Israels Ex-Marinechef warnt: Genf könnte der letzte Versuch sein, einen Krieg mit dem Iran zu verhindernIsraels Ex-Marinechef warnt: Genf könnte der letzte Versuch sein, einen Krieg mit dem Iran zu verhindern
In Genf beginnt eine Gesprächsrunde, deren Bedeutung kaum überschätzt werden kann. In Jerusalem wächst die Überzeugung, dass dies nicht nur ein weiteres Treffen ist, sondern möglicherweise die letzte diplomatische Gelegenheit, bevor militärische Entscheidungen fallen.
Eliezer Marom ist kein Politiker, der mit Worten Schlagzeilen sucht. Er war Oberbefehlshaber der israelischen Marine, verantwortlich für Operationen, über die bis heute kaum gesprochen wird. Wenn er jetzt sagt, dass die Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die letzte realistische Chance sind, einen Krieg zu verhindern, dann ist das keine diplomatische Floskel. Es ist eine Warnung.
Der Hintergrund ist klar und in Jerusalem seit Monaten Gesprächsthema. Nach dem Krieg im Juni 2025 hat der Iran sein Atomprogramm nicht beendet, sondern versucht, es wieder aufzubauen. Nach israelischen Einschätzungen besitzt Teheran rund 400 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent. Diese Zahl ist entscheidend. Sie bedeutet, dass der technische Abstand zu militärisch nutzbarem Material dramatisch geschrumpft ist.
Israel hat aus seiner Geschichte gelernt, dass es sich nicht leisten kann, Bedrohungen zu unterschätzen. Als der Iran über Jahrzehnte hinweg offen erklärte, Israel vernichten zu wollen, wurde das in Jerusalem nicht als Propaganda betrachtet, sondern als strategische Realität.
Die Vereinigten Staaten stehen vor derselben Entscheidung. Präsident Donald Trump hat in seiner Rede zur Lage der Nation erneut erklärt, dass er einen iranischen Besitz von Atomwaffen unter keinen Umständen akzeptieren wird. Gleichzeitig versucht Washington noch immer, eine diplomatische Lösung zu erreichen.
Doch das Misstrauen ist tief. Der Iran signalisiert Gesprächsbereitschaft, weigert sich jedoch bisher, seine entscheidenden militärischen Fähigkeiten vollständig aufzugeben. Stattdessen schlägt Teheran technische Kompromisse vor, die aus israelischer Sicht die Infrastruktur intakt lassen würden.
Eliezer Marom beschreibt die Situation deshalb als Wendepunkt. Er geht davon aus, dass Israel und die Vereinigten Staaten ihre militärischen Optionen nicht nur theoretisch vorbereiten, sondern konkret durchplanen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten ist enger als je zuvor. Israel hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass es in der Lage ist, Ziele tief im Iran zu erreichen. Diese Fähigkeit existiert weiterhin.
Gleichzeitig weiß man in Jerusalem, dass ein Krieg kein abstraktes Szenario ist. Er würde die gesamte Region erschüttern. Raketen auf israelische Städte, Angriffe auf internationale Handelsrouten, eine direkte Konfrontation zwischen Staaten, die über enorme militärische Fähigkeiten verfügen.
Und dennoch ist die entscheidende Frage in Jerusalem eine andere. Nicht ob ein Krieg gefährlich wäre, sondern ob es gefährlicher wäre, den Iran ungehindert weiter aufzurüsten.
Die Gespräche in Genf sind deshalb kein diplomatisches Ritual. Sie sind ein Test. Ein Test, ob der Iran bereit ist, seine strategische Richtung zu ändern. Und ein Test, wie lange Israel und die Vereinigten Staaten bereit sind zu warten.
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob noch Raum für eine politische Lösung existiert. Wenn nicht, könnte Genf als der Ort in die Geschichte eingehen, an dem die letzte Gelegenheit verpasst wurde, einen Krieg zu verhindern.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ministry of Defence (GODL-India), GODL-India, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71666503
Donnerstag, 26 Februar 2026