Wo bin ich? Und wenn ja, wie viele?

Wo bin ich? Und wenn ja, wie viele?


Bei seinem jüngsten öffentlichen Auftritt in Ohio, äh Pennsylvania, äh Illinois war der US-Präsidement verwirrter denn je.

Wo bin ich? Und wenn ja, wie viele?

Von Ramiro Fulano

Meine Damen und Herren, wir verbreiten derartige Nachrichten nicht aus Sensationslust oder Schadenfreude. Wir wissen, dass geistiger Abbau früher oder später alle von uns betreffen kann und er ist - das weiß ich aus eigener Anschauung im Bekanntenkreis - ein schweres Los, nicht zuletzt für die Betroffenen selbst (und natürliche für deren Angehörige). Aber wir wissen ebenfalls, dass die meisten Menschen in einer kognitiv schwierigen Lage nicht US-Präsident werden möchten. Insofern ist es wirklich verstörend - und wenn Sie so wollen, vielleicht auch skandalös - wie die amerikanische Linke derzeit einen hilflosen Senior ausnutzt, ausbeutet und missbraucht, indem sie ihn vor den Karren ihrer im In- und Ausland äußerst umstrittenen Politik spannt (vermutlich ohne, dass Joe Biden viel davon merkt).

Bei seinem jüngsten Auftritt in Chicago war Biden - trotz Teleprompter - nicht in der Lage, zu sagen, wo er sich befindet. Ohio, äh Pennsylvania, äh Illinois (siehe oben). Aller guten Dinge sind drei, werden seine Handlerinnen jederlei Geschlechts gedacht haben, doch gleich im Anschluss sprach ihr Onkel Joe die örtliche Bürgermeisterin (deren Inkompetenz wahrscheinlich mehr Black Lives zum Opfer fallen und fielen als jeder durchschnittlichen Ku-Klux-Klan-Filiale) als Mister Lori Lightfoot an (ist das nicht mis-gendering?) und behauptete im Verlauf seiner halbstündigen Rede, er habe mit einer Mitarbeiterin des amerikanischen Gesundheitswesens „per Television“ gesprochen.

Natürlich gibt es auch im Englischen schrecklich viele Substantive, die mit „Tele“ beginnen. Aber er wird wohl nicht das Fernsehen, sondern das Telefon gemeint haben. Vielleicht sollte Onkel Joe mal in der Sesamstraße reinschauen, in die Folge, in der Bibo (äh Kermit, äh Ernie) dem kindlichen Publikum zeigt, wofür ein Telefon im Fall der Fälle gut sein kann.

Das Chicagoer Debakel endete mit einem äußerst verwirrten älteren Herrn am Rednerpult, der mehrmals verzweifelt nach einem gewissen Tim ruft, als ihm dämmert, dass er sich mal wieder in den Trümmern seiner Neucortex verheddert hat.

Selbstverständlich wird Mr. Bidens jüngster Vorfall von der linksalternativ gleichgeschalteten veröffentlichten Meinung nach Kräften totgeschwiegen - nicht nur in Krautland, sondern auch in den USA. Das geschieht ohne sonderliche Mühen, denn die ideologische Selbstzurichtung der Linken ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie nur noch das wahrnimmt, was sie aus Sicht der herrschenden Interessen wahrnehmen soll. Aus dieser eingeschränkten Wahrnehmung entwickelt das linke Pseudo-Bewusstsein dann eine symptomatisch verzerrte Sicht der Wirklichkeit. Andersgesagt: Wenn Bidens kognitiver Abbau auf A) Rassismus oder B) Klimaveränderung zurückzuführen wäre, hätten ihn die Massenmedien längst thematisiert. Ist er aber nicht - also wird davon geschwiegen.

