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Rafah wieder offen, begrenzter Übergang unter israelischer Kontrolle

Rafah wieder offen, begrenzter Übergang unter israelischer Kontrolle


Der Grenzübergang Rafah ist wieder in Betrieb. Der tatsächliche Umfang bleibt jedoch stark eingeschränkt. Entscheidend ist nicht die Öffnung selbst, sondern wer kontrolliert, wer entscheidet und was ausdrücklich nicht erlaubt ist.

Rafah wieder offen, begrenzter Übergang unter israelischer Kontrolle

Der Grenzübergang Rafah ist am Sonntag erneut in Betrieb gegangen. Die Öffnung war angekündigt und kommt nicht überraschend. Neu ist jedoch die konkrete Ausgestaltung des Mechanismus, der den Personenverkehr regelt und der deutlich macht, dass es sich nicht um eine Rückkehr zur früheren Situation handelt.

Der Übergang ist ausschließlich für Fußgänger geöffnet. Warenverkehr findet nicht statt, Fahrzeuge dürfen den Übergang nicht passieren. Auch am ersten Tag blieb die Zahl der Übergänge bewusst niedrig. Ziel ist laut israelischen Sicherheitskreisen eine technische und operative Überprüfung aller Identifikations und Kontrollsysteme, bevor der Betrieb schrittweise ausgeweitet wird.

Die Abwicklung erfolgt unter Beteiligung Ägyptens, der Europäischen Union sowie der israelischen Koordinierungsstelle für Regierungsaktivitäten in den Gebieten. Die Namen aller Personen, die Rafah passieren dürfen, wurden im Vorfeld von Israel geprüft und genehmigt. Ohne israelische Freigabe ist kein Grenzübertritt möglich.

Palästinensisches Personal ist vor Ort im Einsatz, jedoch ohne Zugehörigkeit zur Palästinensischen Autonomiebehörde und ohne entsprechende Uniformen. Hamas ist formal wie praktisch nicht in den Ablauf eingebunden. Die Europäische Union stellt Beobachter im Rahmen der EUBAM Mission, während Israel die sicherheitsrelevanten Prüfmechanismen verantwortet.

Parallel dazu sollen begrenzte medizinische Evakuierungen ermöglicht werden. Arabische Medien berichten von etwa zehn Krankenwagen, die für die Ausreise schwer verletzter oder erkrankter Personen bereitstehen. Auch diese Fälle unterliegen einer vorherigen Sicherheitsüberprüfung durch Israel.

Die Entscheidung zur Öffnung wurde in der vergangenen Woche getroffen und ist an klare Bedingungen geknüpft. Dazu gehörte die vollständige Rückführung aller israelischen Geiseln sowie der nachweisliche Versuch der Hamas, auch letzte ungeklärte Fälle aufzuklären. Erst danach wurde der Übergang freigegeben.

In israelischen Regierungskreisen wird betont, dass Rafah derzeit kein ziviler Normalübergang ist. Es handelt sich um einen kontrollierten humanitären Korridor, der jederzeit eingeschränkt oder wieder geschlossen werden kann. Weder wirtschaftliche Nutzung noch Infrastrukturaufbau sind Teil der aktuellen Regelung.

Nach Angaben aus dem politischen Umfeld sollen nach der Wiederaufnahme des Betriebs Gespräche über die Entwaffnung der Hamas beginnen. Diese sollen nicht direkt mit Israel geführt werden, sondern über eine palästinensische technokratische Verwaltung. Ziel ist es, einen innerpalästinensischen Prozess zu schaffen, der eine zukünftige zivile Verwaltung ohne bewaffnete Terrorstrukturen ermöglicht.

In Israel selbst wurde die Öffnung unterschiedlich aufgenommen. Kritische Stimmen sehen darin ein politisches Risiko. Die Regierung verweist dagegen auf die klare Trennung zwischen humanitären Maßnahmen und sicherheitspolitischen Zugeständnissen. Der Übergang sei geöffnet worden, ohne Kontrolle abzugeben.

Aus israelischer Sicht bleibt entscheidend, dass sich an der strategischen Lage nichts geändert hat. Rafah dient derzeit weder als wirtschaftliches Ventil noch als politisches Signal, sondern als eng begrenztes Instrument innerhalb eines kontrollierten Rahmens.

Die Öffnung markiert damit keinen Neuanfang, sondern eine technisch regulierte Phase unter vollständiger Sicherheitsaufsicht.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Gigi Ibrahim - Flickr: Egyptian Convoy to Gaza, Palestine, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31361720
Sonntag, 01 Februar 2026

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