Israel greift erstmals Irans Öl-Infrastruktur an: Netanyahu ruft Bevölkerung offen zum Sturz des Regimes aufIsrael greift erstmals Irans Öl-Infrastruktur an: Netanyahu ruft Bevölkerung offen zum Sturz des Regimes auf
Die israelischen Angriffe auf Iran erreichen eine neue Stufe. Während Kampfflugzeuge Treibstofflager in Teheran zerstören, richtet sich Israels Regierung direkt an die iranische Bevölkerung und spricht offen über einen möglichen politischen Umbruch.
Der Krieg zwischen Israel und dem iranischen Regime hat eine neue Phase erreicht. Am Samstag griff die israelische Luftwaffe erstmals gezielt Treibstofflager in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Gleichzeitig erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in einer Videobotschaft, dass der „Moment der Wahrheit“ für die Bevölkerung Irans näher rücke. Die Menschen des Landes müssten selbst entscheiden, ob sie das Regime der Islamischen Republik stürzen wollen.
Israel verfolgt offiziell das Ziel, die militärische Fähigkeit Irans zu zerstören, Israel und die Region zu bedrohen. Doch sowohl Netanyahu als auch der amerikanische Präsident Donald Trump lassen inzwischen erkennen, dass sie darüber hinaus einen politischen Umbruch im Iran für möglich halten.
Netanyahu erklärte, Israel verfüge über einen organisierten Plan für die nächste Phase des Krieges, der zahlreiche Überraschungen beinhalte. Dieser Plan solle das Regime destabilisieren und Veränderungen im Land ermöglichen. Israel versuche nicht, Iran zu spalten, betonte er in seiner Botschaft. Das Ziel sei vielmehr, das Land von einer Führung zu befreien, die seit Jahrzehnten Gewalt, Terror und Instabilität exportiere.
Nach israelischen Angaben wurde am Samstag ein weiterer schwerer Schlag gegen Irans militärische Infrastruktur geführt. Die Luftwaffe griff mehrere Treibstoffdepots im Raum Teheran an. Diese Anlagen dienten laut israelischem Militär direkt der Versorgung militärischer Einrichtungen des Regimes. Über sie werde Treibstoff an verschiedene militärische Einheiten verteilt, darunter auch Einrichtungen der Revolutionsgarden.
Iranische Medien bestätigten Angriffe auf drei Treibstofflager im Westen Teherans sowie in der nahe gelegenen Stadt Karadsch. Die Explosionen lösten große Brände aus, deren Flammen weit über die Stadt hinaus sichtbar waren.
Parallel dazu setzte Israel seine Angriffe auf zentrale Einrichtungen des iranischen Raketenprogramms fort. Besonders schwer getroffen wurde der Militärkomplex Parchin südlich von Teheran. Dort befinden sich Anlagen zur Produktion von Sprengstoffen für Gefechtsköpfe ballistischer Raketen sowie Fabriken für spezielle Rohstoffe, die für Raketenmotoren benötigt werden. Außerdem griff Israel Einrichtungen an, in denen moderne Marschflugkörper entwickelt und montiert werden.
Auch ein wichtiger Produktionsstandort der Revolutionsgarden in der Region Schahrud wurde bombardiert. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden dort große Teile der Raketen hergestellt, die in den vergangenen Monaten gegen Israel eingesetzt wurden.
Die israelische Luftwaffe setzte bei diesen Angriffen hunderte Kampfflugzeuge ein. In der vergangenen Woche wurden laut Militärangaben mehr als 3400 Ziele in Iran angegriffen. Insgesamt warfen israelische Flugzeuge über 7500 Bomben ab. Damit übertrifft die Intensität der aktuellen Operation bereits deutlich den zwölftägigen Krieg zwischen Israel und Iran im vergangenen Jahr.
Israelische Militäranalysten gehen davon aus, dass die Angriffe Irans Raketenproduktion um Jahre zurückgeworfen haben. Vor Beginn des Krieges hatte das Regime seine Kapazitäten massiv ausgebaut. Die Produktion ballistischer Raketen sollte monatlich auf mehrere hundert Exemplare steigen.
Neben dem Raketenprogramm trifft die israelische Offensive auch Irans Fähigkeit, verbündete Milizen in der Region zu versorgen. Diese Gruppen sind stark von iranischen Lieferungen abhängig. Dazu gehören Drohnen, Panzerabwehrraketen und verschiedene maritime Waffensysteme.
