Game Over Brandon

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Kein anderthalb Jahr nach der linksalternativen Machtantritts in den USA eskaliert eine globale Wirtschafts-, Energie- und Nahrungsmittelkrise. Außerdem der Stellvertreterkrieg mit einer nuklear übermächtigen Regionalmacht.

Game Over Brandon

Von Ramiro Fulano

Natürlich ist das alles nicht Joe Bidens Schuld - er merkt wahrscheinlich kaum noch, was um ihn herum geschieht.

Doch zunächst zu etwas ganz anderem. Die Deutsche Archäologische Gesellschaft hat am bolivianischen Amazonas die Überreste einer präkolumbianischen Zivilisation erforscht und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Casarabe-Kultur sich durch - in dieser Weltgegend bislang unbekannte - Monumentalbauten auszeichnete. Ferner durch ein gut geplantes Straßennetz, künstliche Bewässerung und öffentliche Bauten, für die bis zu eine halbe Million Kubikmeter Erdreich bewegt wurden. All dies geschah zwischen 500 und 1400. Neun Jahrhunderte nach ihrem Frühling war die Casarabe-Kultur verblüht und ist nun ein weiterer Beleg für die Prekarität unserer zivilisierten Natur.

Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig exzeptionell, dafür aber umso verstörender, was von Washington DC aus auf die Menschheit losgelassen wird. Die USA befinden sich in ihrer tiefsten wirtschaftlichen und sozialen Krise seit der Depression der 1930er-Jahre.

Die Inflation galoppiert. Bei offiziell knapp 10 % Teuerungsrate pro Jahr bleibt allen Amerikanern immer weniger Geld für den Konsum. Die wirtschaftlich Schwächsten sind hiervon am schlimmsten betroffen. Explodierende Energie-Kosten sorgen dafür, dass bereits jetzt Millionen von US-Amerikanern mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen.

Und nicht nur das: Wer die USA kennt, weiß, dass dort außerhalb weniger urbaner Zentren kein nennenswerter öffentlicher Nahverkehr existiert. Wer also trotz stetig steigender Spritkosten jeden Tag zur Arbeit fahren will - sei es auch nur, um sich nicht in die soziale Hängematte zu legen - muss im Bundesdurchschnitt 70 % tiefer in die Tasche greifen als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Und nach Ansicht von Experten wird es auf absehbare Zeit so weitergehen. Man wird in den USA vor allem deshalb arbeiten gehen, um auch morgen wieder zur Arbeit fahren zu können. Das hat einen schlichten Grund: Mit seinen politischen Interventionen in den Energiemarkt hat das Biden-Regime dafür gesorgt, dass der sich nach dem Ende der Corona-Lockdowns wiederbelebenden Nachfrage ein immer knapperes Angebot gegenübersteht.

Und nicht nur das: Bis vor zwei Jahren waren die USA unabhängig von Energieexporten aus Drittländern. Man produzierte auf dem eigenen Staatsgebiet nicht nur genug Energie für den Eigenbedarf, sondern konnte sogar dazu beitragen, die Nachfrage im Ausland zu decken: Die USA zählten unter Bidens Vorgänger Donald Trump zum exklusiven Club Energie-exportierender Nationen.

Unter Biden ist nun damit Schluss - aus überwiegend ideologischen Gründen. Weil es auch in den USA inzwischen genug Menschen gibt, die glauben, sie könnten das Weltklima regulieren, indem sie mehr Geld an ihre Regierung überweisen. 80 % der Energierechnung basiert auch in den USA auf Steuern, Gebühren, Umlagen und Abgaben, meine Damen und Herren. So viel auch noch mal zur politischen Zweckdienlichkeit der Energiekrise: Die Staatseinnahmen explodieren derzeit zusammen mit der Inflation wie seit langem nicht.

Aus diesem zuletzt genannten Grund ist man weder in den USA noch sonst irgendwo in der sogenannten entwickelten Welt an der naheliegenden Lösung interessiert. Und die wäre: Die exorbitante Preissteigerung auf dem Energiemarkt durch eine Ausweitung des Angebots zu kontrollieren. Vulgo: mehr Energie produzieren.

Dieser normalerweise sinnvollen Strategie hat Klaus Schwabs Weltwirtschaftsforum zuletzt in Davos eine klare Absage erteilt - zumindest, was die sogenannten fossilen Energieträger betrifft. Erdöl, Erdgas und die böse Kohle sollen aus Sicht der führenden Wirtschaftsnationen der Erde (drunter Krautland) innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett vom Markt verschwinden. Ohne, dass klar ist, wodurch sie zuverlässig ersetzt werden können.

Welche Investoren werden in diesem Politik-Umfeld noch Milliarden in die Erschließung neuer Förderprojekte investieren - deren Entwicklung zur Marktreife rund zehn Jahre beanspruchen kann - wenn ihnen anschließend der Laden von der Regierung dicht gemacht wird? Es handelt sich also um eine politisch gewollte, ideologische Krise, die die Armen ärmer und die Reichen reicher machen soll.

