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Macron warnt Netanyahu vor Bodenoffensive im Libanon

Macron warnt Netanyahu vor Bodenoffensive im Libanon


Der französische Präsident fordert Israel auf, keine Bodenoperation gegen die Hisbollah zu beginnen. Paris befürchtet eine Destabilisierung des libanesischen Staates.

Macron warnt Netanyahu vor Bodenoffensive im Libanon

Die diplomatischen Spannungen rund um den Krieg gegen Iran und seine Stellvertreterorganisationen erreichen zunehmend auch die europäischen Hauptstädte. In einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat der französische Präsident Emmanuel Macron Israel eindringlich davor gewarnt, eine Bodenoffensive im Libanon zu starten. Nach Angaben aus französischen Regierungskreisen stand die Lage an der israelisch libanesischen Grenze im Mittelpunkt des Gesprächs.

Macron erklärte demnach, eine israelische Bodenoperation gegen die Hisbollah könne sich als strategischer Fehler erweisen. Israel müsse die territoriale Integrität und Souveränität des Libanon respektieren, ließ der Élysée Palast nach dem Gespräch mitteilen. Paris argumentiert, eine militärische Bodenoffensive könne die ohnehin fragile politische Situation im Libanon weiter destabilisieren.

Aus französischer Sicht besteht die Gefahr, dass ein israelischer Einmarsch genau den gegenteiligen Effekt erzeugt, als er militärisch beabsichtigt wäre. Statt die Hisbollah zu schwächen, könnte ein Angriff dazu führen, dass sich große Teile der libanesischen Bevölkerung hinter der Organisation versammeln. Französische Regierungsvertreter sprechen von der klassischen Dynamik des „Zusammenrückens unter der Flagge“, wenn ein Land von außen angegriffen wird.

Zugleich betont Macron, dass die jüngsten Angriffe der Hisbollah auf Israel selbst ein schwerer Fehler gewesen seien. Bereits zu Beginn der Woche bezeichnete der französische Präsident die Raketenangriffe der Organisation als strategischen Irrtum. Durch die Eskalation setze die Hisbollah die Bevölkerung im Libanon einer erheblichen Gefahr aus.

Trotz dieser Kritik an der Terrororganisation versucht Frankreich weiterhin, eine Eskalation zu verhindern. Französische Diplomaten argumentieren, dass es derzeit im Libanon eine wachsende Unzufriedenheit mit der Hisbollah gebe. Viele Libanesen wollten nicht in einen weiteren Krieg hineingezogen werden. Eine israelische Bodenoffensive könnte diese Stimmung jedoch verändern.

Nach Einschätzung französischer Regierungsvertreter könnte ein militärischer Einmarsch Israel politisch isolieren und gleichzeitig die Position der Hisbollah im Inland stärken. Genau das versucht Paris zu verhindern.

Aus israelischer Sicht stellt sich die Lage allerdings deutlich anders dar. Seit Beginn des Krieges hat die Hisbollah wiederholt Raketen und Drohnen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Besonders der Norden Israels steht unter ständigem Beschuss. Viele Bewohner verbringen Nächte in Schutzräumen und Bunkern, während Luftalarm ausgelöst wird.

Die israelische Armee hat daher deutlich gemacht, dass alle militärischen Optionen weiterhin auf dem Tisch liegen.

Die Sprecher der israelischen Streitkräfte betonen, dass Israel nicht zulassen könne, dass eine vom Iran gesteuerte Terrororganisation dauerhaft Raketen auf israelische Städte abfeuert. Sollte die Bedrohung weiter steigen, könne auch eine Bodenoperation notwendig werden.

Ein weiteres Signal in diese Richtung kam in dieser Woche von der israelischen Armee selbst. Der arabischsprachige Sprecher der Streitkräfte veröffentlichte eine Aufforderung an Bewohner im Süden des Libanon, ihre Häuser zu verlassen und sich nördlich des Litani Flusses in Sicherheit zu bringen. Solche Warnungen gelten häufig als Vorbereitung auf mögliche militärische Operationen.

Die Region südlich des Litani Flusses ist strategisch besonders wichtig. Nach internationalen Vereinbarungen sollte die Hisbollah dort eigentlich keine militärische Präsenz unterhalten. In der Realität hat die Organisation jedoch über Jahre hinweg Raketenstellungen und militärische Infrastruktur aufgebaut.

Für Israel ist genau diese Zone entscheidend, um Raketenangriffe auf israelische Städte zu verhindern.

Französische Diplomaten argumentieren jedoch, dass der libanesische Staat selbst gegen die Hisbollah vorgehen sollte. In den vergangenen Monaten seien mehrere Mitglieder der Organisation festgenommen worden. Auch wenn diese Maßnahmen eher symbolischen Charakter hätten, sehen französische Vertreter darin einen Ansatzpunkt für eine politische Lösung.

Ehemalige israelische Diplomaten weisen allerdings darauf hin, dass die Möglichkeiten der libanesischen Regierung stark begrenzt sind. Der Staat ist politisch schwach und wirtschaftlich schwer angeschlagen. Die Hisbollah verfügt über eine eigene militärische Struktur, die weit stärker ist als viele staatliche Institutionen im Land.

Genau deshalb bleibt die Frage einer möglichen israelischen Bodenoffensive weiterhin offen.

Während Paris versucht, eine militärische Eskalation zu verhindern, wächst in Israel der Druck, die Bedrohung aus dem Libanon dauerhaft zu beseitigen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die diplomatischen Warnungen aus Europa ausreichen, um eine neue Front im Krieg zu verhindern.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Vlada Republike Slovenije from Ljubljana, Slovenia - Predsednik vlade Robert Golob se mudi na delovnem obisku v Parizu, kjer se je srecal s francoskim predsednikom Emmanuelom Macronom, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=185348743
Donnerstag, 05 März 2026

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