Unterstützung benötigt: haOlam.de kann ohne Ihre Hilfe 2026 nicht vollständig weiterarbeiten.
Trump spricht von Dialog, während Kriegsschiffe vor Israel ankern

Trump spricht von Dialog, während Kriegsschiffe vor Israel ankern


Der US Präsident erklärt, er wolle keinen Krieg mit Iran. Gleichzeitig erreicht ein weiterer amerikanischer Zerstörer den Hafen von Eilat. Zwischen diplomatischen Aussagen und militärischer Realität wächst in Israel die Sorge, dass Entscheidungen längst gefallen sind.

Trump spricht von Dialog, während Kriegsschiffe vor Israel ankern

Während US Präsident Donald Trump öffentlich erklärt, die Vereinigten Staaten würden einen Angriff auf Iran lieber vermeiden, verlegt Washington weiter massive militärische Kräfte in den Nahen Osten. Innerhalb von 48 Stunden lief der amerikanische Zerstörer USS Delbert D. Black in die Region ein und machte schließlich im Hafen von Eilat fest. Damit befinden sich inzwischen sechs US Zerstörer, ein Flugzeugträger sowie mehrere weitere Kriegsschiffe im Einsatzgebiet.

Trump äußerte sich am Donnerstag gegenüber Journalisten am Rande einer Veranstaltung in Washington. Er sagte, er plane Gespräche mit Iran und hoffe, die militärischen Mittel nicht einsetzen zu müssen. Details zu Zeitpunkt, Format oder möglichen Unterhändlern nannte er nicht.

Gleichzeitig bestätigten amerikanische Regierungsvertreter, dass die militärische Bereitschaft im Nahen Osten weiter erhöht werde. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, das US Militär sei auf jede Entscheidung des Präsidenten vorbereitet.

Die Diskrepanz zwischen Worten und militärischer Realität ist auffällig.

Massive Aufrüstung trotz Gesprächssignalen

Nach Angaben amerikanischer Stellen befinden sich derzeit rund 30.000 bis 40.000 US Soldaten an mindestens acht Stützpunkten im Nahen Osten. Diese Einrichtungen liegen allesamt in Reichweite tausender iranischer Drohnen und ballistischer Raketen.

Neben der USS Delbert D. Black operieren weitere Zerstörer im Roten Meer und im Persischen Golf. Hinzu kommen ein Flugzeugträgerverband sowie mehrere sogenannte Littoral Combat Ships. Parallel wurden zusätzliche Luftabwehrsysteme in Jordanien stationiert und Aufklärungsflugzeuge in die Region verlegt.

Offiziell spricht das israelische Militär von routinemäßigen, langfristig geplanten Kooperationen. Doch in Jerusalem wird diese Konzentration von Kräften als klares Signal verstanden.

Israelische Sicherheitskreise gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten die Phase bloßer Abschreckung längst verlassen haben. Die militärische Infrastruktur deutet darauf hin, dass operative Optionen vorbereitet werden.

Iran bereitet sich offen auf Konfrontation vor

Auch in Teheran wird nicht von Deeskalation gesprochen. Nach Berichten aus iranischen Sicherheitskreisen erhielt die Revolutionsgarde zuletzt eine Lieferung von tausend neuen Drohnen. Gleichzeitig geht das Regime weiterhin brutal gegen die eigene Bevölkerung vor.

US Präsident Trump bestätigte laut israelischem Rundfunk, dass es in den vergangenen Tagen bereits Kontakte mit Iran gegeben habe. Dabei habe er dem Regime zwei klare Forderungen übermittelt: keine Atomwaffen und ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten.

Die iranische Führung zeigt bislang keinerlei Bereitschaft, darauf einzugehen. Stattdessen wird in staatsnahen Medien offen davon gesprochen, dass ein Abkommen mit den USA teurer wäre als ein militärischer Konflikt.

Parallel dazu drohen iranische Vertreter erneut mit Angriffen auf Israel im Falle eines amerikanischen Militärschlags.

Israel rechnet mit iranischer Antwort über seine Grenzen

In Jerusalem herrscht keine Illusion darüber, wie ein möglicher Konflikt verlaufen würde. Sollte die USA militärisch handeln, rechnen israelische Sicherheitskreise nicht mit direkten Angriffen auf amerikanisches Territorium, sondern mit Vergeltung über Israel.

Raketen, Drohnen und Stellvertreter stehen bereit. Hisbollah im Norden, iranische Milizen in Syrien und im Irak sowie verbliebene Terrorstrukturen im Gazastreifen bilden das bekannte Muster iranischer Kriegsführung.

Israels politische Führung geht davon aus, dass selbst ein begrenzter amerikanischer Schlag massive regionale Folgen hätte. Ein Angriff auf iranische Nuklearanlagen oder ballistische Raketenstellungen würde das Regime kaum stürzen, könnte aber eine neue Eskalationsstufe auslösen.

Genau davor warnen israelische Entscheidungsträger intern seit Tagen.

Druck der Region, Zögern in Washington

Während Israel sich auf jedes Szenario vorbereitet, wächst der internationale Druck auf Washington. Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, Oman und die Türkei versuchen, zwischen den USA und Iran zu vermitteln. Ziel ist es, eine militärische Eskalation zu verhindern.

Doch nach Einschätzung regionaler Diplomaten sind diese Bemühungen bislang gescheitert. Gespräche über Irans Atomprogramm und sein Raketenarsenal haben keine Fortschritte gebracht.

Auch wirtschaftliche Überlegungen spielen eine Rolle. Analysten warnen vor massiven Folgen für den Ölmarkt. Bereits jetzt steigen die Preise aufgrund der Angst vor einer Blockade der Straße von Hormus.

Dennoch betonen israelische Sicherheitskreise, dass wirtschaftliche Risiken kein Argument sein dürfen, wenn es um eine existentielle Bedrohung geht.

Zwischen Hoffnung und Realität

Trump betont weiterhin, er wolle keinen Krieg. Doch aus israelischer Sicht ist diese Haltung gefährlich, wenn sie nicht von klaren Konsequenzen begleitet wird.

Iran hat in den vergangenen Jahrzehnten jede Verhandlungsphase genutzt, um Zeit zu gewinnen. Zeit für Urananreicherung, Zeit für Raketenprogramme, Zeit für den Ausbau seiner Terrornetzwerke.

Die amerikanischen Kriegsschiffe vor Israels Küste sind deshalb mehr als Abschreckung. Sie sind ein stilles Eingeständnis, dass Diplomatie allein nicht mehr trägt.

In Jerusalem weiß man: Wenn Entscheidungen fallen, wird Israel nicht Zuschauer sein, sondern Ziel.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/54822870395/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182655873
Freitag, 30 Januar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage