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Hamas Chef verlässt Schutzsystem und wird getötet: Israels meistgesuchter Terrorführer soll eigene Regeln gebrochen haben

Hamas Chef verlässt Schutzsystem und wird getötet: Israels meistgesuchter Terrorführer soll eigene Regeln gebrochen haben


Israels Sicherheitskreise behaupten, Hamas Militärchef Izz ad Din al Haddad habe eigene Schutzregeln gebrochen und dadurch seine Ortung ermöglicht. Sein Tod könnte mehr über den Zustand der Hamas verraten als über einen einzelnen Luftschlag.

Hamas Chef verlässt Schutzsystem und wird getötet: Israels meistgesuchter Terrorführer soll eigene Regeln gebrochen haben
Bildnachweis: IDF Sprecher

Nach israelischen Berichten wurde Izz ad Din al Haddad, einer der ranghöchsten verbliebenen Hamas Militärführer im Gazastreifen, bei einem israelischen Angriff in Gaza getötet. Eine offizielle vollständige Bestätigung aller Details liegt bislang nicht vor. Dennoch zeichnen Aussagen aus israelischen Sicherheitskreisen ein Bild eines Mannes, der über Jahre extreme Vorsicht lebte und am Ende offenbar genau diese Disziplin verlor.

Al Haddad galt als einer der wichtigsten militärischen Köpfe der Hamas nach den zahlreichen Tötungen hochrangiger Funktionäre seit Beginn des Krieges. Er soll nicht nur an militärischen Entscheidungen beteiligt gewesen sein, sondern auch Verbindungen zwischen Gaza und weiteren Hamas Strukturen aufrechterhalten haben. Nach israelischer Einschätzung spielte er zudem eine Rolle beim Wiederaufbau militärischer Kapazitäten und bei Finanzierungsmechanismen der Organisation.

Laut den Berichten bewegte sich al Haddad über lange Zeit nahezu ausschließlich durch ein komplexes Tunnelsystem. Nur ein sehr kleiner Kreis habe seine Aufenthaltsorte gekannt. Diese Abschottung galt innerhalb der Hamas als überlebenswichtig. Viele frühere gezielte Tötungen hochrangiger Funktionäre waren möglich geworden, nachdem Kommunikationswege, Bewegungsmuster oder Familienkontakte identifiziert wurden.

Genau hier soll sich etwas verändert haben.

Israelische Quellen behaupten, al Haddad habe in den letzten Monaten begonnen, häufiger oberirdisch zu erscheinen. Teilweise aus strategischen Gründen, um Kontrolle zu demonstrieren und der Bevölkerung oder Untergebenen zu zeigen, dass die Hamas Führung weiterhin handlungsfähig sei. Andere Einschätzungen vermuten persönlichere Motive. Nach langer Isolation unter der Erde könnte der Wunsch entstanden sein, Angehörige zu sehen oder den Eindruck völliger Eingeschlossenheit zu durchbrechen.

Ob diese Darstellung vollständig zutrifft, lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Bemerkenswert ist jedoch ein weiterer Punkt.

Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise gehörte al Haddad zu jenen Hamas Vertretern, die zuletzt auf eine Waffenruhe gedrängt hätten. Hintergrund sei gewesen, dass israelische Bodentruppen den Druck auf zentrale Bereiche in Gaza deutlich erhöht hätten. Sollte diese Einschätzung stimmen, würde sie auf erhebliche interne Belastungen innerhalb der Hamas hinweisen.

Denn jahrelang stellte sich die Organisation als widerstandsfähige Kraft dar, die trotz militärischer Verluste ihre Führungsstruktur sichern könne. Wenn ranghohe Kommandeure Waffenruhen zunehmend auch aus persönlichem Überlebensinteresse unterstützen, verändert das die Wahrnehmung.

Gleichzeitig bedeutet der Tod einzelner Führungsfiguren nicht automatisch das Ende einer Organisation.

Die Hamas hat in der Vergangenheit mehrfach gezeigt, dass sie getötete Kommandeure ersetzt und Strukturen neu aufbaut. Nach israelischen Analysen arbeitete al Haddad zuletzt daran, Finanzierung, Einfluss und operative Fähigkeiten erneut auszubauen. Dazu gehörten laut früheren Sicherheitsbewertungen auch Einnahmestrukturen innerhalb Gazas sowie Bemühungen, Verbindungen zwischen verschiedenen Hamas Bereichen zu stärken.

Die größere Frage lautet deshalb:

Ist der Verlust von al Haddad ein strategischer Schlag gegen die Hamas oder nur ein weiterer Austausch von Führungspersonal in einem System, das sich immer wieder anpasst?

Israel betrachtet gezielte Operationen gegen Kommandeure als Mittel, Planungsfähigkeit und Kontrolle der Organisation zu schwächen. Kritiker weisen dagegen darauf hin, dass militärische Führungswechsel langfristig nicht zwangsläufig politische Konflikte lösen.

Nach den aktuellen Berichten wurde al Haddad letztlich in einer Wohnung im Gaza Stadtteil Rimal getroffen. Als Personen versucht haben sollen, den Ort zu verlassen, folgten weitere Angriffe, um Fluchtmöglichkeiten zu verhindern. Unter den Anwesenden sollen sich laut israelischen Angaben auch Familienmitglieder befunden haben.

Unabhängig von den genauen Umständen zeigt der Fall etwas Grundsätzliches:

Im Krieg überleben oft jene am längsten, die strikte Regeln einhalten.

Wenn Sicherheitsquellen recht haben, dann könnte ausgerechnet der Moment gewesen sein, in dem einer der meistgesuchten Männer Gazas glaubte, wieder sichtbarer werden zu können, jener Moment gewesen sein, der ihn verwundbar machte.




Autor: Redaktion
Montag, 18 Mai 2026

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