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Israel tötet PIJ-Kommandeur im Libanon: Die Terrorachse verliert einen wichtigen Verbindungsmann

Israel tötet PIJ-Kommandeur im Libanon: Die Terrorachse verliert einen wichtigen Verbindungsmann


Israel hat im Libanon einen Kommandeur des Palästinensischen Islamischen Dschihad ausgeschaltet. Der Mann soll Terroristen der PIJ in die Kampfeinsätze der Hisbollah eingebunden haben.

Israel tötet PIJ-Kommandeur im Libanon: Die Terrorachse verliert einen wichtigen Verbindungsmann
Bildnachweis: IDF

Die israelische Armee hat im Libanon einen gezielten Schlag gegen einen Kommandeur des Palästinensischen Islamischen Dschihad ausgeführt. Nach Angaben des Militärs wurde Wael Mahmoud Abd al-Halim am Sonntagabend im Raum Baalbek in der Bekaa-Ebene getötet. Der Ort ist nicht zufällig. Die Bekaa-Ebene gilt seit Jahren als strategischer Raum für proiranische Kräfte, für Waffenwege, Ausbildung, Verbindungen und die militärische Infrastruktur der Hisbollah. Dass ein Kommandeur des Palästinensischen Islamischen Dschihad dort ins Visier geriet, zeigt, wie eng die verschiedenen Terrororganisationen der iranischen Achse inzwischen ineinandergreifen.

Nach Darstellung der IDF spielte Abd al-Halim eine zentrale Rolle bei der Einbindung von PIJ-Terroristen in Kampfoperationen der Hisbollah. Genau dieser Punkt macht den Schlag sicherheitspolitisch bedeutsam. Es geht nicht nur um eine einzelne Person, sondern um die Verbindungslinien zwischen Gaza, Libanon, Syrien, Iran und den palästinensischen Terrororganisationen. Der Palästinensische Islamische Dschihad ist seit Jahrzehnten eng an Teheran gebunden. Die Hisbollah ist der wichtigste militärische Arm Irans im Libanon. Wenn ein PIJ-Kommandeur daran arbeitet, eigene Kämpfer in Hisbollah-Strukturen einzufügen, entsteht daraus kein lokaler Vorfall, sondern ein Teil jener regionalen Bedrohung, mit der Israel seit Jahren konfrontiert ist.

Israel führt solche Operationen nicht in einem luftleeren Raum aus. Seit dem Massaker vom 7. Oktober und den folgenden Angriffen aus mehreren Richtungen sieht sich das Land einer Terrorlandschaft gegenüber, die sich nicht sauber nach Grenzen sortieren lässt. Hamas im Gazastreifen, Hisbollah im Libanon, der Palästinensische Islamische Dschihad, proiranische Milizen in Syrien und Irak sowie die Huthi im Jemen bilden keine einheitliche Armee, aber sie folgen einem gemeinsamen strategischen Muster: Israel soll unter dauerhaften Druck gesetzt werden, militärisch, psychologisch und politisch. Genau deshalb sind Verbindungspersonen zwischen diesen Gruppen für Israel besonders gefährlich.

Die IDF teilte mit, vor dem Schlag seien Maßnahmen ergriffen worden, um das Risiko ziviler Opfer zu verringern. Diese Formulierung ist mehr als eine routinemäßige Ergänzung. Sie verweist auf ein Grundproblem asymmetrischer Kriegsführung. Terrororganisationen operieren häufig in zivilen Räumen, nutzen Orte, an denen militärische und zivile Strukturen bewusst vermischt werden, und setzen darauf, dass jede israelische Reaktion international sofort unter Verdacht gestellt wird. Israel muss daher nicht nur militärisch handeln, sondern zugleich nachweisen, dass seine Operationen so präzise wie möglich geführt werden.

Parallel zu der Operation im Libanon bestätigte die israelische Armee den Tod eines weiteren ranghohen Terrorführers: Izz ad-Din al-Haddad, militärischer Führer der Hamas, wurde nach Angaben der IDF bei einem israelischen Schlag im Gazastreifen getötet. Der Angriff hatte bereits zuvor internationale Aufmerksamkeit ausgelöst, nachdem Hamas seinen Tod bestätigt haben soll. IDF-Generalstabschef Eyal Zamir bezeichnete die Operation als bedeutenden militärischen Erfolg. Besonders schwer wiegt seine Aussage, al-Haddads Name sei in Gesprächen mit zurückgekehrten Geiseln immer wieder gefallen. Nach israelischer Darstellung gehörte er zu den maßgeblichen Tätern des Massakers vom 7. Oktober und stand an der Spitze der militärischen Strukturen der Hamas.

