Krieg gegen Iran erfasst binnen 72 Stunden zwölf Staaten Energieflüsse stocken, Golfstaaten erwägen GegenschlägeKrieg gegen Iran erfasst binnen 72 Stunden zwölf Staaten Energieflüsse stocken, Golfstaaten erwägen Gegenschläge
Binnen drei Tagen hat sich der Schlagabtausch zwischen Israel, den USA und dem iranischen Regime über weite Teile des Nahen Ostens ausgedehnt. Öl, Gas und Handelsrouten geraten unter Druck, während mehrere arabische Staaten offen über eine direkte Konfrontation mit Teheran nachdenken.
Nur 72 Stunden nach Beginn der israelisch-amerikanischen Operationen gegen das iranische Regime ist der Konflikt weit über die unmittelbaren Fronten hinausgewachsen. Nach übereinstimmenden Berichten sind inzwischen mindestens zwölf Staaten direkt oder indirekt betroffen. Raketen, Drohnen, Luftabwehr und maritime Zwischenfälle reichen vom östlichen Mittelmeer über den Golf bis an die Schwelle Europas. Gleichzeitig geraten die globalen Energieflüsse unter Druck, was die Märkte empfindlich trifft.
Teheran hatte vor Beginn der Angriffe angekündigt, nicht nur Israel, sondern auch amerikanische Militärbasen in der Region ins Visier zu nehmen. In den ersten Stunden wurden Wellen ballistischer Raketen und unbemannter Systeme gemeldet, die neben Israel auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Kuwait und Katar betrafen. Zudem kam es zu Angriffen im kurdisch geprägten Norden des Irak, wo die Führung in Teheran eine enge Nähe zu Washington und Jerusalem vermutet. Proiranische Milizen attackierten dort Stellungen mit US-Präsenz; in Bagdad versuchten Unterstützer, in die Nähe der amerikanischen Botschaft vorzudringen.
Am zweiten Tag weitete der Iran die Angriffe nach Berichten regionaler Stellen auf Saudi-Arabien und Oman aus. In Saudi-Arabien wurden Trümmerteile abgefangener Drohnen nahe energiebezogener Infrastruktur registriert, darunter im Umfeld von Anlagen des staatlichen Konzerns Aramco. Katar meldete die Abwehr zweier aus Iran kommender Kampfflugzeuge und sprach von einem unverantwortlichen Vorgehen. Mehrere Golfstaaten betonten, sie hätten ihr Luftraumregime nicht für Angriffe auf Iran freigegeben. Die Diskrepanz zwischen Teherans Erklärungen, man befinde sich nicht im Krieg mit den Nachbarn, und den tatsächlichen Einschlägen auf zivile Ziele, darunter touristische Zonen in Dubai, verschärft den politischen Druck in den Hauptstädten der Region.
Parallel versucht Teheran, den maritimen Verkehr im Golf zu beeinträchtigen. Aus iranischen Quellen wurde die zeitweise Sperrung der Straße von Hormus angekündigt, durch die rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls transportiert wird. Die US-Seite meldete Gefechte mit iranischen Schnellbooten und erklärte, die Versorgung bleibe stabil. Dennoch sanken Exportraten spürbar, und die vorübergehende Einstellung der LNG-Produktion in Katar ließ die Energiepreise anziehen.
Auch die nördliche Front blieb nicht ruhig. Die libanesische Hisbollah eröffnete mit Raketen- und Drohnenfeuer eine zusätzliche Linie gegen Israel. Die meisten Geschosse gingen nach Angaben aus Sicherheitskreisen ins Meer oder in unbewohntes Gelände nieder; ein Teil wurde abgefangen. Israel reagierte mit Luftschlägen auf Infrastruktur der Organisation im Süden Libanons und in Vororten von Beirut. In einer bemerkenswerten Entscheidung untersagte die libanesische Regierung militärische Aktivitäten der Hisbollah auf ihrem Staatsgebiet und forderte deren Entwaffnung. Ob diese Linie durchsetzbar ist, bleibt offen.
Die Ausweitung des Konflikts erreichte auch europäische Interessen. Auf Zypern wurde eine britische Basis nach Sirenenalarm teilweise geräumt; Drohneneinschläge verursachten begrenzte Schäden. Athen kündigte die Entsendung von Marineeinheiten und Kampfflugzeugen zur Unterstützung der Insel an. London, Paris und Berlin signalisierten in einer gemeinsamen Erklärung, man werde eigene Interessen und Verbündete schützen, notfalls durch verhältnismäßige Abwehrmaßnahmen gegen Abschusskapazitäten Irans. Großbritannien erlaubte den USA die Nutzung regionaler Einrichtungen für defensive Schläge gegen Raketen- und Drohnenlager.
Die strategische Lage ist dadurch komplexer geworden. US-Präsident Donald Trump sprach von einer mehrwöchigen Operation, die in der Zeitspanne erhebliches Eskalationspotenzial birgt. Zugleich warnen Sicherheitsbehörden in den Vereinigten Staaten vor einer erhöhten Bedrohungslage, einschließlich möglicher Cyberangriffe durch proiranische Akteure.
Für Israel ist die Lage eindeutig: Das iranische Regime versucht, den Konflikt zu regionalisieren und Verbündete einzuschüchtern, um politischen Druck auf Washington und Jerusalem zu erzeugen. Doch die Wirkung ist ambivalent. Mehrere arabische Staaten, die bislang auf Distanz blieben, erwägen laut hochrangigen regionalen Quellen eine direktere Positionierung gegen Teheran. Sollte sich diese Tendenz verfestigen, könnte aus dem Versuch, die Region zu spalten, ein gegenteiliger Effekt entstehen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Mehr News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=167595554
Dienstag, 03 März 2026