Die Misere der palästinensisch-arabischen „Flüchtlinge“

Die Misere der palästinensisch-arabischen „Flüchtlinge“


Die Zahl der lebenden Flüchtlinge, die allesamt per Definition mindestens 70 Jahre alt sind, wird heute auf 30.000 geschätzt und ist rückläufig.

Die Misere der palästinensisch-arabischen „Flüchtlinge“

Wäre ich ein palästinensischer Araber, ich würde in Trübsinn verfallen. Wenn ich mich im Nahen Osten umsehe, wo einst meine treuesten Verbündeten vorzufinden waren, sehe ich heute nichts als Verrat.

Zuerst die Vereinigten Arabischen Emirate, dann Bahrain und jetzt der Sudan haben Vereinbarungen mit dem abscheulichen jüdischen Staat Israel getroffen. In absehbarer Zukunft wird sich ihnen wahrscheinlich Saudi-Arabien anschließen. Mein Volk ist aufgegeben worden und jegliche Möglichkeit, dass auch nur ein Splitter Israels uns einer „illegalen Siedlungen auf palästinensischem Land“ zu einem palästinensisch-arabischen Staat werden wird, ist so gut wie verschwunden. Unsere zerstreuten 5 Millionen Flüchtlinge und ihre Nachkommen, um die die UNRWA sich kümmert, werden auf ewig obdachlos bleiben.

Obwohl ich kein palästinensischer Araber bin, habe ich Mitgefühl mit dem palästinensisch Klagelied über die Obdachlosigkeit, auch wenn sie selbstverschuldet ist. Aber als Historiker muss ich mich auf Fakten verlassen, nicht auf Fantasien. Palästinenser mögen inbrünstig daran glauben, dass ihnen „ihr“ Land gestohlen wurde, aber die Geschichte – von der Antike bis zur Moderne – deutet auf anderes.

Seit die jüdische Nation im  zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung nach der fehlgeschlagenen Rebellion Bar Kochbas gegen die römischen Eroberer zerschlagen wurde, sehnten sich die Juden danach in ihr uraltes Heimatland, besonders nach Jerusalem, wo König David regiert hatte und der Heilige Tempel gebaut wurde, zurückzukehren. („Wenn ich dich vergesse, o Jerusalem“ ist in Psalm 137 eingebettet.) Es gab damals keine Palästinenser. Tatsächlich ist der älteste überlebende Hinweis auf eine arabische (keine palästinensische) nationale Identität eine Inschrift aus dem Jahr 328, die auf den „König der Araber“ Bezug nimmt.

Der Islam tauchte drei Jahrhunderte später auf, als Mohammed lebte. Bis dann waren die Juden ein fest etabliertes, wenn auch weit verstreutes Volk mit einer tief verwurzelten Verbindung zu seinem verheißenen Land.

Ende des 19. Jahrhunderts, nach fast zwei Jahrtausenden im Exil, begannen die Juden ins Land zurückzukehren. Fast 30 Jahre bevor Theodor Herzl zur Wiederbelebung der jüdischen Eigenstaatlichkeit aufrief, hatten Hovevei Zion („Die Zion lieben“) in Palästina mehr als ein Dutzend neue Gemeinden gebaut. Während des Ersten Weltkriegs forderte die Balfour-Erklärung eine „nationale Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina“. Palästinenser wurden nicht erwähnt.

Selbst als Kolonialminister Winston Churchill dieses Versprechen brach und drei Viertel des damals Palästina[*] genannten Gebiets östlich des Jordan Abdallah ibn Hussein für sein eigenes Königreich Transjordanien schenkte, gab es weder ein anerkanntes noch ein sich selbst so nennendes „palästinensisches“ Volk.

Israels Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1948 wurde gegen eindringende arabische Armeen geführt, nicht gegen Palästinenser. Die sich daraus ergebende Flucht palästinensischer Araber, besonders nach Jordanien, wurde zu einer Tragödie, die eventuell niemals heilt. Ihre Zahl ist enorm übertrieben worden. In der New York Times zum Beispiel stieg sie von 850.000 (1952), was bereits übertrieben war, auf 925.000 fünf Jahre später und schließlich auf mehr als eine Million.

Die UN Relief and Works Administration (UNRWA), die ihr Hilfsprogramm für die Palästinenser 1950 begann, gab 750.000 palästinensische Flüchtlinge an, für die von Juni 1946 bis Mai 1948 ihr „normaler Wohnort Palästina war“ – eine erfundene Zahl (gestützt mit Geldern der Vereinten Nationen), die im Lauf der Zeit die Garantie hatte sich zu erhöhen.

Aber das palästinensische „Rückkehrrecht“ ist nicht legitimer als mein Recht nach Russland oder Rumänien zurückzukehren, wo die Vorfahren meiner Familie lebten, bis meine Großeltern vor mehr als einem Jahrhundert in die USA auswanderten, um Pogromen zu entkommen.

Mit der akribischen Forschung von Ort zu Ort kam der Historiker Ephraim Karsh in Palestine Betrayed (2010) zu dem Schluss, dass es 1947/48 zwischen 583.121 und 609.071 Flüchtlinge gab. Die Zahl der lebenden Flüchtlinge, die allesamt per Definition mindestens 70 Jahre alt sind, wird heute auf 30.000 geschätzt. Ihre Zahl muss (wie auch die Zahl der lebenden Holocaust-Überlebenden) zwangsläufig abnehmen und schließlich verschwinden, auch wenn ihre kollektive Erinnerung Bestand hat.

Es wird zuverlässig geschätzt, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Bevölkerung Jordaniens palästinensisch-arabischer Herkunft ist. Im Gazastreifen und der „Westbank“ lebende Palästinenser leben bereits innerhalb der historischen Grenzen Palästinas. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) hat sie nicht befreit. Stattdessen hat sie sie – wie die UNRWA auch –permanentem „Flüchtlings“-Status übergeben, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen.

Es sind weder Israel noch die arabischen Staaten, die gerade mit Israel Bindungen eingegangen sind, die die Palästinenser betrogen haben. Ihre Wunde ist selbst eine zugefügte, von der es unwahrscheinlich ist, dass sie jemals heilt.

[*] (Ohne Verbindung zu einem „palästinensischen“ Volk, sondern das bezieht sich auf die lange schon verschwundenen Philister.)


Autor: Heplev
Bild Quelle: Screenshot


Donnerstag, 12 November 2020

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