Hisbollah signalisiert Gesprächsbereitschaft mit USA, ohne ihre Waffen wirklich aufzugebenHisbollah signalisiert Gesprächsbereitschaft mit USA, ohne ihre Waffen wirklich aufzugeben
Die Terrororganisation zeigt sich offen für Sicherheitsgespräche, während sie gleichzeitig ihre militärische Macht bewahren will. Für Israel stellt sich die entscheidende Frage, ob dies ein echter Wandel oder nur ein taktisches Manöver ist.
Im Libanon zeichnet sich eine Entwicklung ab, die auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Fortschritt wirkt, in Wirklichkeit jedoch vor allem die strategische Denkweise der Hisbollah offenlegt. Nach Berichten aus Beirut lehnt die vom Iran unterstützte Terrororganisation parallele Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und der libanesischen Regierung über ein neues Sicherheitsabkommen nicht ab. Diese Haltung könnte als Zeichen von Kompromissbereitschaft erscheinen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Hisbollah vor allem versucht, Zeit zu gewinnen und ihre Position zu sichern, ohne ihre militärische Stärke aufzugeben.
Im Zentrum der Gespräche steht ein möglicher Sicherheitsmechanismus, der garantieren soll, dass die Hisbollah Israel nicht angreift. Gleichzeitig wird über eine schrittweise Veränderung ihrer Rolle innerhalb des Libanon gesprochen. Doch entscheidend ist, was nicht Teil dieser Vorschläge ist. Eine vollständige Entwaffnung der Organisation ist nicht vorgesehen. Stattdessen geht es um Übergangsregelungen, Kontrolle von Waffenlagern und politische Vereinbarungen, die der Hisbollah weiterhin Einfluss sichern würden. Für Israel bedeutet dies, dass die grundlegende Bedrohung bestehen bleiben könnte, selbst wenn sich die Form verändert.
Die Hisbollah ist nicht nur eine politische Bewegung, sondern eine militärische Organisation mit einem riesigen Raketenarsenal, das auf israelische Städte gerichtet ist. Ihre Existenz basiert auf der Unterstützung des Iran, der sie als strategisches Instrument nutzt, um Druck auf Israel auszuüben. Jede Vereinbarung, die diese militärische Struktur nicht vollständig auflöst, lässt den Kern des Problems unangetastet. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt erlebt, dass Vereinbarungen und Waffenruhen von der Hisbollah genutzt wurden, um sich neu zu organisieren und ihre Fähigkeiten auszubauen.
Die Vereinigten Staaten versuchen nun offenbar, eine langfristige Stabilisierung zu erreichen, indem sie Garantien und Sicherheitsmechanismen schaffen. Dabei geht es auch um direkte Gespräche zwischen dem Libanon und Israel, die über bestehende Vereinbarungen hinausgehen könnten. Diese Gespräche werden von Teilen der libanesischen Führung unterstützt, während andere politische Kräfte im Land Widerstand leisten. Diese Spaltung zeigt, wie komplex die Lage ist. Der libanesische Staat ist nicht vollständig in der Lage, über die Hisbollah zu bestimmen, weil diese Organisation über eigene militärische und politische Macht verfügt.
Für Israel ist entscheidend, ob diese Gespräche zu einer realen Veränderung führen oder nur eine Phase der Ruhe schaffen, in der sich die Hisbollah erneut stärken kann. Israels Erfahrung mit der Organisation ist geprägt von gebrochenen Versprechen und wiederkehrenden Angriffen. Deshalb wird jede diplomatische Initiative in Jerusalem mit Vorsicht betrachtet. Sicherheit kann nicht auf Absichtserklärungen allein beruhen, sondern nur auf überprüfbaren Veränderungen vor Ort.
Die Bereitschaft der Hisbollah, Gespräche nicht zu blockieren, könnte ein Zeichen dafür sein, dass sie sich unter Druck fühlt. Die militärischen Verluste der vergangenen Zeit und die veränderte strategische Lage in der Region haben ihre Position geschwächt. Doch gleichzeitig bleibt ihr grundlegendes Ziel unverändert. Solange die Organisation ihre Waffen behält und vom Iran unterstützt wird, bleibt sie ein zentraler Bestandteil der Bedrohung, mit der Israel leben muss.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Gespräche zu echter Stabilität führen oder ob sie nur eine weitere Episode in einem langen Konflikt darstellen. Für Israel bleibt die wichtigste Lehre aus der Vergangenheit bestehen. Wahre Sicherheit entsteht nicht durch Worte, sondern durch veränderte Realität.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138677142
Mittwoch, 18 Februar 2026