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Hamas trainiert Kämpfer offenbar offen in der Türkei für künftige Angriffe auf Israel

Hamas trainiert Kämpfer offenbar offen in der Türkei für künftige Angriffe auf Israel


Nach einem Bericht des israelischen Senders KAN sollen Hamas-Mitglieder in der Türkei an Schusswaffen, Taktiken und Drohneneinsätzen ausgebildet werden. Die Vorwürfe verschärfen erneut die Debatte über die Rolle Ankaras als Rückzugsraum für Hamas-Strukturen.

Hamas trainiert Kämpfer offenbar offen in der Türkei für künftige Angriffe auf Israel
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Die neuen Berichte aus der Türkei sorgen in Israel für erhebliche Unruhe. Nach Informationen des israelischen öffentlich-rechtlichen Senders KAN trainieren Hamas-Aktivisten offenbar bereits seit längerer Zeit auf türkischem Boden für zukünftige Angriffe gegen Israel. Besonders brisant ist dabei weniger das Training selbst als die Offenheit, mit der es laut Bericht stattfinden soll.

Demnach treten die Hamas-Mitglieder nicht in militärischer Kleidung auf, sondern bewegen sich bewusst als Zivilisten. Sie sollen regelmäßig öffentliche Schießanlagen nutzen, dort den Umgang mit Kleinwaffen trainieren und taktische Übungen durchführen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer offenbar Schulungen im Bereich Drohnentechnik und sollen teilweise sogar offizielle Genehmigungen zum Betrieb von Drohnen in der Türkei erhalten haben.

Aus israelischer Sicht bestätigt der Bericht eine Entwicklung, vor der Sicherheitsbehörden seit Jahren warnen. Hamas agiert längst nicht mehr nur aus Gaza heraus, sondern versucht systematisch, regionale Rückzugsräume aufzubauen. Die Türkei spielt dabei nach Einschätzung vieler israelischer Analysten eine immer wichtigere Rolle.

Laut dem Bericht sollen die Hamas-Kämpfer nach Abschluss ihrer Ausbildung in den Libanon, nach Jordanien und nach Judäa und Samaria verlegt werden, um dort im Falle eines zukünftigen Krieges gegen Israel Anschläge durchzuführen. Gerade dieser Punkt macht die Angelegenheit aus israelischer Sicht hochgefährlich. Denn es geht offenbar nicht um politische Unterstützung oder ideologische Nähe allein, sondern um konkrete operative Vorbereitung.

Die Vorwürfe treffen die Türkei in einem Moment, in dem die Spannungen zwischen Jerusalem und Ankara ohnehin groß sind. Unter Präsident Recep Tayyip ErdoÄŸan hat sich die türkische Regierung in den vergangenen Jahren zunehmend als Schutzmacht palästinensischer Gruppen inszeniert. Israel wirft Ankara seit langem vor, Hamas-Funktionären Rückzugsräume, finanzielle Netzwerke und organisatorische Möglichkeiten bereitzustellen.

Bereits im vergangenen Dezember hatten israelische Sicherheitsbehörden nach eigenen Angaben ein iranisch unterstütztes Geldwäschenetzwerk der Hamas in der Türkei aufgedeckt. Nach Angaben der israelischen Armee und des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet sollen Hamas-nahe Akteure türkische Finanzstrukturen genutzt haben, um hunderte Millionen Dollar zu transferieren. Die Gelder seien direkt mit Iran und hochrangigen Vertretern des Regimes verbunden gewesen.

Die aktuellen Enthüllungen verstärken deshalb die Sorge, dass die Türkei nicht nur ein logistischer oder finanzieller Standort für Hamas-Strukturen ist, sondern zunehmend auch eine operative Plattform wird.

Besonders problematisch erscheint aus israelischer Sicht die Verbindung zwischen Hamas und Iran. Während Teheran seine regionalen Stellvertreter nach den Kriegen der vergangenen Jahre neu organisiert, versucht die Hamas offenbar gleichzeitig, ihre militärischen Fähigkeiten außerhalb Gazas auszubauen. Das würde bedeuten, dass sich die Organisation strategisch auf eine Zukunft vorbereitet, in der Israel nicht nur an einer Front gleichzeitig kämpfen muss.

Hinzu kommt die Bedeutung von Drohnen. Die Hamas hat in den vergangenen Jahren massiv versucht, ihre Fähigkeiten im Bereich unbemannter Systeme auszubauen. Bereits im Gaza-Krieg zeigte sich, dass Drohnen längst nicht mehr nur Aufklärungsinstrumente sind, sondern zunehmend für Angriffe, Beobachtung und koordinierte Operationen genutzt werden. Wenn Hamas-Mitglieder nun offenbar offen in der Türkei an solchen Systemen ausgebildet werden, erhöht das die Sorge vor komplexeren Angriffsszenarien in zukünftigen Konflikten.

In Israel wird deshalb zunehmend diskutiert, ob Ankara die Aktivitäten der Hamas bewusst duldet oder nicht ausreichend kontrolliert. Kritiker der türkischen Regierung argumentieren, dass ein solches Ausmaß an Training kaum möglich sei, ohne dass Sicherheitsbehörden zumindest Hinweise darauf erhalten.

Gleichzeitig versucht die Türkei international weiterhin, ihre Rolle als regionaler Vermittler und wichtiger NATO-Staat hervorzuheben. Genau darin liegt die politische Brisanz des Falles. Denn sollte sich bestätigen, dass Hamas-nahe Strukturen auf türkischem Boden relativ offen militärische Fähigkeiten aufbauen, würde das massive Fragen an die Haltung Ankaras gegenüber islamistischen Organisationen aufwerfen.

Für Israel sind die Berichte vor allem ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Konflikt mit Hamas längst regionalisiert hat. Die Organisation versucht offenbar gezielt, ihre Infrastruktur über mehrere Staaten zu verteilen, um unabhängiger von Gaza zu werden und im nächsten Krieg flexibler agieren zu können.

Die eigentliche Sorge in Jerusalem lautet deshalb nicht nur, ob Hamas trainiert. Sondern wie weit diese Netzwerke bereits aufgebaut sind und wie viele Staaten inzwischen als indirekte Operationsräume genutzt werden.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Samstag, 09 Mai 2026

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