Iran greift erstmals Aserbaidschan an und weitet den Krieg weiter ausIran greift erstmals Aserbaidschan an und weitet den Krieg weiter aus
Iranische Drohnen treffen einen Flughafen in der Exklave Nachitschewan. Mindestens zwei Menschen werden verletzt. Mit dem Angriff erreicht der Krieg ein neues Stadium. Bereits zwölf Staaten sind inzwischen Ziel iranischer Angriffe.
Der Krieg um Iran hat eine neue geografische Dimension erreicht. Erstmals hat Teheran militärische Ziele auf dem Gebiet Aserbaidschans angegriffen. Iranische Drohnen trafen am Donnerstagmorgen den Flughafen der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan und verursachten erhebliche Schäden. Mindestens zwei Menschen wurden nach ersten Berichten verletzt. Die Attacke markiert eine weitere Ausweitung des Konflikts, der sich inzwischen über große Teile des Nahen Ostens und darüber hinaus erstreckt.
Videos, die kurz nach dem Angriff in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, zeigen eine massive Explosion auf dem Flughafengelände. Augenzeugen berichten, dass sich zum Zeitpunkt des Einschlags zahlreiche Menschen in der Umgebung befanden. Nach Angaben lokaler Medien brach auf dem Gelände ein Feuer aus, außerdem wurde ein Teil des Terminals beschädigt.
Das aserbaidschanische Außenministerium bestätigte den Angriff kurze Zeit später offiziell. In einer Stellungnahme erklärte die Regierung in Baku, dass mehrere Drohnen aus Iran gestartet worden seien und den Flughafen getroffen hätten. Gleichzeitig wurde der iranische Botschafter einbestellt. Aserbaidschan behalte sich ausdrücklich das Recht vor, auf den Angriff zu reagieren, hieß es in der Erklärung.
Der Angriff ist politisch brisant, weil Aserbaidschan bislang nicht direkt in den Krieg zwischen Israel und Iran verwickelt war. Dennoch existiert seit Jahren eine latente Spannung zwischen Baku und Teheran. Aserbaidschan pflegt enge diplomatische und militärische Beziehungen zu Israel. Beide Länder arbeiten nach verschiedenen Berichten in sicherheitspolitischen und militärischen Fragen eng zusammen. Für Israel ist Aserbaidschan ein wichtiger strategischer Partner im Kaukasus.
Gerade diese Beziehung sorgt in Teheran seit Jahren für Misstrauen. Immer wieder werfen Vertreter der iranischen Revolutionsgarden der Regierung in Baku vor, Israel Zugang zu militärischen oder geheimdienstlichen Aktivitäten nahe der iranischen Grenze zu ermöglichen. Aserbaidschan weist diese Vorwürfe regelmäßig zurück. Dennoch haben iranische Militärs wiederholt mit Gewaltmaßnahmen gedroht, falls sich die Zusammenarbeit mit Israel weiter vertiefen sollte.
Mit dem Drohnenangriff scheint Iran nun erstmals militärisch gegen das Land vorzugehen.
Der Angriff ist Teil einer immer weiter ausgreifenden militärischen Eskalation. Seit Beginn des Krieges hat Iran nicht nur Israel angegriffen, sondern auch eine Reihe weiterer Staaten in der Region ins Visier genommen. Nach aktuellen Angaben ist Aserbaidschan bereits das zwölfte Land, das während dieses Konflikts von iranischen Raketen, Drohnen oder militärischen Aktionen betroffen ist.
Zu den Ländern, die bereits Ziel iranischer Angriffe wurden, zählen neben Israel auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Kuwait, Katar, Jordanien, Saudi-Arabien und Oman. Auch Irak, Zypern und sogar die Türkei meldeten in den vergangenen Tagen Zwischenfälle mit iranischen Flugkörpern oder Drohnen.
Die Strategie Teherans wirkt zunehmend wie ein Versuch, den Konflikt geografisch zu erweitern und damit politischen Druck auf möglichst viele Staaten auszuüben. Statt den Krieg auf eine direkte Konfrontation mit Israel zu begrenzen, zieht Iran immer mehr Länder in den Konflikt hinein.
Für Israel bestätigt diese Entwicklung eine Einschätzung, die in Jerusalem seit Jahren vertreten wird. Das iranische Regime versucht nicht nur, Israel militärisch zu bedrohen, sondern nutzt ein Netzwerk aus regionalen Konflikten, Milizen und strategischem Druck auf Nachbarstaaten.
Der Angriff auf Aserbaidschan zeigt zudem, dass die Spannungen rund um den Kaukasus zunehmend Teil dieser größeren geopolitischen Auseinandersetzung werden.
Für die Regierung in Baku bedeutet die Attacke eine schwierige Situation. Einerseits versucht Aserbaidschan seit Jahren, ein funktionierendes Verhältnis zu Iran aufrechtzuerhalten. Andererseits sieht sich das Land aufgrund seiner engen Beziehungen zu Israel immer wieder politischem Druck aus Teheran ausgesetzt.
Die Erklärung des Außenministeriums in Baku deutet darauf hin, dass die Regierung den Angriff als schwere Provokation bewertet. Die Einbestellung des iranischen Botschafters ist ein deutliches diplomatisches Signal.
Ob Aserbaidschan auch militärisch reagiert, ist derzeit noch offen.
Fest steht jedoch, dass der Krieg um Iran immer mehr Staaten berührt. Mit dem Angriff auf Nachitschewan ist der Konflikt nun auch im Südkaukasus angekommen. Die Frontlinien dieses Krieges verlaufen längst nicht mehr nur zwischen Israel und Iran.
Sie ziehen sich inzwischen quer durch eine ganze Region.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot Telegram
Donnerstag, 05 März 2026