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Acht arabische Staaten verurteilen Israel und schweigen erneut über Hamas

Acht arabische Staaten verurteilen Israel und schweigen erneut über Hamas


Saudi-Arabien und die Emirate schließen sich einer Erklärung an, die Israel beschuldigt. Terrorverstöße der Hamas bleiben unerwähnt. Die diplomatische Botschaft ist eindeutig und sie trifft vor allem Jerusalem.

Acht arabische Staaten verurteilen Israel und schweigen erneut über Hamas

Acht arabische Staaten haben am Wochenende eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der Israel scharf für angebliche Verstöße gegen die Waffenruhe im Gazastreifen verurteilt wird. Unter den Unterzeichnern befinden sich nicht nur altbekannte Kritiker wie Katar, die Türkei oder Pakistan, sondern erstmals auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Genau jene Länder also, die in den vergangenen Jahren als vorsichtige Partner Israels galten oder zumindest als Teil einer neuen regionalen Ordnung wahrgenommen wurden.

Der Zeitpunkt der Erklärung ist kein Zufall. Sie wurde wenige Stunden nach der ersten Öffnung des Grenzübergangs Rafah im Rahmen von Phase zwei des Abkommens veröffentlicht. Während Israel unter internationaler Aufsicht einem hochsensiblen Schritt zustimmte, entschieden sich acht Außenminister dazu, öffentlich Druck auszuüben einseitig, ohne Kontext und ohne jede Erwähnung der fortgesetzten Verstöße der Terrororganisationen im Gazastreifen.

In der gemeinsamen Stellungnahme werfen die Außenminister Israel „wiederholte Verletzungen der Waffenruhe“ vor und behaupten, mehr als tausend Palästinenser seien während der Feuerpause verletzt oder getötet worden. Diese Zahl wird präsentiert, ohne Differenzierung, ohne Quellen und ohne Hinweis darauf, dass israelische Angriffe nachweislich auf Raketenbeschuss, Abschussvorbereitungen und andere Verstöße durch Hamas und Islamischen Dschihad folgten.

Dass genau dieser entscheidende Punkt vollständig fehlt, ist kein redaktionelles Versehen. Es ist politische Absicht.

Denn wer Israel beschuldigt, ohne Hamas auch nur zu erwähnen, betreibt keine Diplomatie, sondern Narrative. Die Erklärung benennt weder Raketenstarts aus Gaza, noch den fortgesetzten Aufbau von Terrorinfrastruktur, noch die systematische Nutzung ziviler Gebiete durch bewaffnete Gruppen. Stattdessen wird ein Bild gezeichnet, in dem Israel als alleiniger Störfaktor erscheint obwohl es gerade Israel ist, das unter massivem Risiko humanitäre Übergänge öffnet und internationale Mechanismen akzeptiert.

Besonders auffällig ist die Rolle Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Staaten wissen genau, wie Hamas operiert. Beide führen selbst kompromisslose Kämpfe gegen islamistische Organisationen. Und beide wissen, dass Waffenruhen im Nahen Osten nur dann Bestand haben, wenn Verstöße klar benannt werden. Dass sie sich dennoch einer Erklärung anschließen, die Terrororganisationen vollständig ausklammert, ist ein deutliches politisches Signal weniger an Israel als an die eigene Region.

Die Botschaft lautet: In der arabischen Welt bleibt Israel der bequeme Adressat für öffentliche Schuldzuweisungen, selbst dann, wenn die Fakten komplexer sind.

In der Erklärung warnen die Außenminister vor einer „gefährlichen Eskalation“ und davor, dass Israels Handeln den Übergang in eine stabilere Phase gefährde. Auch hier bleibt unerwähnt, dass genau dieser Übergang von Hamas offen sabotiert wird. Waffenlager, Raketenabschussrampen und bewaffnete Zellen verschwinden nicht durch Appelle, sondern nur durch Kontrolle. Wer diese Realität ignoriert, fordert Stabilität, ohne bereit zu sein, ihre Voraussetzungen zu akzeptieren.

Am Ende der Erklärung wird erneut die altbekannte Formel bemüht: ein umfassender Frieden, ein palästinensischer Staat, internationale Resolutionen. Worte, die seit Jahrzehnten wiederholt werden, während gleichzeitig jene Kräfte gestärkt werden, die jede politische Lösung aktiv verhindern.

Für Israel ist diese Erklärung deshalb mehr als nur diplomatisches Rauschen. Sie zeigt, wie brüchig vermeintliche regionale Annäherungen bleiben, sobald es politisch unbequem wird. Sie zeigt auch, wie schnell selbst pragmatische arabische Staaten bereit sind, sich einem bekannten Chor anzuschließen, statt Verantwortung einzufordern dort, wo sie tatsächlich liegt.

Jerusalem hat der Öffnung von Rafah zugestimmt, obwohl Sicherheitsrisiken bekannt waren. Israel akzeptiert internationale Beobachter, technische Kontrolle und klare Auflagen. Gleichzeitig wird es öffentlich an den Pranger gestellt, während bewaffnete Gruppen in Gaza weiterhin entscheiden, ob Ruhe herrscht oder nicht.

Wer Frieden fordert, muss auch benennen, wer ihn verhindert. Diese Erklärung tut das nicht. Und genau darin liegt ihr eigentliches Problem.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By gloucester2gaza - https://www.flickr.com/photos/gloucester2gaza/3349019945, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6218579
Sonntag, 01 Februar 2026

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