Hisbollah versteckt Raketen in Wohnhäusern und setzt auf Kleingruppen statt FrontkampfHisbollah versteckt Raketen in Wohnhäusern und setzt auf Kleingruppen statt Frontkampf
Die Strategie der Hisbollah verändert sich sichtbar. Weniger große Angriffe, dafür schwerer zu erkennen, schwerer zu stoppen und näher an der Zivilbevölkerung.
Die Hisbollah hat ihre Taktik nach den letzten militärischen Auseinandersetzungen deutlich angepasst. Statt große Raketenarsenale an wenigen Orten zu konzentrieren, verteilt die Organisation ihre verbliebenen Kurzstreckenraketen inzwischen über ein weites Gebiet im Süden des Libanon.
Diese Veränderung hat direkte Folgen. Große, koordinierte Angriffswellen werden seltener, gleichzeitig wird es für die israelische Aufklärung deutlich schwieriger, Abschussorte rechtzeitig zu identifizieren und gezielt zu neutralisieren.
Raketen zwischen Häusern statt in Depots
Früher lagerte die Hisbollah ihre Raketen in zentralen Depots, um massive Salven gleichzeitig abfeuern zu können. Dieses Modell hat sich als verwundbar erwiesen.
Heute werden Waffen bewusst verstreut. Abschussvorrichtungen werden zerlegt, transportabel gemacht und oft in zivilen Strukturen versteckt. Besonders häufig geschieht das in Wohngebieten und Dörfern.
Das Ergebnis ist eine neue Realität. Raketenstellungen befinden sich nicht mehr klar abgrenzbar außerhalb ziviler Räume, sondern mitten in ihnen.
Diese Strategie erschwert gezielte militärische Schläge und erhöht gleichzeitig das Risiko für die Zivilbevölkerung im Libanon.
Mehr Angriffe, weniger Wirkung
Trotz der veränderten Taktik hat die Hisbollah ihre Angriffe ausgeweitet. In den vergangenen Tagen wurden täglich rund 150 Raketen abgefeuert.
Doch ein großer Teil dieser Geschosse erreicht israelisches Gebiet gar nicht. Etwa 60 Prozent fallen bereits vorher nieder.
Das zeigt die Grenzen der neuen Strategie. Die Menge steigt, die Effektivität bleibt begrenzt.
Dennoch verfolgt die Hisbollah ein klares Ziel. Alle paar Tage sollen größere Angriffswellen stattfinden, um Unsicherheit zu erzeugen und die israelische Bevölkerung unter Druck zu setzen.
Mobile Abschusssysteme im Fokus
Ein zentrales Element der neuen Taktik sind mobile Abschusssysteme. Viele Raketen werden von Fahrzeugen aus gestartet, die schnell verlegt werden können.
Gerade diese Fahrzeuge sind für Israel ein entscheidendes Ziel. Ihre Zahl ist begrenzt, und sie sind für die Einsatzfähigkeit der Hisbollah zentral.
Die israelische Luftwaffe konzentriert sich daher verstärkt auf diese mobilen Einheiten. Angriffe richten sich gezielt gegen Fahrzeuge, Infrastruktur und logistische Knotenpunkte.
Radwan-Einheit operiert im Verborgenen
Auch die Eliteeinheit der Hisbollah, die sogenannte Radwan-Truppe, hat ihre Vorgehensweise angepasst.
Statt in größeren Verbänden zu operieren, agieren die Kämpfer in kleinen, verteilten Gruppen. Diese sind über Hunderte Dörfer verteilt und bewegen sich flexibel zwischen verschiedenen Positionen.
Direkte Gefechte werden weitgehend vermieden. Stattdessen setzt die Hisbollah auf Rückzug, Ausweichen und defensive Positionen.
Diese Struktur macht die Einheit schwer greifbar. Gleichzeitig zeigt sie, dass die Organisation versucht, Verluste zu minimieren und ihre Kräfte langfristig zu erhalten.
Israel reagiert mit Ausweitung der Operation
Die israelische Armee hat auf diese Entwicklung reagiert. Bodenoperationen im Süden des Libanon werden ausgeweitet, um die Bedrohung weiter von der Grenze zu entfernen.
Ziel ist es, nicht nur einzelne Abschussorte zu treffen, sondern die gesamte Struktur der Hisbollah zu schwächen.
Dabei setzt Israel verstärkt auf Technik. Roboter und Aufklärungssysteme werden eingesetzt, um gefährliche Bereiche vor dem Betreten zu untersuchen.
Gleichzeitig werden Luftangriffe und Artillerie genutzt, um Bewegungen der Hisbollah frühzeitig zu stören.
Ein Krieg verändert seine Form
Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie sich dieser Konflikt verändert. Es geht nicht mehr nur um direkte Konfrontation, sondern um Anpassung, Verlagerung und Tarnung.
Die Hisbollah reagiert auf militärischen Druck, indem sie sich unsichtbarer macht. Israel reagiert, indem es tiefer und gezielter vorgeht.
Das Ergebnis ist ein komplexerer Krieg. Einer, der schwerer zu kontrollieren ist und in dem die Grenzen zwischen militärischen und zivilen Räumen weiter verschwimmen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Tasnim News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=138677142
Mittwoch, 18 März 2026