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Fünf arabische Israelis in einer Nacht erschossen: Gewaltserie erschüttert mehrere Städte

Fünf arabische Israelis in einer Nacht erschossen: Gewaltserie erschüttert mehrere Städte


Zwischen Mittwochabend und Donnerstagmorgen kommen in mehreren arabischen Ortschaften fünf Menschen bei mutmaßlich kriminellen Taten ums Leben. Polizei, Bürgermeister und Abgeordnete sprechen von einer dramatischen Entwicklung und fordern entschlossenes Handeln.

Fünf arabische Israelis in einer Nacht erschossen: Gewaltserie erschüttert mehrere Städte

Innerhalb weniger Stunden sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fünf arabische Israelis bei Schusswaffenangriffen getötet worden. Die Vorfälle ereigneten sich in Segev Shalom, Lod, Yarka, Rahat und Furadis. Nach Angaben der Polizei handelt es sich in allen Fällen um mutmaßlich kriminell motivierte Taten.

In Segev Shalom wurde Farid Abu Mubarak mit schweren Stichverletzungen ins Soroka Medical Center eingeliefert, wo er später verstarb. Polizeikräfte sicherten den Tatort und leiteten Ermittlungen ein.

In Lod wurde der 50-jährige Hussein Abu Rakayek erschossen. Nach bisherigen Erkenntnissen war er von der Altstadt in Richtung einer Tankstelle unterwegs, als ein Täter das Feuer eröffnete und anschließend flüchtete. Die Polizei wertet Überwachungskameras aus und führte in der Umgebung Fahndungsmaßnahmen durch.

Bereits zuvor waren drei weitere Männer getötet worden. In Yarka kam ein 42-jähriger Einwohner durch Schüsse ums Leben. In Rahat wurde der 22-jährige Muktar Ata Abu Madighem tot in seinem Fahrzeug aufgefunden. Er ist der Sohn des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt. Die Polizei nahm drei Verdächtige aus Rahat fest und beantragte eine Verlängerung der Untersuchungshaft vor dem Magistratsgericht in Beersheba.

In Furadis nahe Haifa wurde ein 30-Jähriger erschossen. Als Polizeikräfte am Tatort eintrafen, kam es zu Spannungen mit Anwohnern. Die Beamten setzten Mittel zur Auflösung der Menschenansammlung ein.

Forderungen nach staatlichem Eingreifen

Der Bürgermeister von Rahat sprach von einem „schwarzen Tag“ für die arabische Gesellschaft und forderte die israelische Regierung auf, den Notstand auszurufen. Sicherheit habe oberste Priorität. Ohne Sicherheit könne kein normales Leben stattfinden.

Auch politische Vertreter äußerten sich. Balad-Vorsitzender Sami Abu Shehadeh betonte, die Regierung trage Verantwortung für die Bekämpfung der eskalierenden Gewalt. Hadash-Ta’al-Vorsitzender Ayman Odeh verwies im Wirtschaftsausschuss der Knesset auf die wirtschaftlichen Folgen organisierter Kriminalität. Nach Angaben des Aaron-Instituts der Reichman-Universität belaufen sich die jährlichen Kosten organisierter Kriminalität in der arabischen Gesellschaft auf rund 25 Milliarden Schekel.

Vertreter der Steuerbehörde erklärten bei derselben Sitzung, dass Mitarbeiter ohne ausreichenden Polizeischutz bestimmte Gebiete nicht betreten könnten. Polizeichef Daniel Levi sprach bei einer Lagebesprechung von einem „nationalen Notstand“ und forderte zusätzliche gesetzliche Instrumente sowie eine stärkere Einbindung weiterer Ministerien.

Nach Angaben der Organisation Abraham Initiatives, die Gewaltverbrechen in der arabischen Gesellschaft dokumentiert, wurden seit Jahresbeginn 45 Menschen bei kriminellen Vorfällen getötet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 31.

In den vergangenen Wochen haben Zehntausende Menschen landesweit gegen die zunehmende Gewalt demonstriert. Arabische und jüdische Israelis forderten gemeinsam eine konsequentere Durchsetzung des Rechts und verstärkte Maßnahmen gegen organisierte Kriminalität.

Die Ermittlungen zu allen fünf Fällen dauern an.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Donnerstag, 12 Februar 2026

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