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Netanyahu reist zu Trump, um Irans Atomträume zu stoppen

Netanyahu reist zu Trump, um Irans Atomträume zu stoppen


Während Washington wieder mit Teheran spricht, macht Jerusalem klar, dass es keine halben Lösungen akzeptiert. Für Israel geht es um nichts weniger als seine Existenzsicherheit.

Netanyahu reist zu Trump, um Irans Atomträume zu stoppen

In einer politisch hochbrisanten Phase der Nahostdiplomatie wird Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Offiziell steht ein Thema im Mittelpunkt: die neuen amerikanischen Gespräche mit dem Iran über dessen Atomprogramm. In Wahrheit geht es um weit mehr. Es geht um die Frage, ob die freie Welt bereit ist, dem iranischen Regime erneut Zugeständnisse zu machen, oder ob sie endlich die Lehren aus Jahrzehnten der Täuschung zieht.

Das Büro des israelischen Regierungschefs formulierte bereits vorab eine klare und unmissverständliche Position. Jede Verhandlung mit Teheran müsse zwingend zwei zentrale Elemente enthalten. Erstens die strikte Begrenzung der iranischen ballistischen Raketenprogramme. Zweitens ein Ende der massiven Unterstützung des iranischen Achsenbündnisses, also jener Milizen und Terrororganisationen, die von Gaza über den Libanon bis in den Jemen reichen. Für Israel sind diese Forderungen keine diplomatischen Details, sondern lebenswichtige Sicherheitsbedingungen.

Netanyahu weiß, dass der Iran nicht nur nach Atomwaffen strebt, sondern bereits jetzt ein ganzes Netz aus bewaffneten Stellvertretern aufgebaut hat, die offen die Vernichtung Israels propagieren. Eine Einigung, die lediglich einige technische Aspekte des Atomprogramms regelt, während Raketenarsenale und regionale Aggressionen unangetastet bleiben, wäre aus israelischer Sicht wertlos. Genau vor diesem Szenario will Netanyahu die amerikanische Regierung eindringlich warnen.

Vor seiner Abreise will der Premierminister noch in Jerusalem Beratungen mit den Vorsitzenden der Koalitionsparteien sowie mit dem Sicherheitskabinett abhalten. Das zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird. Israel bereitet sich auf eine entscheidende diplomatische Auseinandersetzung vor, in der es darum geht, amerikanische Verhandlungslinien mit israelischen Sicherheitsinteressen in Einklang zu bringen.

Der Hintergrund des Treffens sind indirekte Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die in der omanischen Hauptstadt Maskat stattgefunden haben. Präsident Trump bezeichnete diese Kontakte öffentlich als sehr gut und erklärte, beide Seiten wollten eine Einigung erreichen. Seine Worte klangen optimistisch. Er versprach, dass der Iran unter keinen Umständen über Atomwaffen verfügen dürfe. Doch Optimismus allein hat den Nahen Osten noch nie sicherer gemacht.

Die iranische Führung reagierte prompt und in gewohnter Manier. Außenminister Abbas Araghchi erklärte kategorisch, dass über das iranische Raketenprogramm nicht verhandelt werde, weder jetzt noch in Zukunft. Diese Aussage spricht Bände. Sie zeigt, dass Teheran zwar über wirtschaftliche Erleichterungen reden will, aber keinerlei Bereitschaft signalisiert, seine militärische Bedrohungspolitik zu ändern.

Gleichzeitig versuchte Araghchi, Israel moralisch zu delegitimieren. In öffentlichen Auftritten behauptete er, Israel dürfe unbegrenzt Waffen anhäufen, während andere Länder zur Abrüstung gezwungen würden. Solche Vorwürfe sind nicht neu. Sie gehören seit Jahren zur Propagandastrategie eines Regimes, das seine eigene Aufrüstung und seine regionalen Kriege hinter rhetorischen Nebelwänden versteckt.

Für Israel klingen diese Worte wie ein weiteres Warnsignal. Während der Iran international über Gleichheit und Gerechtigkeit spricht, finanziert er Hisbollah, Hamas und andere Gruppierungen, die israelische Städte mit Raketen beschießen und Juden weltweit bedrohen. Kein Land würde ein solches Verhalten in seiner Nachbarschaft akzeptieren. Von Israel jedoch wird erwartet, still zu bleiben.

Netanyahu reist deshalb nicht als Bittsteller nach Washington, sondern als Vertreter eines Staates, der aus schmerzhaften Erfahrungen gelernt hat. Frühere Abkommen mit dem Iran haben das Regime nicht moderater gemacht. Sie haben ihm Zeit verschafft, Geld in Waffen gesteckt und die Gefahr für die Region erhöht. Genau das darf sich aus israelischer Sicht nicht wiederholen.

Die Rolle der Vereinigten Staaten ist dabei entscheidend. Präsident Trump hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er die Bedrohung durch den Iran klarer sieht als viele seiner Vorgänger. Doch auch in Washington gibt es Kräfte, die aus diplomatischer Bequemlichkeit zu faulen Kompromissen neigen. Netanyahus Aufgabe wird es sein, daran zu erinnern, dass Sicherheit nicht verhandelbar ist.

Am Ende geht es um eine einfache Wahrheit. Ein Iran mit Atomwaffen wäre nicht nur eine Gefahr für Israel, sondern für die gesamte freie Welt. Wer heute die Augen davor verschließt, wird morgen einen viel höheren Preis zahlen müssen. Israel hat weder die Möglichkeit noch den Luxus, dieses Risiko einzugehen.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/54821691782/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=175854373
Sonntag, 08 Februar 2026

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