Katar geht gegen Hamas-Funktionäre vor und stoppt interne MachtkämpfeKatar geht gegen Hamas-Funktionäre vor und stoppt interne Machtkämpfe
Ein Verbündeter zieht plötzlich die Grenzen enger. Hamas gerät unter Druck aus einer Richtung, auf die sie lange bauen konnte. Die Entscheidung aus Doha zeigt, wie sehr sich das Machtgefüge im Nahen Osten verschiebt.
Berichte aus der arabischen Welt deuten auf eine bemerkenswerte Entwicklung hin. Das Emirat Katar soll in den vergangenen Tagen Maßnahmen gegen führende Mitglieder der Terrororganisation Hamas ergriffen haben. Auslöser sind nach Angaben von Quellen innerhalb der Organisation deren öffentliche Unterstützung für die iranischen Angriffe.
Welche konkreten Schritte unternommen wurden, bleibt unklar. Weder wurde benannt, gegen wen sich die Maßnahmen richten, noch wie sie im Einzelnen aussehen. Allein die Tatsache, dass ein Staat wie Katar aktiv gegen Hamas-Funktionäre vorgeht, markiert jedoch eine Veränderung. Doha galt über Jahre hinweg als zentraler politischer und logistischer Rückzugsort für Teile der Hamas-Führung.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Seit Beginn der aktuellen militärischen Auseinandersetzung greift der Iran auch Ziele in den Golfstaaten an, darunter Katar selbst. Die Führung in Doha steht damit nicht mehr nur vor einer diplomatischen, sondern vor einer unmittelbaren sicherheitspolitischen Herausforderung. Unterstützung für iranische Angriffe wird in diesem Kontext zu einem Risiko, das Katar offenbar nicht mehr toleriert.
Parallel dazu zeichnet sich innerhalb der Hamas eine weitere Entwicklung ab. Die geplanten Wahlen für den Vorsitz des politischen Büros der Organisation stehen offenbar vor dem Aus. Mehrere Quellen sprechen von einer nahezu entschiedenen Verschiebung oder sogar Aussetzung des Wahlprozesses. Hintergrund sind die veränderten regionalen Bedingungen und die Tatsache, dass zentrale Kandidaten sich außerhalb des Gazastreifens befinden.
Im Zentrum der internen Auseinandersetzung stehen zwei bekannte Figuren. Chalil al-Hayya, der innerhalb des Gazastreifens und insbesondere im militärischen Flügel Unterstützung genießt, und Chaled Maschal, dessen Einfluss unter Hamas-Strukturen im Ausland und in Judäa und Samaria gewachsen ist. Die Verschiebung der Wahl verhindert vorerst eine Entscheidung zwischen diesen Lagern.
Innerhalb der Organisation wird die aktuelle Lage als grundlegender Einschnitt beschrieben. Die regionale Ordnung verändert sich spürbar, und Hamas steht vor der Herausforderung, ihre politische und militärische Strategie neu auszurichten. Statt interner Machtkämpfe rückt offenbar die Frage in den Vordergrund, wie die Organisation auf die neuen politischen und militärischen Rahmenbedingungen reagieren kann.
Einige Stimmen sprechen davon, dass die Entscheidung über die Führung erst gegen Ende des Jahres fallen könnte. Andere halten eine vollständige Neuorganisation für möglich. Klar ist bereits jetzt, dass der äußere Druck wächst und sich auch auf interne Strukturen auswirkt.
Autor: Redaktion
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Montag, 23 März 2026