurskorrektur bei der humanitären Versorgung des Gazastreifens. Nach Einschätzung der israelischen Armee soll die Zahl der täglich einfahrenden Hilfstransporte von bislang bis zu 600 auf rund 200 Lastwagen reduziert werden.

Die Empfehlung beruht auf umfassenden fachlichen Analysen vor und nach dem Krieg. Nach israelischer Bewertung entspricht eine tägliche Lieferung von etwa 200 Lastwagen dem realen Bedarf der Zivilbevölkerung. Alles, was darüber hinaus in den Gazastreifen gelangt, wird nach Erkenntnissen der Sicherheitsdienste in großem Umfang von der Hamas übernommen.

Nach Angaben aus militärischen Kreisen werden nahezu sämtliche Lieferungen oberhalb dieser Grenze systematisch von der Terrororganisation abgefangen. Insbesondere bei hohen Liefermengen habe die Hamas die Möglichkeit, Hilfsgüter zu lagern, weiterzuverkaufen und gezielt zur Machtsicherung einzusetzen. Lebensmittel, Treibstoff und medizinische Güter würden so zu politischen Werkzeugen.

Die israelische Armee betont, dass die hohen Lieferzahlen während der ersten Phase der Waffenruhe im Oktober 2025 eine Ausnahme darstellten. Damals sei Israel verpflichtet gewesen, täglich bis zu 600 Lastwagen passieren zu lassen. Ziel sei es gewesen, die Grundversorgung nach Monaten intensiver Kämpfe wiederherzustellen und zugleich Vertrauen gegenüber der Regierung von US Präsident Donald Trump aufzubauen.

Für die zweite Phase bestehe nach israelischer Einschätzung jedoch keine Verpflichtung mehr, dieses außergewöhnlich hohe Niveau aufrechtzuerhalten. Vor dem Krieg lag die durchschnittliche Zahl der Hilfstransporte bei rund 200 Lastwagen pro Tag. Diese Menge habe über Jahre hinweg ausgereicht, um die zivile Versorgung sicherzustellen.

Zudem weisen israelische Stellen darauf hin, dass internationale Hilfsorganisationen zunehmend an ihre logistischen Grenzen stoßen. Die dauerhafte Abwicklung von 600 täglichen Transporten sei kaum noch praktikabel und führe nicht zu einer besseren Verteilung, sondern zu Chaos, Überlastung und Missbrauch.

Hamas nutzt Hilfe zur Machtsicherung

Aus israelischer Sicht liegt das Kernproblem nicht in der Menge der Hilfe, sondern in ihrer Kontrolle. Solange die Hamas Zugriff auf Verteilstrukturen hat, wird jede zusätzliche Lieferung zu einem Instrument ihrer Herrschaft.

Die Terrororganisation entscheidet, wer versorgt wird und wer nicht. Hilfsgüter werden eingesetzt, um Loyalität zu erzwingen, Gegner zu bestrafen und Abhängigkeiten zu schaffen. Genau dieser Mechanismus soll durch die Reduzierung der Lieferungen geschwächt werden.

Israel betont, dass humanitäre Hilfe weiterhin gewährleistet bleiben soll. Ziel sei nicht die Einschränkung der Versorgung, sondern die Unterbindung des systematischen Missbrauchs durch die Hamas.

Zivile Verwaltung nur scheinbar entkoppelt

Parallel zur Debatte über Hilfslieferungen analysiert die israelische Armee die künftige zivile Verwaltung Gazas. Nach Einschätzung der Sicherheitsdienste wird die Hamas formell einer neuen Verwaltungsstruktur zustimmen, ohne ihre tatsächliche Kontrolle aufzugeben.

Im Zentrum steht das geplante Nationale Komitee zur Verwaltung Gazas, ein Gremium palästinensischer Technokraten. Nach israelischer Bewertung handelt es sich dabei um einen taktischen Rückzug der Hamas, nicht um einen Machtverzicht.

Das Modell erinnere stark an die Vorgehensweise der Hisbollah im Libanon. Nach außen tritt eine zivile Struktur auf, während die entscheidenden Hebel im Hintergrund weiter von der Terrororganisation gehalten werden.

Nach Darstellung der Armee gliedert sich die Verwaltung künftig in drei Ebenen. An der Spitze steht das Technokratenkomitee. Darunter folgen regionale Verwaltungsstellen und schließlich lokale Behörden. Gerade diese beiden unteren Ebenen seien nahezu vollständig mit Hamas Funktionären oder eng verbundenen Personen besetzt.

Selbst wenn das neue Gremium seine Arbeit aufnimmt, werde es Monate dauern, bis überhaupt funktionierender Kontakt zu diesen Strukturen besteht. Erst danach könne theoretisch mit einem schrittweisen Austausch einzelner Funktionäre begonnen werden.

Doch auch hier bleibt die Einschätzung nüchtern. Viele lokale Beamte seien tief in die Strukturen der Hamas eingebunden. Andere verfügten über eine lose Loyalität, die möglicherweise aufgebrochen werden könne. Ein echter Machtverlust der Hamas sei dadurch jedoch nicht zu erwarten.

Hamas gibt Kontrolle nur vorübergehend ab

Die israelische Armee rechnet damit, dass die Hamas punktuell den Eindruck eines Rückzugs erwecken wird. Einzelne zivile Funktionäre könnten ausgetauscht werden, um internationalen Akteuren Kooperationsbereitschaft zu signalisieren.

Gleichzeitig werde die Terrororganisation weiterhin zentrale Einrichtungen kontrollieren. Dazu zählen große Krankenhäuser, Wasserbehörden, Energieversorgung und Schlüsselpositionen im Bildungswesen. Diese Bereiche gelten als strategisch entscheidend für Einfluss, Rekrutierung und langfristige Kontrolle der Bevölkerung.

Langfristig erwartet Israel eine Mischform aus verdeckter Herrschaft und begrenztem Personalwechsel. Dieses Modell könne Stabilität vortäuschen, werde aber nicht zu einer tatsächlichen Entmachtung der Hamas führen.

Nach Einschätzung der Armee wäre ein solcher Machtverlust nur durch anhaltenden politischen und militärischen Druck möglich. Ohne diesen bleibe jede zivile Übergangslösung eine Fassade.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By U.S. Army photo by Sgt. 1st Class Malcolm Cohens-Ashley - This image was released by the United States Army with the ID 251125-A-GG328-3846 (next).This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing.العربية ∙ বাংলা ∙Bahaso Jambi ∙Deutsch ∙ Deutsch (Sie-Form) ∙ English ∙ español ∙ euskara ∙ فارسی ∙ français ∙ italiano ∙ 日本語 ∙ 한국어 ∙ македонски ∙ മലയാളം ∙ Plattdüütsch ∙ Nederlands ∙ polski ∙ پښتو ∙ português ∙ русский ∙ slovenščina ∙ svenska ∙ Türkçe ∙ українська ∙ 简体中文 ∙ 繁體中文 ∙ +/−, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=179857486
Freitag, 30 Januar 2026



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