Verhandlungen geplatzt: Iran führt USA erneut an der Nase herumVerhandlungen geplatzt: Iran führt USA erneut an der Nase herum
Die für Freitag geplanten Atomgespräche zwischen Washington und Teheran sind abgesagt. Iran wollte im letzten Moment die Regeln ändern, die USA sagten Nein. Wieder zeigt sich: Das Regime in Teheran setzt auf Verzögerung statt Verlässlichkeit.
Die ohnehin fragile Hoffnung auf einen diplomatischen Durchbruch zwischen den Vereinigten Staaten und dem iranischen Regime ist in sich zusammengebrochen, noch bevor die Gespräche überhaupt beginnen konnten. Hochrangige amerikanische Regierungsvertreter bestätigten, dass die für Freitag angesetzten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm abgesagt wurden. Grund dafür ist – wieder einmal – das altbekannte iranische Spiel: Zusagen machen, um Zeit zu gewinnen, und sie anschließend wieder zurückziehen.
Nach Angaben aus Washington hatten sich beide Seiten zunächst auf einen klaren Rahmen verständigt. Die Gespräche sollten in Istanbul stattfinden, unter Einbeziehung mehrerer regionaler Staaten als Beobachter. Vorgesehen war ein zweigleisiges Format: direkte Gespräche zwischen den USA und Iran über das Atomprogramm, begleitet von einem multilateralen Dialog über das iranische Raketenprogramm, die Unterstützung von Terrororganisationen und die massive Unterdrückung der eigenen Bevölkerung.
Doch kaum waren Einladungen verschickt, zog Teheran die Notbremse. Plötzlich verlangte das Regime, den Ort der Gespräche von der Türkei nach Oman zu verlegen. Gleichzeitig bestand es darauf, alle weiteren Teilnehmer auszuschließen und nur noch bilateral mit den USA zu verhandeln. Für Washington war das ein klarer Versuch, die Gespräche zu kontrollieren und kritische Themen auszuklammern.
Die Antwort aus dem Weißen Haus fiel deutlich aus. Ein ranghoher amerikanischer Beamter brachte es auf den Punkt: „Wir haben ihnen gesagt: Entweder nach den vereinbarten Regeln oder gar nicht. Und sie haben geantwortet: Dann eben gar nicht.“ Damit war das Treffen erledigt.
Die Delegation von US-Präsident Donald Trump, angeführt von Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, wird daher nicht nach Oman reisen, sondern nach Gesprächen in Katar nach Miami zurückkehren. Aus Washington hieß es, man sei weiterhin bereit zu verhandeln – aber nur auf Grundlage der ursprünglichen Vereinbarungen. „Wenn die Iraner zur Vernunft kommen, können wir uns noch diese oder nächste Woche treffen“, erklärte ein US-Vertreter. Zugleich fügte er warnend hinzu: „Wir wollen schnell zu einem echten Abkommen kommen. Sonst werden andere Optionen geprüft.“
Damit spielte die amerikanische Seite unverhohlen auf militärische Szenarien an, die Präsident Trump in den vergangenen Wochen mehrfach angedeutet hatte. Am Abend verschärfte Trump selbst den Ton und erklärte öffentlich: „Der Führer des Iran sollte besorgt sein.“
Auch Außenminister Marco Rubio machte deutlich, dass Washington sich nicht länger mit kosmetischen Vereinbarungen abspeisen lassen will. Ein mögliches Abkommen müsse nicht nur das Atomprogramm betreffen, sondern zwingend auch Irans ballistische Raketen, die Finanzierung von Terrorgruppen und die Menschenrechtslage im Land. Genau das aber lehnt Teheran kategorisch ab. Ein iranischer Diplomat ließ bereits verlauten, Gespräche dürften ausschließlich das Nuklearprogramm betreffen. Alles andere stehe nicht zur Debatte.
Aus israelischer Sicht bestätigt das Scheitern der Gespräche alle Befürchtungen. Bei einem Treffen mit Witkoff machte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutlich, dass Iran immer wieder bewiesen habe, nicht vertrauenswürdig zu sein. Ein israelischer Regierungsvertreter beschrieb den amerikanischen Gesandten als „kämpferisch“ und überzeugt davon, sich von Teheran nicht täuschen zu lassen.
Die iranische Seite reagierte mit der üblichen Mischung aus Empörung und Propaganda. Offizielle Stellen warfen den USA vor, nicht ernsthaft verhandeln zu wollen. Man werde sich keinem „Druck“ beugen und nur Gespräche über das Atomprogramm akzeptieren. Das alte Muster bleibt also bestehen: Schuldzuweisungen nach außen, Starrsinn nach innen.
Was bleibt, ist die nüchterne Erkenntnis, dass Iran einmal mehr erfolgreich Zeit gewonnen hat. Während westliche Diplomaten jahrelang auf Dialog setzen, treibt das Regime seine atomaren Ambitionen ungebremst voran. Die Geduld in Washington schwindet – und die Wahrscheinlichkeit, dass der Konflikt nicht mehr am Verhandlungstisch gelöst wird, steigt von Tag zu Tag.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Mittwoch, 04 Februar 2026