Inzwischen wird das für die Linke, vor allem aber für die USA, zum Problem: Bidens Beliebtheitswerte liegen nach nicht mal neun Monaten im Amt bereits jetzt unter denen von Donald J. Trump. Die amerikanische Wirtschaft läuft aufgrund von Arbeitskräftemangel noch immer nicht rund (so ist das, wenn man Leute fürs Nichtstun bezahlt), die Inflation steigt (und wird weiter steigen, dank üppiger öffentlicher Ausgaben in Trillionen-Höhe), die Steuern steigen ebenfalls (zur Teilfinanzierung der öffentlichen Ausgaben, die überwiegend auf Pump geschehen). Und die Energiekosten sind so hoch wie noch nie (wegen „Klimaschutz“ - während in der VR China pro Woche zwei Kohlekraftwerke entstehen). In einem Land, in dem ohne Auto wirklich gar nichts geht, ist insbesondere Letzteres ein Rezept fürs Desaster.

Biden könnte inzwischen nicht mal zum Hundefänger gewählt werden. Aber seine Funktion war von Anfang an die eines Trojanischen Pferdes: ein harmloser älterer Gentleman, der von den Massenmedien als „moderat“ und „erfahren“ dargestellt wird, um die Stimmen aus der Mittelschicht zu gewinnen. Der aber komplett von der extremen Linken seiner Partei kontrolliert wird, die die USA in eine Union der amerikanischen Sowjet-Republiken verwandeln will - nur mit besserem Wetter und mehr Pfefferminzgeschmack als in der historischen SU.

Das ist nicht nur für die Noch-USA ein Problem, sondern auch für ihre internationalen Partner. Was amerikanische Zusagen im Extremfall wert sind, hat gerade erst die Regierung von Herrn Ghani in Kabul erlebt. Zugegeben, der Mann galt als korrupt und die Demokratie in seinem Land stand auf tönernen Füßen. Aber selbst damit ging es den Menschen vor Ort so gut wie noch nie. Ein Teilrückzug der USA wäre die bessere Option gewesen, denn er hätte die USA mit einer funktionierenden Operationsbasis in der Region und weitereichenden Möglichkeiten zur Gewinnung von geheimdienstlichen Erkenntnissen versorgt - während jetzt Frauen und Minderheiten in Afghanistan wieder Angst haben müssen, dass sie aus irgendwelchen nichtigen radikalislamistischen Pseudo-Gründen gefoltert, verstümmelt und/oder abgemurkst werden, von den Steinzeit-Islamisten der Taliban. Danke, Mr. Biden!

Neu-Delhi beobachtet die Entwicklung jenseits seiner Nord-West-Grenze mit größter Sorge und fürchtet ein neuerliches Übergreifen des islamistischen Terrors aufs indische Staatsgebiet. In Taiwan wird man die jüngste außenpolitische Entwicklung mit Schrecken verfolgt haben, in Peking hingegen mit Freude. Das Biden-Regime ist ein Geschenk für alle Despoten, Tyrannen und Möchtegern-Autokraten dieser Welt, denn es hat den Interessen der demokratischen Staaten viel Schaden zugefügt - bislang vor allem in Süd- und Ost-Asien. Aber ein neuerliches Aufflammen des Radikal-Islamismus in West-Asien und Europa ist seit dem Komplett-Abzug des Westens aus Afghanistan inzwischen wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Das Bemerkenswerte daran ist, dass all das im Namen von Frieden und Völkerverständigung passieren kann. Die amerikanische Linke ist nach 60 Jahren Postmoderne mental nicht mehr fähig, sich ein zutreffendes Bild von der Wirklichkeit zu machen und daraus die zutreffenden Schlüsse abzuleiten. Insofern hat sie sich mit Joe Biden einen Präsidenten nach Maß und ein Regime nach ihrem Bild geschaffen. Das sind die Folgen der ideologischen Selbstzurichtung, wie sie der überwiegende Teil der Massenmedien und Bildungseinrichtungen vorangetrieben hat. Unter den Folgen leiden indes nicht nur die USA, sondern Menschen überall auf der Welt


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons


Sonntag, 10 Oktober 2021

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