Diese beiden Meldungen gehören zusammen. Der Schlag gegen Abd al-Halim im Libanon und die Tötung al-Haddads im Gazastreifen zeigen, dass Israel weiter versucht, die Führungsstrukturen der Terrororganisationen systematisch zu treffen. Dabei geht es nicht nur um Vergeltung. Es geht um Abschreckung, um die Unterbrechung operativer Netzwerke und um die Botschaft an alle Beteiligten des 7. Oktober: Israel betrachtet Zeit nicht als Schutz. Wer an Planung, Durchführung oder Unterstützung des Massakers beteiligt war, soll sich nicht darauf verlassen können, nach Monaten oder Jahren aus dem Fokus zu geraten.

Für Israel ist diese Strategie auch innenpolitisch von großer Bedeutung. Die zurückgekehrten Geiseln, die Familien der Ermordeten, die Überlebenden der Kibbuzim und Städte im Süden, die Soldaten an mehreren Fronten und eine ganze Gesellschaft erwarten, dass die Verantwortlichen nicht nur benannt, sondern erreicht werden. Zamirs Aussage, man werde nicht nachlassen, bis alle Beteiligten zur Verantwortung gezogen seien, ist daher nicht nur militärische Rhetorik. Sie spiegelt ein nationales Sicherheitsverständnis wider, das nach dem 7. Oktober neu geschärft wurde.

Der Libanon bleibt dabei ein besonders gefährlicher Schauplatz. Die Hisbollah hat das Land über Jahrzehnte in eine militärische Vorfeldstellung Irans verwandelt. Südlibanon, Bekaa-Ebene und andere Räume sind nicht nur libanesisches Territorium, sondern Knotenpunkte einer bewaffneten Struktur, die die staatliche Souveränität des Libanon selbst untergräbt. Wenn palästinensische Terrorgruppen dort in Hisbollah-Operationen eingebunden werden, wird die Grenze zwischen einzelnen Organisationen noch durchlässiger. Für Israel bedeutet das: Die Bedrohung aus dem Norden ist nicht nur eine Hisbollah-Frage. Sie ist Teil eines größeren Systems.

Genau deshalb ist der Tod Abd al-Halims mehr als eine kurze Militärmeldung. Er steht für die israelische Entscheidung, nicht nur Raketenwerfer, Depots oder einzelne Zellen zu treffen, sondern auch jene Personen, die terroristische Zusammenarbeit organisieren. Ein solcher Verbindungsmann kann für die operative Wirkung einer Terrorachse wertvoller sein als eine einzelne Waffe. Er schafft Abstimmung, Vertrauen, Einsatzfähigkeit und gemeinsame Planung.

Die internationale Debatte wird solche Schläge oft isoliert betrachten. Ein Angriff im Libanon, ein Angriff in Gaza, eine militärische Erklärung aus Jerusalem. Doch aus israelischer Sicht liegt die Verbindung offen zutage. Wer Hamas, PIJ und Hisbollah getrennt voneinander betrachtet, unterschätzt die Struktur der Bedrohung. Sie unterscheiden sich in Herkunft, Auftreten und unmittelbarer Zielsetzung, aber sie profitieren von denselben Geldgebern, Waffenwegen, ideologischen Bündnissen und politischen Schutzräumen.

Israel sendet mit diesen Operationen eine klare Botschaft: Die Terrorachse soll weder in Gaza noch im Libanon ungestört planen, führen und Kräfte zusammenführen können. Der Preis für operative Verantwortung soll hoch bleiben. Das ist keine einfache Strategie und sie ersetzt keine politische Ordnung für die Zeit nach dem Krieg. Aber sie ist aus israelischer Sicht notwendig, solange Terrororganisationen weiterhin versuchen, das Land von mehreren Seiten zu bedrängen.




Autor: Redaktion
Montag, 18 Mai 2026

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