Sie besteht darin, dass fanatische Extremistinnen jederlei Geschlechts weltweit entwickelte Wirtschaftsnationen erpressen und terrorisieren - mit Kinder-Soldaten (m/w/d) im Klimastreik - ohne dass dabei ersichtlich wäre, warum die von ihnen angestrebte „Dekarbonisierung“ aller Lebensbereiche unbedingt mit der Zerstörung unserer Zivilisation einhergehen soll. Maos Großer Sprung vorwärts lässt grüßen, und vielleicht hätten auch die Casarabe aus dem bolivianischen Amazonien etwas Aufschlussreiches über die Ökopathie zu sagen.

Während man in Europa noch immer denkt oder zumindest so tut, als ob das alles kein Problem wäre - solange die EU-Zentralbank den Geldfluss nicht per Zinserhöhung drosselt, bleibt es lukrativer, Schulden zu machen als arbeiten zu gehen - zeichnet sich in den USA bereits ein Rückgang der Wirtschaftsleistung und ein damit verbundenes Negativwachstum im dritten Quartal ab. Inklusive aller damit verbundenen, natürlich negativen Folgen für den Arbeitsmarkt.

Darunter werden sicherlich nicht die fürstlich besoldeten Staatsdienerinnen jederlei Geschlechts leiden, sondern wiederum diejenigen, die unseren selbsternannten politischen Eliten ein Leben in Saus und Braus finanzieren - im Klartext: die Steuerzahler.

Aber all das ist beileibe nicht US-Resident Bidens einziges innenpolitische Problem. Gleichzeitig explodieren die Delinquenz und Kriminalität in den Metropolen, die Babynahrung wird knapp und die Abtreibungsbefürworter laufen sich bereits für den nächsten „Sommer der Liebe“ warm - analog zu den BLM-Krawallen samt ihrer vielen Toten und Verletzten - wenn das Oberste Gericht der USA die juristische Regelung der Abtreibung an die einzelnen Bundestaaten zurückdelegiert (und eben nicht „verbietet“, wie hierzulande in dieser Diskussion von politisch interessierter Seite ebenso zweckdienlich wie fälschlich unterstellt wird.)

Außenpolitisch hat das Biden-Regime alles dafür getan, eine neuerliche Spaltung der Welt in zwei konkurrierende Machtblöcke zu fördern. Insbesondere die beiden europäischen Lokalmächte mit unverhältnismäßigem moralisch-historischem Sendungsbewusstsein - Krautland und dessen Erbfreund Krankreich - bekamen die Konsequenzen des realpolitischen Revirements bereits zu spüren. Sie sollen nun von den Amis etwas kaufen, über das diese selbst nicht in ausreichender Menge verfügen: Erdgas - Putin lacht.

Zudem haben die anti-russischen Sanktionen der USA und EU nicht nur ihre eigene Bevölkerung finanziell hart getroffen - sie fördern auch eine geopolitische Entente Cordiale von Beijing und Moskau, die sich für den Westen als schlichtweg autodestruktiv erweisen kann und auch von New Delhi mit einer gesunden Skepsis bewertet wird.

Bereits jetzt lebt mehr als die Hälfte der Menschheit in einem 4.000-Kilometer-Umkreis von Hanoi: Süd-, Ost- und Südostasien ist die bevölkerungsreichste Region der Erde. Diese an sich sympathische Weltgegend wird den Woken Westen mit zunehmender Entwicklung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch machtpolitisch (= militärisch) abhängen.

Der aktuelle geopolitische Konfrontationskurs von USA und EU, z.B. die anhaltende Eskalation in der Anti-Russland-Politik, ist offensichtlich nicht an den realexistierenden Interessen der meisten Normalsterblichen in der ehemaligen Ersten Welt ausgerichtet.

Natürlich zeichnet sich für das Joke-Biden-Regime - die von Extremisten und Fanatikern, Korrupten und Möchtegern-Kriminellen dominierte Democrat Party - ein historisches Debakel bei den im November anstehenden Wahlen zum Repräsentantenhaus und Senat ab. Die Frage ist bloß, was sich dadurch tatsächlich ändert, wenn die Opposition in einem halben Jahr die Mehrheit in einem - oder beiden - Häusern des Kongresses stellt. Immerhin bewiesen amerikanische Republicans bereits in der Vergangenheit jede Menge Talent, wie die Tiger zu springen und wie die Bettvorleger zu landen.

Statt eines wahltaktisch in Aussicht gestellten dramatischen Richtungswechsels - in Washington oder auch in Brüssel - werden lediglich die wirtschaftliche Atrophie und politische Sklerose des ehemaligen Westens voranschreiten. Mal mehr, mal weniger. Mal schneller, mal langsamer. Solange, bis dem letzten Lobbyisten die Bürokraten ausgehen und aus den Kaffeeautomaten in der Kantine nicht mal mehr kaltes Wasser kommt.

Erst, wenn alle Steuern kassiert, alle Branchen ruiniert und alle Einwohner zu Emigranten geworden sind, werden die Tintenkacker in den Apparaten des Staates merken, dass man ihre Vorschriften, Dekrete und Gesetze nicht essen kann. Daran, dass seine Protagonisten zu perfekt von den Folgen ihrer Politik verschont blieben, ist bislang noch jedes Imperium gescheitert. 


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Office of Vice President of the United States, Public domain, via Wikimedia Commons


Mittwoch, 01 Juni 2022

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