Während Israel seine Angriffe intensiviert, setzt Iran seine Raketenangriffe fort. Am Samstag feuerte Teheran mehrere Salven ballistischer Raketen auf Israel ab. Insgesamt wurden etwa ein Dutzend Angriffswellen registriert. In ganz Israel heulten die Sirenen, Millionen Menschen suchten Schutzräume auf.
Trotz der intensiven Angriffe meldeten die israelischen Behörden keine Verletzten. Eine Rakete beschädigte jedoch ein Wohnhaus in der zentralen Stadt Lod.
Gleichzeitig feuerten auch die von Iran unterstützten Hisbollah-Milizen aus dem Libanon Raketen auf Israel. Die Angriffe sollen laut iranischer Darstellung Teil einer gemeinsamen Front gegen Israel sein.
Iran beschränkt seine Angriffe jedoch nicht auf Israel. Auch mehrere Staaten am Persischen Golf wurden erneut Ziel von Raketen und Drohnen. In Dubai kam ein Mensch ums Leben, als Trümmerteile einer abgefangenen Rakete auf ein Fahrzeug stürzten.
Mehrere Explosionen wurden außerdem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Katar und in Bahrain gemeldet. Saudi-Arabien erklärte, drei ballistische Raketen und siebzehn Drohnen abgefangen zu haben, die auf den Ölförderkomplex Shaybah zielten. Kuwait meldete ebenfalls den Abschuss einer Drohne.
Auch Jordanien sieht sich direkt bedroht. Nach Angaben der dortigen Streitkräfte wurden in der vergangenen Woche 119 iranische Raketen und Drohnen auf Ziele im Land abgefeuert.
Die Angriffe haben den internationalen Flugverkehr in weiten Teilen des Nahen Ostens schwer beeinträchtigt. Besonders betroffen ist der Flughafen von Dubai, der als wichtigster internationaler Drehkreuzflughafen der Welt gilt. Der Betrieb musste zeitweise vollständig eingestellt werden.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten sprach Präsident Mohammed bin Zayed Al Nahyan offen von einer Kriegsphase. Sein Land werde jedoch gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.
Auch in Washington wird inzwischen von einem länger andauernden Konflikt ausgegangen. Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, die militärische Operation gegen Iran werde noch eine Zeit weitergehen.
Trump sagte, amerikanische Streitkräfte hätten bereits große Teile der iranischen Marine sowie einen erheblichen Teil der iranischen Luftstreitkräfte ausgeschaltet. Insgesamt seien 42 Kriegsschiffe der iranischen Marine zerstört worden. Auch Kommunikationssysteme des Regimes seien erheblich beschädigt worden.
Der amerikanische Präsident verwies erneut auf den Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Dieses Ereignis zeige, welche Rolle Iran im regionalen Terrornetzwerk spiele. Das iranische Regime habe über Jahrzehnte Gewalt in der Region unterstützt.
Parallel zum militärischen Konflikt befindet sich die iranische Führung selbst in einer Phase politischer Unsicherheit. Der bisherige oberste Führer Ali Chamenei wurde zu Beginn des Krieges bei einem Angriff getötet. Die religiöse Führung des Landes bereitet nun die Wahl eines Nachfolgers vor.
Ein möglicher Kandidat ist Chameneis Sohn Mojtaba Chamenei. Berichten zufolge wurde er in dieser Woche bei einem Luftangriff verletzt, soll jedoch noch am Leben sein.
Israelische Sicherheitskreise sehen innerhalb der iranischen Führung wachsende Spannungen. Berichten zufolge gibt es erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Präsident Masoud Pezeshkian und den Revolutionsgarden. Auch innerhalb der militärischen Führung soll es Konflikte über Strategie und Verantwortlichkeiten geben.
In Israel wächst deshalb die Einschätzung, dass das Regime zunehmend unter Druck gerät. Sicherheitsvertreter sprechen von wachsender Verwirrung innerhalb der Führung. Machtkämpfe und fehlende Koordination könnten das System weiter destabilisieren.
Netanyahu erklärte in seiner Rede, viele Staaten würden inzwischen enger mit Israel zusammenarbeiten, weil sie die Gefahr durch das iranische Regime erkannt hätten. Israel stehe heute für Stärke und für Hoffnung in einer Region, die seit Jahrzehnten unter Gewalt und Instabilität leide.
Doch zugleich warnte der israelische Regierungschef die Bevölkerung Israels vor falschen Erwartungen. Der Krieg sei noch nicht vorbei. Israel befinde sich weiterhin in einer schwierigen militärischen Kampagne. Die Angriffe auf die iranische Führung würden ohne Kompromisse fortgesetzt.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO
Sonntag, 08 März 2026