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Hamas baut Gaza neu auf während Israel an anderen Fronten kämpft

Hamas baut Gaza neu auf während Israel an anderen Fronten kämpft


Während Israel gegen Iran und Hisbollah vorgeht, wächst im Süden erneut eine Gefahr. Sicherheitsanalysen zeigen, dass Hamas ihre Macht in Gaza schneller wiederherstellt als viele erwartet haben.

Hamas baut Gaza neu auf während Israel an anderen Fronten kämpft

Während sich Israels militärischer Fokus auf Iran und die Kämpfe im Norden richtet, entwickelt sich im Gazastreifen eine Dynamik, die viele in Israel zunehmend beunruhigt. Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten nutzt die Hamas diese Phase gezielt aus, um ihre Strukturen wieder aufzubauen und ihre Kontrolle über das Gebiet zu festigen.

Die Hinweise darauf kommen nicht aus politischen Statements, sondern aus Beobachtungen vor Ort und ausgewerteten Aufnahmen. Konvois mit Lastwagen fahren demnach regelmäßig in den Gazastreifen ein, begleitet von bewaffneten Hamas-Kräften. Diese treten offen auf, tragen Waffen und kontrollieren Bewegungen in den Straßen. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist eindeutig: Die Organisation agiert wieder sichtbar als Machtfaktor im Alltag.

Der israelische Analyst Raphael Hayon, der ein unabhängiges Analysezentrum betreibt, sieht darin eine klare Entwicklung. Bereits vor der Waffenruhe im Oktober habe es Anzeichen für eine Neuorganisation gegeben. Heute spreche vieles für einen beschleunigten Wiederaufbau. Die Hamas beschränke sich nicht auf militärische Strukturen, sondern arbeite parallel an wirtschaftlichen und administrativen Mechanismen.

Auch der Terrorismus-Experte Alon Evyatar beschreibt die Lage als eindeutig. Die Botschaft der Hamas sei klar, sowohl an Israel als auch an die eigene Bevölkerung: Man verstehe sich weiterhin als eigentliche Autorität im Gazastreifen. Trotz massiver Schäden sei es der Organisation gelungen, erneut als eine Art Regierung aufzutreten, die Sicherheit, Ordnung und wirtschaftliche Abläufe kontrolliert.

Besonders bemerkenswert ist die wirtschaftliche Komponente dieses Wiederaufbaus. Wöchentlich erreichen tausende Lastwagen den Gazastreifen. Auf diese Lieferungen erhebt die Hamas nach Einschätzung der Experten eine Abgabe von etwa 15 Prozent. Damit schafft sie sich eine eigenständige Einnahmequelle und reduziert ihre Abhängigkeit von externer Finanzierung, insbesondere aus Katar.

Gleichzeitig bleibt die Organisation einer der größten Arbeitgeber im Gebiet. Zehntausende Menschen erhalten Gehälter, sei es als uniformierte Kräfte oder in zivilen Funktionen. Diese Struktur sorgt nicht nur für Einkommen, sondern stabilisiert auch die Macht der Hamas im Alltag der Bevölkerung.

Parallel dazu laufen militärische Aktivitäten weiter. Tunnel werden instand gesetzt, neue Kämpfer rekrutiert und Waffen beschafft. Dazu gehören auch Drohnen, die in zukünftigen Angriffen eingesetzt werden könnten. Die Organisation bereitet sich damit offensichtlich nicht nur auf Verwaltung, sondern auch auf erneute Konfrontationen vor.

In den israelischen Gemeinden entlang der Grenze wächst deshalb die Sorge. Orte wie Netiv HaAsara oder Kfar Aza verfolgen die Entwicklungen aufmerksam. Viele Bewohner sehen in den verfügbaren Aufnahmen ein anderes Bild als jenes, das lange Zeit vermittelt wurde. Die Vorstellung, Hamas sei dauerhaft geschwächt, erscheint ihnen zunehmend fraglich.

Diese Wahrnehmung hat Konsequenzen. Das Vertrauen in offizielle Einschätzungen sinkt, während gleichzeitig der Wille besteht, in die betroffenen Regionen zurückzukehren und sie wieder aufzubauen. Besonders unter jüngeren Bewohnern ist dieser Wille stark ausgeprägt. Ältere hingegen äußern häufiger Zweifel und sorgen sich, dass ohne konsequente militärische Kontrolle die Bedrohung erneut wachsen könnte.




Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Donnerstag, 26 März 2026

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