Aserbaidschan bereitet militärische Vergeltung nach iranischem Drohnenangriff vorAserbaidschan bereitet militärische Vergeltung nach iranischem Drohnenangriff vor
Nach dem Angriff iranischer Drohnen auf den Flughafen der Exklave Nachitschewan kündigt Präsident Ilham Alijew eine militärische Reaktion an. Baku spricht von einem Angriff, der nicht unbeantwortet bleiben wird.
Der Krieg rund um Iran hat mit einem neuen Angriff eine weitere Grenze überschritten. Nachdem iranische Drohnen erstmals Ziele auf dem Gebiet Aserbaidschans getroffen haben, kündigte Präsident Ilham Alijew an, dass sein Land eine militärische Vergeltungsaktion vorbereitet. Die Regierung in Baku habe die Streitkräfte angewiesen, entsprechende Maßnahmen auszuarbeiten.
Der Angriff traf den Flughafen der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan, die zwischen Armenien, Iran und der Türkei liegt. Mehrere Drohnen, die nach Angaben der aserbaidschanischen Behörden aus Iran gestartet wurden, schlugen auf dem Flughafengelände ein und verursachten Schäden. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt. Videos aus sozialen Netzwerken zeigen eine starke Explosion sowie Rauch über dem Gelände, während sich zahlreiche Zivilisten in der Umgebung befanden.
Präsident Alijew reagierte ungewöhnlich scharf auf den Angriff. In einer öffentlichen Stellungnahme erklärte er, dass sein Land noch am selben Tag beschlossen habe, militärische Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Gleichzeitig wurde der Luftraum im Süden Aserbaidschans in der Nähe der iranischen Grenze vorübergehend geschlossen.
Besonders brisant ist der Hintergrund der Attacke. Alijew erklärte, dass der Angriff stattfand, obwohl Aserbaidschan zuvor bereit gewesen sei, Iran zu unterstützen. Nach seinen Angaben hatte sich das iranische Außenministerium kurz zuvor an Baku gewandt und um Hilfe bei der Evakuierung von Mitarbeitern der iranischen Botschaft im Libanon gebeten. Aserbaidschan habe daraufhin sofort zugesagt, ein Flugzeug bereitzustellen und die Evakuierung zu unterstützen.
Der Präsident betonte, dass seine Regierung sogar angeboten habe, diese Hilfe ohne Bezahlung zu leisten. In schwierigen Zeiten müsse man helfen, erklärte Alijew. Umso empörter reagierte er auf den anschließenden Angriff auf den Flughafen in Nachitschewan.
Der Angriff sei eine schmutzige und feige Tat gewesen, erklärte der Präsident. Dieses Verhalten werde in Erinnerung bleiben und könne nicht einfach vergessen werden.
Der Drohnenangriff markiert eine weitere Ausweitung des Konflikts rund um Iran. Seit Beginn der Kämpfe ist Aserbaidschan bereits das zwölfte Land, das direkt oder indirekt von iranischen Angriffen betroffen ist. Neben Israel gehören dazu mehrere Staaten im Persischen Golf sowie Länder wie Jordanien, Irak, Zypern und sogar die Türkei, in deren Richtung ebenfalls iranische Flugkörper abgefangen wurden.
Für Aserbaidschan hat der Angriff eine besondere politische Dimension. Das Land unterhält enge diplomatische und sicherheitspolitische Beziehungen zu Israel. Beide Staaten arbeiten seit Jahren in militärischen und technologischen Bereichen zusammen. In Teheran wird diese Partnerschaft seit langem mit großem Misstrauen betrachtet.
Iranische Vertreter warfen der Regierung in Baku in der Vergangenheit mehrfach vor, Israel zu unterstützen oder sogar israelische Aktivitäten gegen Iran zu ermöglichen. Aserbaidschan hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten deshalb seit Jahren als angespannt, auch wenn sie offiziell diplomatische Beziehungen unterhalten.
Mit dem Angriff auf Nachitschewan hat diese Spannung nun erstmals eine direkte militärische Dimension erreicht.
Die Reaktion aus Baku deutet darauf hin, dass Aserbaidschan den Angriff nicht als isolierten Zwischenfall betrachtet. Die Vorbereitung einer Vergeltungsoperation zeigt, dass sich der Konflikt weiter ausweiten könnte.
Der Südkaukasus, der bislang nur indirekt von den militärischen Auseinandersetzungen betroffen war, rückt damit stärker in den geopolitischen Fokus.
Sollte Aserbaidschan tatsächlich militärisch reagieren, würde der Krieg rund um Iran eine weitere Front erhalten.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By President.az, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181042064
Donnerstag, 05 März 2026