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Iran erklärt Europas Armeen zu Terroristen ein gefährlicher Schritt gegen den Westen

Iran erklärt Europas Armeen zu Terroristen ein gefährlicher Schritt gegen den Westen


Teheran reagiert auf die Einstufung der Revolutionsgarden mit offener Drohung. Europas Streitkräfte gelten aus iranischer Sicht nun als Terrororganisationen. Was wie politische Rhetorik klingt, ist in Wahrheit ein weiterer Bruch mit jeder internationalen Ordnung.

Iran erklärt Europas Armeen zu Terroristen ein gefährlicher Schritt gegen den Westen

Die Führung in Teheran hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Als Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Union, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen, erklärte das Regime nun seinerseits die Armeen mehrerer EU-Staaten zu „terroristischen Gruppen“. Was auf den ersten Blick wie Trotz wirkt, ist in Wahrheit Ausdruck eines Systems, das sich immer weiter von Realität, Verantwortung und internationalem Recht entfernt.

Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf verkündete den Schritt öffentlich im Parlament. Abgeordnete erschienen demonstrativ in Uniformen der Revolutionsgarden, jenem Machtapparat, der seit Jahrzehnten für Unterdrückung im Inneren, Terrorfinanzierung im Ausland und militärische Expansion in der Region steht. Die Botschaft war eindeutig: Das Regime stellt sich demonstrativ hinter jene Organisation, die für die blutigste Niederschlagung von Protesten seit der Gründung der Islamischen Republik verantwortlich ist.

Die Entscheidung der Europäischen Union, die Revolutionsgarden auf die Terrorliste zu setzen, kam nicht aus dem Nichts. Sie folgte auf monatelange Berichte über Massenverhaftungen, Hinrichtungen, Folter und das brutale Vorgehen gegen Demonstrierende. Die EU zog damit eine politische Konsequenz aus einer Realität, die nicht länger zu leugnen war.

Teherans Antwort darauf ist bezeichnend. Anstatt sich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen, erklärt das Regime kurzerhand die Armeen europäischer Demokratien zu Terroristen. Damit setzt Iran bewusst Täter und Verteidiger gleich und verwischt jede moralische Grenze.

Besonders brisant ist dabei der rechtliche Anspruch, den Teheran erhebt. Ghalibaf berief sich auf ein iranisches Gesetz, wonach Staaten, die gegen die Revolutionsgarden vorgehen, automatisch als feindliche Terrorakteure gelten. Dieses Denken zeigt, wie das Regime internationales Recht durch eigene ideologische Regeln ersetzt. Wer Irans Machtinstrumente kritisiert, wird zum Feind erklärt.

Damit richtet sich die Drohung nicht nur gegen Europa, sondern gegen das gesamte Prinzip internationaler Ordnung. Denn wenn ein Staat eigenmächtig Armeen demokratischer Länder zu Terrorgruppen erklärt, wird Diplomatie zur Farce und Völkerrecht zur Kulisse.

Noch gefährlicher ist die mögliche praktische Konsequenz. Ghalibaf kündigte an, dass nun über die Ausweisung europäischer Militärattachés beraten werde. Damit würde ein weiterer Kommunikationskanal gekappt, der in Krisenzeiten entscheidend sein kann. Wer Kontakte abbricht, setzt auf Konfrontation.

Diese Entwicklung fügt sich nahtlos in das aktuelle Verhalten des Regimes ein. In iranischen Städten patrouillieren bewaffnete Einheiten der Revolutionsgarden mit schweren Waffen. Der Ausnahmezustand ist faktisch Realität. Proteste werden nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Not verstanden, sondern als Krieg gegen das System interpretiert.

Für Europa ist diese Eskalation ein Warnsignal. Lange Zeit versuchte man, Iran mit Dialog, wirtschaftlichen Anreizen und Zurückhaltung einzubinden. Doch die Antwort darauf ist nun offen feindselig. Die Einstufung europäischer Armeen als Terroristen ist kein symbolischer Akt mehr, sondern eine klare politische Kampfansage.

Gleichzeitig offenbart sich eine tiefe Schwäche des iranischen Systems. Ein selbstbewusstes Regime müsste Kritik nicht mit Drohungen beantworten. Dass Teheran genau dies tut, zeigt, wie sehr es unter Druck steht. Die Proteste im Land, die wirtschaftliche Krise, die internationale Isolation und die wachsende Ablehnung im eigenen Volk haben Spuren hinterlassen.

Indem sich das Parlament demonstrativ hinter die Revolutionsgarden stellt, signalisiert das Regime vor allem eines: Reform ist ausgeschlossen. Macht wird nicht hinterfragt, sondern zementiert.

Für Israel ist diese Entwicklung keine Überraschung. Seit Jahrzehnten warnt Jerusalem davor, dass die Revolutionsgarden kein normales militärisches Organ sind, sondern das Herz eines aggressiven ideologischen Projekts. Dass Europa nun zu derselben Einschätzung kommt, markiert eine späte, aber notwendige Erkenntnis.

Die iranische Reaktion bestätigt diese Einschätzung auf drastische Weise. Wer auf eine Terrorlistung mit Gegenterror-Vorwürfen reagiert, entlarvt sich selbst.

Europa steht nun vor einer Entscheidung. Entweder es lässt sich von Drohgebärden einschüchtern oder es bleibt konsequent. Halbherzige Reaktionen würden Teheran nur bestätigen. Klare Haltung hingegen sendet ein Signal weit über Iran hinaus: dass demokratische Staaten ihre Werte nicht verhandeln, wenn Gewalt, Unterdrückung und Terror zur Staatsdoktrin gehören.

Was heute als politische Erklärung beginnt, kann morgen reale Folgen haben. Deshalb ist diese Entwicklung mehr als ein diplomatischer Streit. Sie ist ein weiterer Beweis dafür, dass das iranische Regime nicht auf Ausgleich setzt, sondern auf Konfrontation.

Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26940374
Sonntag, 01 Februar 2026

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