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Israel hält Positionen im Südlibanon und stellt Hisbollah vor eine strategische Entscheidung

Israel hält Positionen im Südlibanon und stellt Hisbollah vor eine strategische Entscheidung


Während der Krieg gegen das iranische Regime andauert, operiert die israelische Armee erneut jenseits der Nordgrenze. Ziel ist es, die Bedrohung für die Gemeinden im Norden dauerhaft zu beseitigen.

Israel hält Positionen im Südlibanon und stellt Hisbollah vor eine strategische Entscheidung

Die israelischen Streitkräfte führen im Rahmen der Operation Am K’Lavi auch Einsätze im Südlibanon durch. Das bestätigte das Militär am Dienstagmorgen. Einheiten der Armee halten mehrere Positionen entlang der Grenze und operieren zusätzlich zu fünf strategischen Punkten, die Israel seit dem Waffenstillstand im November 2024 auf libanesischem Gebiet kontrolliert.

Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf den Raketenbeschuss durch die Hisbollah in den vergangenen Tagen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, er habe gemeinsam mit Premierminister Benjamin Netanjahu die Genehmigung erteilt, Positionen im Libanon zu sichern, um weitere Gefahren für die Gemeinden in Galiläa zu verhindern. Israel habe Sicherheit versprochen, so Katz, und werde diese gewährleisten.

Das Nordkommando der Armee betonte zugleich, dass eine groß angelegte Bodenoffensive derzeit nicht wahrscheinlich sei, solange die Hauptfront gegen den Iran aktiv ist. Der Schwerpunkt liege weiterhin auf Teheran. Dennoch ließ die militärische Führung offen, dass eine umfassendere Operation im Libanon möglich bleibt, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.

Nach Einschätzung des Militärs befindet sich die Hisbollah in einer strategisch schwierigen Lage. Die Organisation ist in hohem Maß von iranischer Ausbildung, Finanzierung und logistischer Unterstützung abhängig. Da das iranische Regime selbst militärisch unter Druck steht, könnten diese Ressourcen deutlich eingeschränkt werden. Ohne diese Unterstützung, so die Bewertung, könnte die militärische Schlagkraft der Hisbollah erheblich geschwächt werden.

Hinzu kommt der innenpolitische Druck im Libanon. Viele Anhänger der Hisbollah warten noch immer auf Entschädigungen für Schäden aus dem Krieg 2023 und 2024. Die wirtschaftliche Lage des Landes ist weiterhin prekär. Eine erneute Eskalation birgt das Risiko, dass sich Teile der eigenen Bevölkerung gegen die Organisation wenden.

Militärisch zeigt sich bislang ein begrenztes Engagement der Hisbollah. Nach Angaben der israelischen Armee landeten die meisten der bisher abgefeuerten Raketen im Meer oder in offenen Gebieten. Nur eine Rakete musste aktiv abgefangen werden. Zudem habe die Organisation bislang nicht ihr volles Arsenal eingesetzt, das aus tausenden Raketen bestehen soll.

Bemerkenswert ist auch, dass nach israelischer Einschätzung ein Großteil der etwa 2.000 Radwan Kämpfer nicht in Grenznähe operiert, sondern sich überwiegend in Beirut aufhält. Das deutet darauf hin, dass die Führung der Hisbollah derzeit eine Ausweitung des Konflikts vermeiden will oder zumindest zögert.

Gleichzeitig würdigte das israelische Militär das Vorgehen der libanesischen Armee, die offenbar versucht habe, ein weiteres Vorrücken der Hisbollah Richtung Süden zu verhindern. Ob dies langfristig zu einer tatsächlichen Entwaffnung der Organisation führen kann, bleibt offen. Israel macht jedoch deutlich, dass es diese Forderung nicht aufgeben wird.

Auch die Lage in Syrien wird genau beobachtet. Die Führung in Damaskus unter Ahmad al Scharaa habe bislang nicht versucht, den Krieg gegen den Iran auszunutzen, um gegen die drusische Bevölkerung im Süden Syriens vorzugehen. Israel äußerte die Erwartung, dass syrische Kräfte verhindern, dass proiranische Milizen aus dem Irak das syrische Territorium nutzen, um Richtung Israel vorzurücken.

Ein zentrales Ziel Israels bleibt es, eine erneute Evakuierung der nordisraelischen Bevölkerung zu verhindern. Bislang mussten keine offiziellen Räumungen angeordnet werden. Für die Bewohner von Galiläa ist das ein entscheidender Unterschied zu früheren Eskalationen.

Der Generalstabschef der israelischen Armee stellte klar, dass die Operation nicht abgeschlossen werde, bevor die Bedrohung durch die Hisbollah nachhaltig beseitigt sei. Die libanesische Regierung sei wiederholt aufgefordert worden, die Organisation zu entwaffnen. Da dies nicht geschehen sei, handle Israel aus eigener Kraft.

Gleichzeitig bleibt die Hauptachse des Krieges der Iran. Israel operiert in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten und betont, dass die strategische Priorität weiterhin die Schwächung des iranischen Regimes ist. Die Nordfront ist damit Teil eines größeren Gesamtbildes.




Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Dienstag, 03 März 2026

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